Pforzheim. Diese Geschichte treibt Tierfreunden Tränen in die Augen: Die Stadttaubenhilfe hat in Pforzheim Tauben gefunden, denen offenbar mutwillig der Schnabel abgeschnitten wurde – eine schlimme Form von Tierquälerei. Die Tierrechtsorganisation PETA hat 1.000 Euro zur Belohnung ausgesetzt, falls ein Hinweis zur Ergreifung des Täters führt.
Passiert sein soll das bereits am 1. Oktober. Die Stadttaubenhilfe Pforzheim fand eine der verletzten Tauben an der Hohenzollernstraße auf einem Supermarkt-Parkplatz. Ein Unfall wird nach einer tierärztlichen Untersuchung ausgeschlossen, heißt es in einer von PETA veröffentlichten Pressemitteilung. Bereits Mitte September wurde in der gleichen Straße eine Taube mit einer ähnlichen Verletzung entdeckt. Raphael Fiedler, Sprecher des Polizeipräsidiums in Karlsruhe, bestätigte das auf Nachfrage von PZ-news.
Die beiden Tiere haben durch die Misshandlung viel Blut verloren und sind stark traumatisiert. Die Stadttaubenhilfe hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Um die Suche nach dem mutmaßlichen Täter zu unterstützen, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zu seiner Ermittlung führen. Zeugen können sich unter der Telefonnummer (01520) 7373341 oder per E-Mail unter whistleblower@peta.de melden – auch anonym.
Laut Fiedler seien die Ermittlungen in diesem Fall sehr schwierig, da er bereits zeitlich etwas zurückliege und man auf Zeugenhinweise angewiesen sei. Die Spezialeinheit "Gewerbe- und Umweltdelikte" kümmert sich nun darum. Allerdings stuft der Pressesprecher den Tatbestand auch als "besondere Quälerei" und "Verstümmelung" ein. Dem Täter drohen eine Geldstrafe oder gar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, so Fiedler weiter. Auch er bittet um Hinweise an das Polizeirevier Pforzheim-Nord unter der Rufnummer (07231) 1863211.
Schon im Oktober 2015 wurde laut PETA eine Taube, in deren Bauchraum zwei Angelhaken gebohrt waren, in einer Parallelstraße gefunden. Möglicherweise war auch dies die Tat eines Tierquälers.
"Bitte helfen Sie mit, die Misshandlungen an den Tauben aufzuklären", so Judith Pein im Namen von PETA. "Sollte tatsächlich ein Tierquäler den Vögeln vorsätzlich Schmerzen zugefügt haben, hat er sich strafbar gemacht und muss zur Rechenschaft gezogen werden. Tauben in Pforzheim müssen vor weiteren Übergriffen geschützt werden. Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes (...)."
Immer wieder gibt es Fälle in Deutschland, aber auch in Pforzheim und der Region, die Tierfreunden den Atem verschlagen. Hier sind nur einige davon:
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