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Enttäuschte Gesichter beim Pforzheimer SPD-Kreisvorsitzenden Frederic Striegler (Zweiter von rechts) und der Bundestagsabgeordneten Katja Mast (rechts).  Foto: Ketterl 

Das befürchtete Desaster: AfD drei Stimmen vor der SPD im Wahlkreis Pforzheim

Pforzheim. Frederic Striegler flüchtet sich in Sarkasmus: „Ich kann gar nicht verstehen, dass nur noch so wenig los ist“, sagt der Pforzheimer SPD-Kreisvorsitzende. „Bei dem Wahlergebnis.“ Es ist 20.30 Uhr, noch zehn der gut 40 Wahlkämpfer, die die Ergebnisverkündung im SPD-Büro an der Jörg-Ratgeb-Straße verfolgt haben, sind vor Ort. Die meisten davon im Nebenraum, im Fernseher läuft die „Elefantenrunde“. Enttäuscht wirken die Sozialdemokraten, klar. Auch niedergeschlagen. Aber überrascht? Das nicht. „Das Ergebnis hat sich abgezeichnet“, sagt Striegler.

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An Haustüren und Wahlkampfständen habe er „mitunter das Gefühl gehabt, nicht mehr durchzudringen“. Manche Wähler hätten gar nicht mehr diskutieren, sondern nur noch ihre Wut loswerden wollen. Auch die Direktkandidatin Katja Mast spricht von „Momenten, in denen man gespürt hat, dass es zu solchen Ergebnissen kommen kann – zum Beispiel bei Werkstor-Aktionen“. Sie sei mit verbalen Aggressionen konfrontiert gewesen, wie sie sie „noch nie erlebt“ habe.

31.611 Erststimmen (19,1 Prozent) vereint sie im Wahlkreis Pforzheim/Enzkreis am Ende auf sich, liegt so gut 5000 Stimmen vor dem AfD-Kandidaten Waldemar Birkle. Bei den Zweitstimmen liegt ihre SPD, so das vorläufige Endergebnis, gar drei Stimmen hinter der AfD.

Im Bundestag wird Mast die Region dennoch weiter vertreten, über die SPD-Landesliste verteidigt sie ihr Mandat. Und doch: „So ein Ergebnis macht etwas mit einem“, räumt sie ein. Der Wahltag sei eine „harte Zäsur für die Bundesrepublik Deutschland, dass über 70 Jahre nach Kriegsende wieder Rechtsextreme im Bundestag sitzen werden“. Und ganz egal, wie hart der Wind wehe: „Ich werde als Sozialdemokratin immer dagegen kämpfen.“ Diesen Kampf, macht Mast deutlich, wolle sie am liebsten aus der Opposition heraus führen: „Wir nehmen die Oppositionsrolle an.“ Auch Striegler fordert eine „klare Kante“ gegen die AfD, die er für „antidemokratisch“ hält. Der Pforzheimer Kreisvorsitzende ist es auch, der aus dem Wahlergebnis am Ende doch noch etwas Positives liest: Anders als bei den vergangenen Wahlen, scheine das Pforzheimer Erststimmenergebnis der SPD über dem Schnitt in Baden-Württemberg zu liegen. „Aber das“, sagt er, „ist jetzt natürlich auch kein Trost.“

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