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Bei dem Unfall ist eine der Lkw-Fahrer ums Leben gekommen. © Tilo Keller
Die beiden beteiligten Lkw auf der A8. © Tilo Keller
16.01.2019

Lkw-Fahrer stirbt bei A8-Unfall - Langer Stau - Gaffer behindern Einsatzkräfte

Pforzheim/Niefern-Öschelbronn/Wurmberg. Bei einem tragischen Unfall ist auf der A8 zwischen Pforzheim-Süd und -Ost am Mittwochvormittag ein Lkw-Fahrer ums Leben gekommen. Die A8 ist in Fahrtrichtung Karlsruhe bereits seit mehreren Stunden voll gesperrt. Am Rande des Unfalls kam es zu unschönen Szenen: Opfer und Helfer wurden im Rettungswagen von Schaulustigen gestört.

Laut Polizei war ein 59 Jahre alter deutscher Lkw-Fahrer gegen 10.40 Uhr aus bisher ungeklärter Ursache Höhe Wurmberg an einem Stauende auf einen weiteren Lkw aufgefahren. Durch die Wucht des Aufpralls kippte das Zugfahrzeug des vorderen Lkw-Gespanns auf die Seite, wobei sich der betreffende Lkw-Fahrer selbst aus dem Wrack befreien konnte. Er wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus transportiert.

LKW-Fahrer stirbt nach Auffahrunfall auf A8

Der mutmaßliche Unfallverursacher wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und wurde von den herbeigeeilten Rettungskräfte geborgen. Sie versuchten noch, den Mann zu reanimieren, jedoch kam für den 59-Jährigen jede Hilfe zu spät. Er verstarb noch an der Unfallstelle.

Vollsperrung und kilometerlanger Stau

Im Zuge der ärztlichen Versorgung kam ein Rettungshubschrauber zum Einsatz. Die A8 musste für die Unfallaufnahme und aufgrund der Landung des Rettungshubschraubers und der Aufräumarbeiten für mehrere Stunden voll gesperrt werden. Der Stau betrug bis zu zwölf Kilometer Länge. Der Verkehr in Fahrtrichtung Karlsruhe wird aktuell noch bei der Anschlussstelle Heimsheim ausgeleitet. Von dort staut es sich bis Leonberg-West rund sechs Kilometer weit zurück. Für die Autofahrer, die zwischen Heimsheim und der Unfallstelle bei Pforzheim-Süd warten mussten, wurde der Stau zuerst aufgelöst. Bis 15.40 Uhr, so die Polizei, sollte der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen am Unfallort vorbeigeleitet sein. Dann sollen zwei große Kranwagen die beiden Lkw bergen.

Eine Freigabe der nun ab Heimsheim voll gesperrten A8-Richtungsfahrbahn wird es dennoch erst zwischen 17.30 Uhr und 18 Uhr geben können, denn für die Bergung wird die ganze Breite der A8 benötigt. Der hintere, rund sechs Kilometer Teil des Staus von Leonberg-West bis Heimsheim wird sich also erst in den Abendstunden auflösen.

Dem Fernverkehr wurde eine weiträumige Umfahrung über die A81 und A6 empfohlen. Erste Schätzungen bezüglich der Schadenshöhe belaufen sich auf rund 160.000 Euro.

Bildergalerie: Lkw-Fahrer stirbt bei tragischem Unfall - Vollsperrung auf A8

Schaulustige belästigen Opfer und Retter

Zwei bisher unbekannte Gaffer waren laut Aussagen der Polizei so dreist, die Tür des Krankenwagens zu öffnen, um einen schwerstverletzten 59-jährigen Lastwagenfahrer, der – letztlich vergebens – reanimiert werden sollte, zu fotografieren. Das DRK jedoch relativiert: Mehrere Autofahrer hätten von einer Anhöhe aus die Szenerie mit ihren Handys festgehalten. Eine weibliche Person sei besonders aufdringlich geworden und habe mehrfach versucht, einen Blick in den Krankenwagen zu erhaschen. Empörung herrscht neben der Polizei auch beim Roten Kreuz. „Das ist nicht nur Respektlosigkeit von Gaffern – das ist Behinderung von Einsatzkräften“, sagt Daniela Kneis, Sprecherin des DRK-Kreisverbands.

Wer hierzu sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich mit dem Autobahnpolizeirevier in Pforzheim unter (07231) 125810 in Verbindung zu setzen.

Feuerwehr und Polizei über die Rettungsgasse

Wie Martin Rühle von der Feuerwehr Heimsheim gegenüber dem Videoteam von PZ-news erklärte, sei die Bildung der Rettungsgasse "eine Katastrophe" gewesen. Die Verzögerung habe die Wehrleute rund drei Minuten gekostet – viel Zeit, wenn es dabei um die Rettung eines Menschenlebens geht. 

Roland Bäuerle, Leiter des Autobahnpolizeireviers in Pforzheim, sagte, dass die Rettungsgasse aus seiner Sicht größtenteils funktioniert habe. Ein Autofahrer hatte allerdings seine Tür geöffnet und war augestiegen.

Die Feuerwehren Pforzheim und Heimsheim waren mit 40 Kräften im Einsatz, das DRK mit zwei Rettungswagen, einem Notarzteinsatzfahrzeug und dem organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes.

Was zahlen Rettungsgassen-Sünder?

Ein Verstoß gegen die Rettungsgasseregeln kostet zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei plus ein einmonatiges Fahrverbot plus im einfachsten Fall 200 Euro. Je nach Behinderungs- oder Gefährdungsgrad können es auch 320 Euro werden. Gaffer, die extra langsam am Unfallort vorbeifahren, um mit dem Handy zu filmen, müssen mit einem Punkt und 100 Euro rechnen.

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A8-Unfallschwerpunkt zwischen Pforzheim-Süd und -Ost

Dort, wo der dreispurige A8-Ausbau von Stuttgart her endet, weiter vorn die Zufahrten der Raststätte und die unsicher dimensionierte Anschlussstelle Pforzheim-Ost den Verkehr ausbremsen, liegt der große Unfallschwerpunkt der A8 in der Region. Die Reduzierung von drei auf zwei Spuren zwischen Pforzheim-Süd und -Ost ist ein ständiger Gefahrenherd. Von Stuttgart kommende Pendler erleben hier etwa ab 17 Uhr ziemlich sicher einen Stau. Obwohl es auf der südlichen Fahrbahn von Pforzheim-Nord bis -Ost ähnliche Bedingungen gibt, kracht es auf der nördlichen Fahrbahn im Enztalbereich rund dreimal so viel. Für den gesamten Autobahnverlauf zwischen Heimsheim und Karlsbad gilt, so Erster Polizeihauptkommissar Joachim Zwirner, Leiter Sachbereich Verkehr im Polizeipräsidium Karlsruhe: Rund 65 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden passieren in Fahrtrichtung Karlsruhe, also doppelt so oft als in Fahrtrichtung Stuttgart.

Unfallschwerpunkt A8 bei Pforzheim-Ost

Hier kracht es auf der A8 am häufigsten:

VIDEO: Unfallschwerpunkt A8 bei Pforzheim-Ost - Polizeihauptkommissar Joachim Zwirner berichtet

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Unfallschwerpunkt auf A8 liegt zwischen Pforzheim-Süd und -Ost

Artikel: Verkehrsexperte der Polizei: Autobahnbrücke auf A8 böte mehr Sicherheit

Unfallschwerpunkt: Karte zeigt A8-Unfälle bei Pforzheim

Dr. Dolittle
16.01.2019
Lkw-Fahrer stirbt bei A8-Unfall - Langer Stau - Gaffer behindern Einsatzkräfte

Nicht nur dass sich da ein paar Gaffer am Unglück anderer ergötzen, nein sie behindern auch noch die Einsatzkräfte... Beweist leider wieder einmal, dass manche ihren Kopf nur alleine dafür haben damit es oben nicht rein regnet! mehr...

Meiricher
17.01.2019
Lkw-Fahrer stirbt bei A8-Unfall - Langer Stau - Gaffer behindern Einsatzkräfte

Ich verstehe nicht, warum man diese hirnamputierten und sensationsgeilen Gaffer nicht einfach festnehmen kann. Dann Strafanzeige. Die Strafen sind viel zu gering. Schlimm zu sehen, wohin sich unsere Gesellschaft bewegt. Dieses Gafferpack ist einfach asozial! mehr...

Faelchle
17.01.2019
Lkw-Fahrer stirbt bei A8-Unfall - Langer Stau - Gaffer behindern Einsatzkräfte

Ich habe keine andere Antwort als drakonische Maßnahmen: Schnellverfahren und einbuchten, Argumente ziehen bei diesem Personen nicht mehr. mehr...

Dr. Dolittle
17.01.2019
Lkw-Fahrer stirbt bei A8-Unfall - Langer Stau - Gaffer behindern Einsatzkräfte

Eigentlich fände ich es gut wenn man solche Gaffer zu einem ordentlichen Satz Sozialstunden - min. 80 Std. - in einer Unfallklinik verdonnern könnte. Vielleicht würde dadurch doch noch bei dem einen oder anderen die Gehirntätigkeit etwas angeregt... Wenn ich recht informiert bin, ist sowas aber nur im Jugendstrafrecht möglich, oder?... mehr...