Eine kleine Erdkröte auf dem Weg über die Straße.
BUND Nordschwarzwald
Region
Überraschende Amphibienwanderung im Enzkreis: Viele Tiere überfahren

Enzkreis. Mehrere BUND-Aktive aus dem Enzkreis haben uns in der ersten Maiwoche zahlreiche wandernde Amphibien gemeldet. Der Zeitpunkt ist unerwartet und viele der Tiere sind leider überfahren worden. 

Nach wochenlanger Trockenheit mit teils sehr kühlen Nächten schien die diesjährige Amphibienwanderung längst vorbei zu sein. Die Amphibienzäune, an denen BUND-Gruppen die Tiere einsammeln, um sie sicher über die Straßen zu bringen, waren aus diesem Grund schon abgebaut, die Tempolimits aufgehoben, heißt es in einer Pressemitteilung des BUND Nordschwarzwald. Nach dem Regen in der ersten Mai-Woche wurden jedoch wandernde Erdkröten, Frösche, Molche und Feuersalamander beobachtet, teilweise in relativ großer Anzahl. Generell kommt es immer wieder vor, dass niedrige Temperaturen und Trockenheit zu einer Pause in der Amphibienwanderung führen und die Tiere danach wieder laufen; Die Anzahl der Tiere und der späte Zeitpunkt der aktuellen Wanderungen sind in dieser Kombination jedoch ungewöhnlich.

Erfahrungswerte der vergangenen Jahre zeigen, dass die klimawandelbedingte Verschiebung der Jahreszeiten dazu führt, dass die Amphibienwanderung immer früher beginnt. Aus diesem Grund werden die Amphibienzäune schon ab Januar aufgebaut. Jedoch verschiebt sich die Wanderzeit der Amphibien nicht einfach, sondern erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Die aktuellen Beobachtungen zeigen deutlich, dass wir in Zukunft mit einer längeren Betreuungszeit der Amphibientrecken rechnen müssen, mit allen Konsequenzen für Ehrenamtliche und Autofahrende. Für derzeit wandernde Amphibien gibt es diesen Schutz leider nicht. Viele von ihnen werden überfahren. Deshalb bitten wir, beim Autofahren auf wandernde Amphibien zu achten und freiwillig Rücksicht zu nehmen. Die Tiere haben nur dieses eine Leben. Nehmt es ihnen bitte nicht, um vielleicht ein paar Minuten früher irgendwo anzukommen.