nach oben
So könnte das Outlet-Center im Brötzinger Tal einmal aussehen.
So könnte das Outlet-Center im Brötzinger Tal einmal aussehen.
13.03.2019

Outlet im Brötzinger Tal? So positionieren sich die Pforzheimer Politiker

Pforzheim. Die Pläne für ein Factory-Outlet-Center (FOC) im Brötzinger Tal sorgen für lebhafte Diskussion. Erstmals befasste sich am Dienstag der gemeinderätliche Wirtschaftsförderungsausschuss mit dem Konzept, das mehr Kaufkraft nach Pforzheim bringen soll. Das FOC sei eine große Chance, sagten mehrere Stadträte aus unterschiedlichen Fraktionen.

Die große Mehrheit der Stadträte sieht das Projekt in einer ersten Stellungnahme positiv, freilich wurden auch Bedenken bezüglich der möglichen Auswirkung auf den Handel in der Innenstadt laut.

[Wie geht es weiter mit den Pforzheimer Outlet-Plänen? Fünf Antworten auf die wichtigsten Fragen]

Mit einer geplanten Verkaufsfläche von rund 24 000 Quadratmetern wäre das Outlet auf einen Schlag eines der größten in Deutschland und könnte Platz drei einnehmen. An der Spitze liegen heute das Outlet-City Metzingen (30 000 Quadratmeter) und „The Style Outlets“ in Zweibrücken (21 000 Quadratmeter). Auch Roppenheim im Elsass ist ein beliebter Anlaufpunkt.

Mehr Besucherfrequenz

Stadtrat Jörg Augenstein (CDU) sieht durchaus positive Aspekte. „Es wäre eine große Chance für Pforzheim.“ Gewichtige Argumente für das Outlet sind die Chance auf bis zu 1000 Arbeitsplätze und eine direkte Anbindung an die in Bau befindliche Westtangente, die nach dem Bau des Arlingertunnels und eines Brückenbauwerks an der Wildbader Straße direkt vor der Haustüre des FOC enden würde. Fünf Minuten von der Autobahn entfernt und gleichzeitig der ideale Ort, um gleich einen Ausflug in den Schwarzwald zu unternehmen. Zwischen zwei und drei Millionen Besucher pro Jahr werden prognostiziert. Diese Frequenz der Schnäppchenjäger könne auch zu einem gewissen Teil der Pforzheimer Innenstadt zugutekommen, glauben einige Stadträte. „Das FOC kann so zu einem Herzschrittmacher für die City werden“, sagte Thomas Goßweiler (Unabhängige Bürger). Es sei schön, dass eine Pforzheimer Familie ein solches Projekt verwirklichen wolle.

Jaqueline Roos (SPD) erinnerte an viele gescheiterte Ansiedlungen. Vieles sei in der Vergangenheit zerredet worden. „Man sollte sich diese große Chance nicht entgehen lassen. Das kann ein Magnet für Pforzheim werden.“ Ihre gesamte Fraktion unterstütze deshalb die Pläne.

Carol Braun forderte für die Fraktion der Freien Wähler/FDP sich diese Chance nicht entgehen zu lassen. „Das ist ein tolles Projekt und kostenlose Werbung für Pforzheim.“ Wenn man jetzt nicht zugreife, machten es andere Kommunen und die Goldstadt gerate weiter ins Abseits.

Viele offene Fragen sieht dagegen Joachim Bott („Wir in Pforzheim“). Er wollte wissen, wohin die Kaufkraft fließt und erinnerte daran, dass die Parkplätze in Roppenheim „so groß wie halb Brötzingen seien“. Emre Nazil (Grüne Liste) will zunächst schriftliche Infos über das Vorhaben. Erst dann könne man das Konzept beurteilen. Ähnlich sieht es Felix Herkens (Bündnis 90/Grüne). CDU-Stadtrat und Gastronom Maximilian Müssle könnte zustimmen, wenn der innerstädtische Handel in das Gesamtkonzept eingebunden werde.

Jugendgemeinderätin Pia Zehendner findet das FOC toll und eine Bereicherung für Pforzheim, „gerade für junge Leute“. Es bringe zusätzliche Frequenz in die Innenstadt und sei schließlich „ein Geschenk an die Stadt Pforzheim“.

Mehr zum Thema:

Hohe Hürden für Outlet-Pläne: Bürger euphorisch, Behörden drücken auf Bremse

Markenshops im Brötzinger Tal: Investor plant riesiges Outlet in Pforzheim

Outlet Center in Pforzheim geplant: So soll das Gebäude aufgeteilt sein