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Die „Rhinos“ Pforzheim (in grün-weiß) starten am Samstag mit dem Spiel beim SC Frankfurt 1880 in die Rückrunde der Rugby-Bundesliga.  Foto: J. Keller/PZ-Archiv 

Rugby Pforzheim zieht angstfrei in den Bundesliga-Abstiegskampf

Pforzheim. Es hätte auch anders kommen können. Wenn der Schiedsrichter bei der knappen Niederlage von Rugby Pforzheim im letzten Bundesliga-Spiel vor der Winterpause früher abgepfiffen hätte, wären die „Rhinos“ gegen den in letzter Minute punktenden RC Luxemburg als Sieger und Tabellensechster vom Platz gegangen. So aber überwinterten die Pforzheimer als Tabellenletzter auf dem 8. Platz. Grund zur Panik ist das im SüdwestEnergie-Stadion in Eutingen aber noch nicht.

„Wir wollen die Rückrunde in Ehren zu Ende bringen, weiter um jeden Punkt kämpfen und so oft siegen wie möglich“, sagt Jens Poff vom Rugby-Pforzheim-Leitungsteam. Reelle Chancen auf einen Sieg bieten sich den „Rhinos“ am Ende der Rückrunde in den Heimspielen gegen RK Heusenstamm (5. Platz) und RK Heidelberg (7. Platz). Beide Auswärtsspiele gingen nur knapp verloren, was den Pforzheimern je einen Bonuspunkt bescherte. „Wir sind in diesem Jahr endlich zu einem wirklichen Team zusammengewachsen, das überraschen kann. Jetzt heißt es Gas geben und schauen, was kommt. Keiner steckt den Kopf in den Sand und wir wissen, zu was wir fähig sind. Wir müssen es nur noch zeigen“, sagt „Rhinos“-Sprecher Robin Häberle.

Neuaufbau nach Abstieg

Aber Pfoff macht auch deutlich: „Ein Abstieg in die 2. Liga bietet die Chance auf einen Wiederaufbau unter anderen Vorzeichen. So kann man mehr junge Spieler aus der Region aufbauen, weil sie so zu größeren Einsatzzeiten kommen und sich behaupten können.“

Damit sind die zwei Meinungsblöcke im Verein skizziert: Den Klassenerhalt mit aller Macht wünschen sich die einen, eine Neustrukturierung nach dem Abstieg sehen die anderen als bessere Alternative. Was machbar ist, wird sich wohl erst im Mai zeigen. Davor stehen nämlich Spiele gegen alle bärenstarken Top-3-Teams der Bundesliga auf dem Programm.

Die erste der drei großen Prüfungen beginnt an diesem Samstag um 14 Uhr beim deutschen Rugbymeister SC Frankfurt 1880. Trainer Fabian Broughton hat in der Winterpause auf Team-Building gesetzt. Nach dem Vorbild von Mannschaftskapitän Martin Chandler hätten sich Führungsspieler entwickelt, die mehr wollen. „Die Spieler erwarten gespannt die kommenden Herausforderungen und sind sich der großen Aufgaben bewusst. Um den Erfolg zu erzwingen, brauchen wir eine großartige Einstellung“, sagt Broughton. Gegen den Tabellenzweiten aus der Mainstadt wird es aber extrem schwer, Zählbares zu erreichen.

Schul-Rugby wieder beleben

Corona hat das Vereinsleben von Rugby Pforzheim stark getroffen. Die Nachwuchsförderung über die etablierte Rugby-Kooperation mit Pforzheimer Schulen brach pandemiebedingt ein. Ein Wunsch von Poff: Ein Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) mit Rugbyerfahrung soll die Koordination des neuen Rugby-Schulangebots übernehmen. Die ganz Kleinen treffen sich bereits im Rugby-Kindergarten in Eutingen. Auch das Frauen-Team hat mit Spielgemeinschaften erste Siege in den Turnieren der Deutschen 7er-Liga Frauen Süd-West gesammelt. Weitere sollen folgen – am Samstag, 9. April, beim 7er-Liga-Turnier im heimischen Eutinger Stadion.

Wie lange dort wegen des Wasserschutzes Rugby gespielt werden darf, ist noch offen. Es gebe Vorschläge, die Sportplätze des Pforzheimer American-Football-Teams auf der Wilferdinger Höhe gemeinsam zu nutzen. Das hätte wohl, so Poff, Terminprobleme zur Folge. Auf der anderen Seite würde sich die Eutinger Ortsverwaltung über eine Fortsetzung sportlicher Aktivitäten am Enzufer freuen. Man suche das Gespräch mit allen Beteiligten, so Poff.

Martin-Chandler
Martin Chandler,, Mannschaftskapitän von Rugby Pforzheim, lässt sich von der Abstiegsgefahr in der Rugby-Bundesliga nicht beirren. Foto: Rugby Pforzheim

Kurzinterview mit Martin Chandler zur Abstiegsgefahr in der Rugby-Bundesliga

PZ-news: Wie ist die Stimmung im Team von Rugby Pforzheim angesichts der Abstiegsgefahr in der Rugby-Bundesliga?

Martin Chandler: Die Stimmung ist gut und sehr positiv. Die Spieler sind gespannt und werden alles geben für den Verein, egal ob es auf- oder abwärts geht. Wir denken nicht an den Abstieg und fokussieren uns auf Dinge, die wir kontrollieren können und wie wir uns selbst verbessern können, damit wir Spiele gewinnen.

PZ-news: In welchen Bereichen kann sich das Team noch steigern?

Martin Chandler: Es gibt immer eine Chance, besser zu sein und wieder in der Tabelle hochzuklettern. Unsere Spieler haben viel und hart gearbeitet.

PZ-news: Wen können die Rhinos in der Rückrunde schlagen?

Martin Chandler: Wir haben sehr viel Selbstbewusstsein in der Winterpause aufgebaut. Wir richten unseren Blick auf ein paar wichtige Spiele, aber eigentlich geht es in der Bundesliga oft knapp zu und alles kann passieren. Wir geben alles in jedem Spiel und sehen einfach, was dann herauskommt.

Rugby-Bundesliga S/W

Punkte

+/-

1

TSV Handschuhsheim

36

+328

2

SC Frankfurt 1880

36

+295

3

SC Neuenheim

30

+151

4

RG Heidelberg

20

-11

5

RK Heusenstamm

13

-188

6

RC Luxemburg

11

-207

7

Heidelberger RK

10

-184

8

Rugby Pforzheim

9

-184


Rugby-Bundesliga S/W – Spiele von Rugby Pforzheim

Sa., 26. März, 14 Uhr

SC Frankfurt 1880 -  Rugby Pforzheim

Sa., 9. April, 14 Uhr

SC Neuenheim -  Rugby Pforzheim

Sa., 23. April, 15 Uhr

Rugby Pforzheim -  TSV Handschuhsheim

Sa., 7. Mai, 15 Uhr

Rugby Pforzheim -  RK Heusenstamm

Sa., 14. Mai, 15 Uhr

Rugby Pforzheim -  Heidelberger RK

Sa., 28. Mai, 14 Uhr

RG Heidelberg-  Rugby Pforzheim

Thomas Kurtz

Thomas Kurtz

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