Kompliziert zu reinigen waren die Graffiti an der Werderbrücke, an deren Sockel vorerst zirka 80 Quadratmeter einer Sandstein-Wandfläche gereinigt wurden.
Polizei
Pforzheim
Elf Sprayer reinigen mit dem Anti-Graffiti-Mobil rund 500 Quadratmeter in der ganzen Stadt
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Pforzheim. Sie haben Wände und Mauern besprüht und sie haben diese wieder gereinigt. Nicht ganz freiwillig allerdings, denn diese Reinigungsaktion in der Pforzheimer Innenstadt war ein Einsatz des Anti-Graffiti-Mobils. Und wer hier Farbschmierereien entfernt, wurde zuvor von der Justiz dazu verdonnert, Arbeitsstunden für diese Aktion abzuleisten.

Neben dem Leiter des Haus des Jugendrechts, Martin Duske, sowie dem Verantwortlichen des Anti-Graffiti-Mobils, Volker Weingardt und weiteren Beamten der beiden Innenstadtreviere Pforzheim-Nord sowie -Süd, waren auch die Technischen Dienste der Stadt Pforzheim mit zwei Strahltrupps im Einsatz. Die Hochdruckreiniger der Stadt Pforzheim sind für besonders hartnäckige Verschmutzungen erforderlich und werden bei gemeinsamen Einsätze des Anti-Graffiti-Mobils und der Technischen Dienste häufig benötigt.

Ohne die ehrenamtlich arbeitenden Betriebe der Malerinnung Pforzheim/Enzkreis/Neuenbürg wäre das Anti-Graffiti-Mobil nicht denkbar, und auch bei dieser Aktion waren die Maler-Profis mit Rat und Tat dabei. Vier Handwerksbetriebe der Innung opferten ihren freien Samstag, um die Aktion zu unterstützen. Besonders erfreulich hierbei, dass neben den schon seit längerem vertretenen Malern zweier Pforzheimer Unternehmer nun zwei weitere Firmen aus Pforzheim und Königsbach-Stein zur Unterstützung mit im Boot waren. Somit können auch in Zukunft die Einsätze mit dem Anti-Graffiti-Mobil auf mehrere Schultern verteilt werden.

Insgesamt elf Jugendliche hatten an diesem Tag nach Sachbeschädigungen durch Graffiti von der Justiz auferlegte Arbeitsstunden abzuleisten. So kam es im Laufe des siebenstündigen Arbeitstages mehrfach dazu, dass die Jugendlichen ihre eigenen Schmierereien entfernen mussten. Unbeeindruckt von einem kurzen Regenschauer waren kurz nach 8 Uhr insgesamt sieben Teams im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um die Verschmutzungen der letzten zu beseitigen. Einzelne Teams waren bis nach Würm gefahren, um auch dort angefallene Schmierereien zu entfernen.

Insbesondere die Hinterlassenschaften einer Tatserie aus dem Frühjahr mit mehreren Hundert Graffitis in Büchenbronn, auf dem Sonnenhof, in der Nordstadt, der Südstadt, der Weststadt sowie der Innenstadt mit einem geschätzten Schaden von mehreren 10.000 Euro und acht ermittelten tatverdächtigen Jugendlichen aus dem Pforzheimer Bereich beschäftigte die fleißigen Helfer. Eindrucksvoll waren auch die Arbeiten an der Werderbrücke, an deren Sockel vorerst zirka 80 Quadratmeter einer Sandstein-Wandfläche gereinigt wurden. Die Verunreinigungen mussten mehrfach mit einem Spezial-Gel behandelt und nach einer kurzen Einwirkzeit vom Team der Technischen Dienste mit den Hochdruckreinigern abgestrahlt. Damit konnten mit viel Mühe sämtliche Schäden entfernt werden.

Eingebunden in die Aktion war natürlich auch der Bürgerverein Nordstadt. Durch einige Mitglieder und Vorsitzende Heike Kuppinger wurden die Einsatzkräfte organisatorisch unterstützt und auch verpflegt.

Insgesamt wurden an zirka 140 Objekten rund 520 Graffitis und Tags mit einer Fläche von annähernd 500 Quadratmetern beseitigt. Auch für die Jugendlichen war es ein erfolgreicher Tag. Durch das Ableisten ihrer Arbeitsstunden erfüllten sie die Auflagen der Justiz.   

Übrigens: Nicht nur "die Jugend von heute" kommt auf die Idee, sich an Wänden zu verewigen. Ein witziges Beispiel dafür liefert der Hadrianswall im Norden Englands, bei dem ein Penis-Graffiti nun zu besonderen Ehren kommt, wie unser Video zeigt.

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