760_0900_131367_MR5_4197_jpg_Der_am_Bein_verletzte_Flori.jpg
Musste verletzt auf der Zuschauertribüne Platznehmen: TGS-Kapitän Florian Taafel.  Foto: Ripberger 

Pleite gegen Leutershausen: TGS Pforzheim verliert Punkte, liefert jedoch echten Kampf ab

Pforzheim. Sport ist meistens schön, bisweilen aber auch total ungerecht und brutal. Davon kann die TGS Pforzheim nach dem mit 23:26 verlorenen Rundenauftakt in der 3. Handball-Bundesliga ein Lied singen. Nach sechs Minuten führte die Mannschaft um ihren Kapitän und Co-Trainer Florian Taafel mit 5:2 gegen die SG Leutershausen. Spielanlage sowie Einstellung überzeugten voll und ganz. Doch nach etwa zwölf Minuten humpelte Taafel schwer verletzt vom Feld.

Trainer Tobias Müller konnte hinterher nur feststellen: „Der Ausfall von Flo war über 60 Minuten nicht zu kompensieren. Nach einer kurzen Schockphase haben wir dennoch den Kampf angenommen und auf die Zähne gebissen. Am Schluss hatten wir ein paar unglückliche Würfe. Das Torhüter-Duell hat Leutershausen gewonnen“.

Taafel selbst beschäftigte sich weniger mit seiner dick verpackten dicken linken Wade („Wahrscheinlich ist ein Muskel gerissen“) als mit dem Spielverlauf, wobei er von der Tribüne aus trotz Schmerzen unverdrossen Tipps und Unterstützung gab. „In der Endphase haben wir am Kreis zwei bis drei Bälle vergeben“, analysierte er das Ganze ähnlich wie Müller.

Partie auf des Messers Schneide

Dennoch hätte es trotz dieses Missgeschicks für die Pforzheimer zu einem Punktgewinn reichen können. Schließlich stand es nach 51 Minuten in der Bertha-Benz-Halle 21:21 und selbst in der 57. Minute, als die TGS mit 22:23 zurücklag, hätten die Punkte noch in der Goldstadt bleiben können. Auch Marc Nagel, der Coach des ehemaligen deutschen Meisters, befand: „50 Minuten lang war es ein Fight auf Augenhöhe. Die TGS führte sogar häufiger. Am Schluss haben bei ihr die Kräfte etwas nachgelassen.“ Adam Soos erwies sich als zielsicherer Torschütze der TGS mit sechs Treffern, kam jedoch an Lukas Bauer auf der Gegenseite mit acht Einschüssen nicht heran. Als TGS-Siebenmeterschütze war einmal mehr auf Marco Kikillus Verlass, der alle fünf Versuche im Netz unterbrachte, während Nicolas Herrmann zu Beginn mit einem Strafwurf scheiterte.

Der amtierende Drittliga-Vizemeister profitierte unter anderem von seinen hochkarätigen Neuzugängen. Der 22-jährige Kreisläufer Lars Röller, der vom HBW Balingen-Weilstetten zur SG Leutershausen stieß, war mit seinen 2,04 Metern Körpergröße und geschätzten 130 Kilogramm kaum vom Ball zu trennen. Der krasse Gegenentwurf ist der vom österreichischen Zweitligisten HB Graz gekommene gleichaltrige Slowene Teo Beganovic, der als smarter und wendiger zentraler Rückraumspieler die Fäden zog, nachdem er kurz vor der Halbzeit eingewechselt wurde.

Die TGS muss dagegen, auch angesichts des Verletzungspechs, kleinere Brötchen backen. Kreisläufer Michal Wysokinski (Müller: „Sein Ellbogen sieht noch nicht gut aus“), der fehlte, könnte ebenso mehrere Wochen ausfallen, wie Florian Taafel als der Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft.