Pforzheim. Erst bewies er seine Fähigkeiten als Autoknacker und dann als Catcher, doch am Ende musste sich der 27-jähriger Litauer der konsequent zupackenden Polizei ergeben. Jetzt sitzt der junge Mann in Untersuchungshaft, während die Kripo prüft, ob der Tatverdächtige nicht noch für andere Autoaufbrüche in Frage kommt.
In der Nacht zum Samstag soll der 27-Jährige einen an der Wilhelm-Becker-Straße auf der Wilferdinger Höhe in Pforzheim geparkten BMW aufgebrochen, teure Fahrzeugteile demontiert und diese dann entwendet haben. Allerdings wurde der Tatverdächtige durch den Eigentümer bei der Tat überrascht, woraufhin der Litauer mit den zuvor ausgebauten Fahrzeugteilen flüchtete. Der Eigentümer rannte dem Mann hinterher und konnte ihn kurze Zeit später einholen und festhalten.
Dem dringend Tatverdächtigen gelang es jedoch, sich durch Schlagen und Winden aus dem Haltegriff zu befreien. Hierbei wurde der BWM-Besitzer verletzt. Er konnte aber durch Rufen Anwohner auf sich aufmerksam machen, die die Polizei verständigten. Die herbeigeeilten Beamten konnten den Mann festnehmen und auch das Diebesgut sicherstellen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe/Zweigstelle Pforzheim wurde der 27-Jährige dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ.
BMW als bevorzugtes Objekt der Begierde von Autoknackern
In der U-Haft werden die Ermittler nun sicherlich auch prüfen, ob der mutmaßliche Autoknacker auch für Autoaufbrüche auf dem Gelände eines Autohandels an der Karlsruher Straße in Frage kommt. Hier wurden in der Nacht vom 23. auf den 24. April über 20 hochwertige BMW aufgebrochen. Erbeutet wurden Fahrzeugteile, die die Täter selbst ausgebaut haben. Gestohlen wurden damals hochwertige Scheinwerfer und Lenkräder - und zwar so, dass die Beute unbeschädigt blieb und weiterverkauft werden konnte. Das sah nach einer Arbeit von Spezialisten aus. Der Schaden wurde auf mindestens 100.000 Euro geschätzt.
Und: Im Dezember 2019 stand ein 30 Jahre alter Litauer vor dem Schöffengericht in Pforzheim. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn angeklagt, vor einem Autohaus auf der Wilferdinger Höhe in der Nacht auf den 11. September 2017 insgesamt 13 Autos aufgebrochen und Navigationsgeräte, Lenkräder und Airbags ausgebaut zu haben. Aber es kommt noch heftiger: Bei Hunderten von Autoaufbrüchen soll eine Bande von litauischen Dieben mindestens 1,35 Millionen Euro erbeutet und mehrere Millionen Euro Schaden verursacht haben. Seit Dezember 2017 seien 13 Verdächtige festgenommen und viele von ihnen schon verurteilt worden, teilten die Staatsanwaltschaften Heilbronn und Mosbach Anfang August 2019 mit. Die Männer hätten es vor allem auf Navigationsgeräte und Lenkräder abgesehen und eine besondere Vorliebe für die Marke BMW gehabt. Sie stammten alle aus derselben litauischen Stadt. Ihre Spur führte durch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Belgien.
Seit Jahren werden im Stadtgebiet von Pforzheim wie auch immer wieder im Enzkreis bevorzugt BMW – wie jetzt auch im aktuellen Fall an der Wilhelm-Becker-Straße – aufgebrochen. Beliebte Beute: Vor allem Navigationsgeräte, aber auch teure Lenkräder. In vielen Fällen wurde dahinter das Werk einer Bande vermutet, die durch die Gegend zieht und dabei immer mal wieder
Prozess gegen Bande von Autodieben aus Polen
Ende April stand in Heilbronn solch eine Bande aus Polen vor Gericht. Die sieben Männer sollen bundesweit die komfortablen, aber letztlich doch anfälligen Funk-Öffnungssysteme (Keyless-Go) ausgenutzt haben, um mindestens 27 Autos im Wert von rund 1,4 Millionen Euro zu knacken und zu stehlen. Die Diebe täuschen mit sogenannten Funkverstärkern das Signal des Keyless-Go-Systems vor und können so die Wagen öffnen - das Auto verschwindet dann geräuschlos in Richtung Landesgrenze.
Auf die Spur der Bande kamen die Ermittler nach monatelanger Suche. Mehrere Männer konnten sie auch auf frischer Tat und mit laufenden Motoren schnappen. Die Autos wurden zwischen März und November 2019 in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt gestohlen.
Der ADAC fordert von den Autoherstellern einen besseren Schutz. Technisch sei das möglich, teilt er mit. Der Verband hatte im vergangenen Jahr etwa 300 Modelle getestet. Hier >>> in diesem Artikel <<< gibt es mehr dazu.


Fachmännischer Beutezug: Diebe klauen BMW-Teile im Wert von 100.000 Euro von Autohaus auf der Wilferdinger Höhe


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Bei Autoaufbruch auf frischer Tat ertappt


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