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Hinter der Pforzheimer Trainerbank soll sich laut Angaben des 1. FC Bruchsal der pöbelnde Spielervater aufgehalten haben. Die Situation schaukelte sich hoch und gipfelte in einer vermeintlichen Schlägerei auf der Terrasse des Clubhauses. 

"Weisen diese Aussagen als falsch zurück": FC Bruchsal wehrt sich nach Ärger im Pokalspiel gegen Vorwürfe und sieht Teilschuld beim CfR Pforzheim

Bruchsal. Nach den Vorfällen am vergangenen Samstag beim Zweitrundenspiel im badischen Fußballpokal zwischen dem 1. FC Bruchsal und dem 1. CfR Pforzheim (Endstand 3:2) vor rund 350 Zuschauern hat sich nun der gastgebende Verein zu Wort gemeldet und weist die Vorwürfe des CfR entschieden zurück.

Der 1. FC Bruchsal stehe für „fairen und sauberen Fußball – auf und neben dem Platz“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Bruchsaler wehren sich vor allem gegen die Aussage des CfR-Vorsitzenden Markus Geiser: „Der Aufforderung, man solle den Mann doch bitte aus dem Stadion bringen, sind die Bruchsaler Verantwortlichen aber nicht nachgekommen.“

Hierzu erklärt der 1. FC Bruchsal: „Nach unseren Informationen hat ein stark alkoholisierter Spielervater des CfR Pforzheim, dessen Sohn auf der Auswechselbank des CfR Pforzheim saß, den CfR- Trainer Fatih Ceylan mehrfach lautstark beschimpft und ihn mit ’kleinen Steinen oder Erbsen’ beschmissen. Der Vater befand sich im abgesperrten Bereich, wir wiesen ihn mehrmals freundlich aber bestimmt darauf hin, diesen Bereich zu verlassen.

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Auch nach Absprache mit dem Sicherheitsbeauftragtem Marco Nabinger war der Herr sowie drei weitere Personen nicht bereit, den abgesperrten Bereich zu räumen. Diese haben daraufhin unserem ehrenamtlichen Team gedroht, so dass ein Einwirken des Schiedsrichterteams nötig war. Die Zuschauer, die sich in der Nähe der Auswechselbank aufhielten, sollten um 15 Meter weiter nach außen verschoben werden. In Absprache mit den Verantwortlichen des 1. CfR Pforzheim kamen wir dieser Aufforderung selbstverständlich nach. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, wurde eine Durchsage des Stadionsprechers getätigt.“

Situation eskaliert nach Spielende auf Terasse des Vereinshauses

Der Bruchsaler Vorsitzende Michael Grub gab gestern im Gespräch mit der PZ bekannt, dass dem Verein zu diesen Szenen Videoaufnahmen vorliegen, die man mit dem Coaching-Eye, angebracht über den Trainerbänken, gemacht habe. Gegenüber der PZ betonte Grub, dass es zu keinem Zeitpunkt eine Aufforderung des CfR gegeben habe, eine bestimmte Person aus dem Stadion zu verweisen. „Wir weisen diese Aussagen als falsch zurück“, heißt es auch in der Pressemitteilung. Auch seien selbstverständlich Ordner Vorort gewesen. Vier Männer und zwei Frauen.

Der 1. FC Bruchsal führt weiter aus, dass 47 Minuten nach Spielende im bereits geschlossenem Stadion (auf der Terrasse des Vereinshauses) die sich schon in der ersten Halbzeit abzuzeichnende Auseinandersetzung zwischen Fatih Ceylan und dem Haupttäter sowie mit drei ihm vertrauten Personen folgte. Zu diesem Zeitpunkt seien bereits keine Zuschauer mehr im Stadion gewesen.

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In der Pressemitteilung heißt es: „Der Pforzheimer Anhang nutzte außenstehendes Mobiliar, um sich gegenseitig zu bekämpfen, darunter Aschenbecher und Stühle. Unsere Sicherheitskräfte baten die Bruchsaler Polizei um Unterstützung, welche zeitnah eintraf und die Auseinandersetzung beendete.“

Wie Augenzeugen der PZ am Montag berichteten, soll es auf der Terrasse zu schweren Handgreiflichkeiten zwischen dem Spielervater, seinen Begleitern und der Familie eines CfR-Spielers gekommen sein. Fatih Ceylan meinte gegenüber der PZ, er hätte schlichten müssen.

Duelle beider Clubs künftig als Hochsicherheitsspiele eingestuft

Der 1. FC Bruchsal bedauert die Ereignisse am vergangenen Samstag sehr, insbesondere deshalb, weil sie vermeidbar gewesen wären. „Wäre der CfR Pforzheim seiner Pflicht nachgekommen, unsere Sicherheitskräfte vorab darauf aufmerksam zu machen, dass es bei ihrem Verein Anhaltspunkte für schwelende Konflikte mit starkem physischen Gewaltpotenzial gibt, wären diese Personen sofort separiert worden“, teilt der 1. FC Bruchsal mit.

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Für zukünftige Partien gegen den CfR hat der Verein nun vorgesorgt. In enger Abstimmung mit den örtlichen Polizeibehörden will man die Heimspiele gegen CfR als Hochsicherheitsspiele qualifizieren. „Wir müssen für die Sicherheit unserer Zuschauer sorgen“, erklärt Michael Grub. Der FCB-Vorsitzende hielt gestern noch fest, das sich CfR-Sportvorstand Torsten Heinemann nach dem Vorfall bei ihm entschuldigt hätte.

Wie reagiert der Badische Fußballverband auf den erneuten Eklat mit dem CfR? Schließlich hatte vor zwei Jahren ein Spieler den damaligen CfR-Trainer im Kabinengang attackiert. „Wir nehmen das natürlich zur Kenntnis und suchen das Gespräch mit dem Verein“, sagt BFV-Spielleiter Felix Wiedemann. Inwieweit ein sportgerichtliches Verfahren eingeleitet werden muss, werde geprüft. Laut Verband habe der Schiedsrichter jedenfalls zur Schlägerei auf der Terrasse im Spielberichtsbogen nichts vermerkt.

Dominique Jahn

Dominique Jahn

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