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Ein Feuerwehrmann steht vor der Brandruine einer Fabrik für Lithium-Ionen-Akkus. Bei dem Feuer ist nach vorläufigen Angaben der Polizei ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. © Foto: dpa
Alle Hände voll zu tun hatte ein Großaufgebot der Feuerwehr am frühen Freitagmorgen in Ölbronn-Dürrn. © Foto: Keller
Alle Hände voll zu tun hatte ein Großaufgebot der Feuerwehr am frühen Freitagmorgen in Ölbronn-Dürrn. © Foto: Keller
09.03.2018

Fünf Millionen Euro Schaden nach Großbrand in Ölbronn-Dürrn - War technischer Defekt der Auslöser?

Ölbronn-Dürrn. Den Feuerwehrleuten ist die Erschöpfung buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Seit Stunden schon sind sie im Dauereinsatz, um einen Großbrand im Dürrner Industriegebiet zu löschen – doch ihr Engagement kann die vollständige Zerstörung des 40 Meter langen und 40 Meter breiten Gebäudes nicht verhindern.

Ein unangenehmer metallischer Geruch liegt auch am Freitagvormittag noch immer in der Luft. Längst sind die meisten der mehr als 100 Feuerwehrleute, die laut Bürgermeister Norbert Holme aus Ölbronn-Dürrn, Pforzheim, Ötisheim, Mühlacker, Kieselbronn, Illingen, Maulbronn, Knittlingen und Wiernsheim vor Ort waren, wieder abgerückt. Doch zu tun ist noch immer einiges: Letzte Brandherde werden gelöscht – auch das stark einsturzgefährdete Gebäude muss im Blick behalten werden. Nach PZ-news-Informationen ist das Feuer höchstwahrscheinlich durch einen Defekt im Produktionsbereich ausgelöst worden. Das Kriminalkommissariat hat derweil die Ermittlungen übernommen.

Millionenschaden nach Brand in Akkufabrik in Ölbronn-Dürrn

Eindeutig klar ist bislang, dass die Einsatzkräfte gegen 1.20 Uhr alarmiert werden. Die Flammen breiten sich rasend schnell aus und die Fabrik für Lithium-Ionen-Akkus steht in kürzester Zeit im Vollbrand. Schnell zeigt sich, dass der Großeinsatz viele Kräfte binden wird: Die Drehleitern aus Mühlacker und Knittlingen werden angefordert.

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Da es sich um eine Akkufabrik handelt, müssen auch Spezialisten der Feuerwehr Illingen anrücken, die mit Messgeräten Schadstoffe ermitteln können. Aus Sicherheitsgründen heißt es zunächst, die Bürger sollen Türen und Fenster geschlossen halten, was über Radiosender verbreitet wird – letztlich besteht allerdings laut Auskunft der Polizei zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr, dass giftige Dämpfe austreten. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.
Augenzeugen, die den Einsatz beobachteten, sprechen gegenüber der PZ davon, dass immer wieder kleinere Explosionen zu hören gewesen seien; wohl von Akkus, die durch die starke Hitzeentwicklung zerstört worden sind. Man habe überdies dabei zuschauen können, wie das Gebäude durch das Feuer deformiert worden ist.

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Das Feuer verursachte einen Schaden in Höhe von rund fünf Millionen Euro.

Erst am Nachmittag ist der Einsatz weitestgehend beendet. Zu diesem Zeitpunkt sind viele der Feuerwehrleute bereits seit mehr als 13 Stunden auf den Beinen.

Wie es um die Zukunft der nun betroffenen Firma steht, ist unklar. Bürgermeister Holme spricht von einem Totalschaden, den der Betrieb mit seinen rund 50 Mitarbeitern erlitten habe. Laut Polizei beläuft sich die Schadenssumme auf rund fünf Millionen Euro – alleine die in der Halle gelagerten Akkus waren offenbar mehr als eine Million Euro wert.

Erinnerungen an 2011 - Großbrand in der Firma Nonnenmacher

Rund 120 Feuerwehrleute mussten Ende April 2011 in Dürrn gegen die Flammen in der Werkzeugbau-Firma Nonnenmacher kömpfen. Bürgermeister Norbert Holme berichtete damals von „einer gewaltigen Feuersbrunst mit zehn bis 15 Meter hohen Flammen“. 

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem verheerenden Großbrand konnte die Werkzeugbau-Firma Nonnenmacher die Eröffnung des Neubaus an alter Stätte feiern. Das sei vor allem der Nachbarschaftshilfe von Firmen und den engagierten Mitarbeitern zu verdanken, so Kurt Nonnenmacher. Die Mitarbeiter hätten sich am Morgen nach dem Brand auf dem Trümmern der Fabrik versammelten und sofort an die Bergung und Dekontamination der völlig verrußten Maschinen machten. Innerhalb weniger Woche wurde die Produktion in einer leerstehenden Montagehalle der Firma IMO in Königsbach provisorisch wieder in Betrieb genommen. tok

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