Auf Quarterback Dre Harris (am Ball) wartet vor heimischer Kulisse mit den Pforzheim Wilddogs ein Spitzenspiel gegen dieRazorbacks Ravensburg.
Michael Ripberger
Sport
Amtierender Süd-Meister Razorbacks Ravensburg kommt: Härtetest für die Pforzheim Wilddogs

Pforzheim. Hochspannung in der Goldstadt: Am Samstag, 30. Mai, 16 Uhr, steht für die Pforzheim Wilddogs das vierte Saisonspiel auf dem Programm. In der heimischen Kramski-Arena kommt es zum zweiten Heimspiel und das hat es in sich.

Zu Gast ist kein Geringerer als der amtierende Südmeister Ravensburg Razorbacks.

Für die Pforzheimer ist es ein echter Härtetest und ein erster ungeschminkter Gradmesser für die eigenen Ambitionen in der höchsten deutschen Spielklasse, der German Football League (GFL).

Ein Duell mit hoher Brisanz

Die Ausgangslage vor diesem Spitzenspiel der GFL Süd könnte kaum packender sein. Die Wilddogs sind mit einer soliden Bilanz von zwei Siegen und einer Niederlage stark in die Saison gestartet. Sie belegen aktuell den dritten Tabellenplatz. Direkt davor rangieren die noch ungeschlagenen Razorbacks (2:0 Siege) auf Platz zwei, dicht hinter den Schwäbisch Hall Unicorns.

Während die Gäste ihre bisherigen zwei Aufgaben mehr als deutlich gelöst und ihre Vormachtstellung im Süden untermauert haben, mussten die Wilddogs hart für ihre Erfolge arbeiten. Die zusätzliche Spielpraxis und der Rhythmus aus drei harten Partien könnten nun aber der entscheidende Faktor sein, um dem Favoriten auf eigenem Rasen ein Bein zu stellen.

Die taktische Hauptaufgabe für die Goldstadt-Footballer liegt auf der defensiven Seite des Balls: Die High Scoring Offense der Oberschwaben muss kontrolliert und unter Druck gesetzt werden. Keine leichte Aufgabe, denn die Wilddogs haben einen personellen Rückschlag zu verkraften: Defensive End Michael Gilmour verletzte sich im vergangenen Spiel gegen die Straubing Spiders und wird für den Kracher am Wochenende ausfallen.

Eine Mammutaufgabe

Damit ruht ein enormes Maß an Verantwortung auf den Schultern der restlichen Defense Line. Das primäre Ziel der Wilddogs wird es sein, den Ravensburger Quarterback Broghean McGovern konsequent zu attackieren und ihm die Zeit für tiefe Pässe zu nehmen. Gleichzeitig gilt es, dem physisch starken Runningback Lennies McFerren sowie dem pfeilschnellen Receiver Anthony Harris von Beginn keinen Raum zur Entfaltung zu lassen – eine Mammutaufgabe, die nur über eine geschlossene und disziplinierte Teamleistung gelöst werden kann.

Doch die Wilddogs verstecken sich keineswegs. Um gegen den amtierenden Champion zu bestehen, wird vor allem die eigene Offensive Line im Rampenlicht stehen. Mit Ben Rashid wartet aufseiten der Razorbacks einer der dominantesten und gefürchtetsten Defensivspieler der gesamten Liga auf die Pforzheimer Angriffsreihe. Hier wird von der „O-Line“ der Wilddogs von der ersten Sekunde an absolute Schwerstarbeit gefordert sein.

Angeführt von Ersatz-Center Xavier Ventkataya, muss die Unit an die hervorragende und physisch dominante Arbeit aus dem Spiders-Spiel anknüpfen. Wenn es gelingt, die Line stabil zu halten und eine saubere „Pocket“ zu kreieren, hat Wilddogs-Quarterback Dre Harris die nötige Zeit, um seine gefährlichen und spielfreudigen Receiver gewinnbringend in Szene zu setzen.

Ein besonderes Augenmerk lag in der Trainingswoche auf der Effizienz in der sogenannten Redzone. In den vergangenen Partien hatten die Wilddogs in der Nähe der gegnerischen Endzone offensiv immer wieder etwas unglücklich Punkte liegen lassen. Gegen ein Top-Team wie Ravensburg darf man sich diese Nachlässigkeiten nicht erlauben. Entsprechend wird hier auch im Playcalling nachjustiert.

Kleine Vorentscheidung?

Trotz ihrer Außenseiterrolle herrscht im Lager der Wilddogs eine spürbare Vorfreude und eine große Konzentration. Die Pforzheimer wissen um ihre Stärken und die Magie der eigenen Kulisse beim zweiten Heimauftritt der Saison. Headcoach Michael Lang blickt der Herausforderung mit viel Respekt, aber auch mit großem Selbstbewusstsein entgegen: „Ravensburg ist das Team to beat im Süden. Die Ambitionen der Mannschaft sind groß. Aber auch wir haben Ambitionen, daher ist diese Begegnung der erste echte Gradmesser für unsere eigenen Ziele. Es wird ein hartes und spannendes Spiel.“

Das Duell verspricht somit nicht nur hochklassigen Football, sondern könnte bereits eine kleine Vorentscheidung über den weiteren Weg in der GFL Süd bringen. Die Wilddogs sind bereit, dem Meister die Stirn zu bieten und mit den eigenen Fans im Rücken über sich hinauszuwachsen.

Tickets für das Spitzenduell am Samstag gibt es hier.

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