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CfR-Trainer Gökhan Gökce nach dem Vorfall. © Becker
08.10.2018

Nach Eklat im Holzhof: So reagieren die Fans - und so der beschuldigte Spieler

Pforzheim. Die mutmaßliche Attacke auf CfR-Trainer Gökhan Gökce hat deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Viele Fans stellen sich hinter die Entscheidung des Vereins, den beschuldigten Spieler zu suspendieren. Auch dieser hat sich inzwischen zu Wort gemeldet.

Bei der 0:2-Niederlage des Fußball-Oberligisten 1. CfR Pforzheim gegen den TSV Ilshofen hatte es infolge eines verschossenen Elfmeters Streit gegeben. Kreshnik Lushtaku, der den Strafstoß vergeben hatte, war mit Johnathan Zinram auf dem Platz aneinandergeraten - woraufhin Kreshniks Bruder Kushtrim Lushtaku auf der Ersatzbank ausrastete. In der Halbzeitpause knallte es dann im Kabinengang. Trainer Gökhan Gökce wollte Kushtrim Lushtaku bei der Ansprache nicht mit in der Kabine haben. Woraufhin dieser den CfR-Trainer im Gesicht packte, ihn zu Boden drückte und auf ihn eintrat. So schilderte Gökce den Vorfall der PZ.

Die Polizei hat am Montagnachmittag mitgeteilt, dass die genauen Hintergründe, aus denen sich der Streit entwickelte, noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen sind. Bekannt sei, dass der 28-jährige Spieler gegenüber anderen Spielern auf dem Feld ausfällig wurde. "Als der 34-jährige Trainer dem Spieler in der Halbzeitpause dann den Zutritt zur Spielerkabine verwehrte und ihn nach Hause schicken wollte, wurde er von ihm auf den Boden gerissen und mit dem Knie attackiert", heißt es im Polizeibericht. Die Beamten bitten um Hinweise unter der Telefonnumer (07231) 186-3311.

Kushtrim Lushtaku hatte dieser Darstellung gegenüber der PZ widersprochen. Und auch auf Facebook meldete er sich zu Wort. Seine Erklärung im Wortlaut:

"Ich kann es nicht glauben was hier vor sich geht. Ich bin geschockt was hier für lügen verbreitet werden. Ihr zieht meinen Namen in den dreck.
Gökhan Gökce hat mich während des Spiels mehrmals provoziert und dumm angemacht. Mein Bruder kreshnik hat den Elfmeter verschossen was er sicherlich nicht mit Absicht getan hat, dann hat der Spieler J. Zinram auf ihn eingeredet und ihn mehrmals beleidigt warum er den Elfmeter verschossen hat. Ich habe dem Trainer gesagt für was er denn nur da zuschaut und nicht eingreift, er drehte sich direkt zu mir und schreite mich an ich solle mich umziehen und von hier verschwinden. Als ich in der Halbzeitpause in die Kabine gehen wollte um mein Zeug zu holen, stellte sich Gökhan Gökce mir in den Weg schrie mich lautstark an ich solle mich hier verpissen vom Verein und versperrte mir den Weg, als ich trotzdem reingehen wollte hob er seinen Arm gegen mich daraufhin habe ich ihn weggeschubst und habe mein Zeug geholt und bin raus. Er fing an lautstark zu schreien von wegen ich hätte ihn geschlagen. Dieser Mensch hat schon seit mehreren Monaten ein Problem mit mir und setzte alles daran mich loszuwerden und mich fertig zu machen, das wissen viele in diesem Verein.
Das werde ich nicht auf mir sitzen lassen und rechtlich dagegen vorgehen, ich habe auf niemanden eingeprügelt.
Das ist eine Lüge was hier verbreitet wurde.
Ich distanziere mich ausdrücklich von Gewalt im Sport. Lg Kushtrim Lushtaku"

Schon am Sonntagvormittag hatte der CfR reagiert: „Gegen den Spieler wurde unverzüglich Anzeige erstattet und ein Stadionverbot verhängt", hieß es in einer Pressemitteilung. "Selbstverständlich erfolgt darüber hinaus ein sofortiger Ausschluss aus dem Verein und der Mannschaft, der Vertrag wurde fristlos gekündigt."

Bildergalerie: Attacke auf Trainer Gökce - 1. CfR Pforzheim unterliegt dem TSV Ilshofen

CfR-Trainer Gökhan Gökce nach dem Vorfall.
Über die Vorfälle hatte am Wochenende auch die Deutsche Presseagentur (dpa) sowie unter anderem der Sportbuzzer und bild.de berichtet.

So reagieren die Fußballinteressierten aus der Region

Da die Auseinandersetzung noch auf dem Platz begonnen hatte, gibt es für diesen Beginn des Streits auch Zeugen.

Schon kurz nach dem Vorfall hatten viele Fans diese Reaktion des Vereins gefordert, wie unter anderem diese Facebook-Kommentare zeigen:

Entsprechend viel Lob gab es für die Entscheidung des CfR:

Vereinzelt wurde auf der Facebookseite der CfR auch Kritik an Trainer Gökce und am Vorstand sowie Unterstützung für Lushtaku laut.  Schon diese Beiträge zeigen, wie auf Facebook bereits die verbale Schlacht um die Deutungshoheit über die Vorkommnisse tobt.

Inzwischen melden sich dort immer mehr Fußballinteressierte aus der Region zu Wort, die sowohl dem Vorstand als auch dem Trainer der Pforzheimer Mut zusprechen. Und auch der CfR-Vorstandsvorsitzende Markus Geiser geht auf die Kritik am Verein ein. Zu der Auseinandersetzung beim Spiel am Samstag kann er sich dagegen nicht äußern, da er noch im Urlaub ist.

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