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Hunderte Rettungskräfte kümmerten sich am Mittwochmorgen um die Verletzten auf der A5. © dpa
Der Bus muss mit großer Wucht auf den Müllwagen geprallt sein. © dpa
Der Bus ist mit einem Müllwagen zusammengestoßen und verunglückt. © 7aktuell
27.06.2018

30-Jährige stirbt bei tragischem Unfall auf A5 - mehr als 30 Verletzte - wieder Ärger mit Rettungsgasse

Ettlingen. Bei einem Busunglück auf der Autobahn 5 bei Karlsruhe ist am Mittwochmorgen eine Frau ums Leben gekommen. 31 Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt, zwei davon schwer.

Der Bus, der um 6.25 Uhr mit dem Ziel Frankreich auf der A5 unterwegs war, war mit einer Seniorengruppe aus Bayern besetzt. Zwischen dem Autobahndreieck Karlsruhe und der Anschlussstelle Ettlingen fuhren ein Sattelzug und ein Mülltransportfahrzeug mit PF-Kennzeichen vor dem Bus auf dem rechten Fahrstreifen. Kurz vor der Anschlussstelle Ettlingen bremste der Fahrer des Sattelzuges ab und in der Folge auch der Fahrer des Mülltransportfahrzeuges. Der 62-jährige Busfahrer erkannte dies zu spät und prallte, trotz Vollbremsung und Ausweichmanöver, mit der rechten Fahrzeugseite gegen das Heck des Vorausfahrenden und schob diesen auf den Sattelzug.

A5 bei Ettlingen: Reisebus knallt auf Müll-Auto

Bei dem Zusammenprall wurden eine Mitfahrerin und die 30-Jährige Reiseleiterin eingeklemmt. Die Mitfahrerin wurde von der Feuerwehr aus dem Bus befreit, ärztlich versorgt und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Die 30-Jährige erlag noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Ein weiterer Schwerverletzter wurde ebenfalls mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Der Fahrer des Mülltransportfahrzeuges sowie sein Beifahrer wurden auch leicht verletzt. Mit einem organisierten Bus wurden die Leichtverletzten in ein Krankenhaus gefahren, behandelt und anschließend betreut.

Kilometerlange Staus

Die Autobahn wurde ab der Anschlussstelle Karlsruhe-Mitte voll gesperrt. Es bildeten sich lange Staus auf den Autobahnen A5 und A8. Auch die Umleitungsstrecken waren überlastet. Gegen 9.30 Uhr wurde der aufgestaute Verkehr auf dem linken Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeigeführt. Nach der Bergung der Reisebusses und der notwendigen Reinigung der Fahrbahn konnte die Sperrung gegen Mittag aufgehoben werden.

Bildergalerie: Tragischer Busunfall auf A5: Ein Toter, 30 Verletzte

Die Unfallstelle liegt vor einer Großbaustelle der A5 zwischen Karlsruhe und Rastatt, wo sich seit Tagen regelmäßig lange Staus bilden. An dem Großeinsatz waren neben 30 Einsatzkräften der Polizei auch noch die Feuerwehr mit 50 Kräften und der Rettungsdienst mit 30 Fahrzeugen und 60 Hilfskräften im Einsatz. Zur Klärung der Unfallursache wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Auch Rettungskräfte aus der Region waren im Einsatz: Wie Pressesprecherin Daniela Kneis vom DRK-Kreisverband Pforzheim-Enzkreis mitteilte, hat die Leitstelle Karlsruhe aufgrund der Lage Überlandhilfe angefordert. Vom DRK Pforzheim-Enzkreis waren zwei Rettungswagen sowie ein Notarzteinsatzfahrzeug des ASB im Einsatz. Das Helios Klinikum Pforzheim hat nach Angaben von Kliniksprecherin Silke Bentner ebenfalls seine Unterstützung angeboten, drei Schwerverletzte bei sich aufzunehmen und einen OP-Saal freigehalten. Das Hilfs-Angebot sei teilweise angenommen worden.

Keine Rettungsgasse gebildet

Direkt nach dem Unfall wurde mit einem Videofahrzeug der Verkehrspolizei Karlsruhe die Bildung einer Rettungsgasse auf den Autobahnen A5 und A8 überwacht. Insgesamt hielten sich 120 Autofahrer nicht an die Vorschrift und müssen mit einer Anzeige rechnen.

Dieses traurige Phänomen hat die Polizei leider in der jüngsten Vergangenheit beobachten müssen. Hier einige Artikel-Auszüge zum Thema:

Keine Rettungsgasse gebildet - bisher mehr als 570 Verstöße

Autobahnpolizei macht Ernst bei Rettungsgassen-Problemen

Rettungsgasse gebildet: Feuerwehr Pforzheim lobt Autofahrer

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