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Der Prozess um den getöteten Schmuckhändler wird im Landgericht Karlsruhe verhandelt.  Foto: PZ-Archiv/Meyer 

Prozess um getöteten Schmuckhändler aus Pforzheim: Muss der Angeklagte Schadenersatz bezahlen?

Mit einer Entscheidung im Fall des getöteten Pforzheimer Schmuckhändler ist voraussichtlich noch im Juni zu rechnen. Einem mittlerweile 37-Jährigen aus dem Landkreis Calw wird vorgeworfen, am 21. Juni 2019 einen 57-jährigen Schmuckhändler getötet zu haben. Nach einer Prozesspause gab die Schwurgerichtskammer am Landgericht Karlsruhe am Dienstag bekannt, dass eine Urteilsverkündung für den 29. Juni vorgesehen ist.

Urteil könnte später fallen

Allerdings ließ Oberstaatsanwalt Harald Lustig wissen, dass bei neuen Erkenntnissen das Urteil später fallen könnte. Am Freitag soll eine Rechtsmedizinerin aus Straßburg Aufschluss über den von der Staatsanwaltschaft vorgetragenen Strangulations-Vorwurf geben.

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Nach dem Auffinden der Leiche in Soultz-sous-Forêts hatten Gerichtsmediziner starke Einblutungen im Hals-, Rücken- und linken Brustbereich entdeckt. Dies wurde von einem Gutachter aus Heidelberg in Frage gestellt, allerdings fand die Obduktion am stark verbrannten Leichnam in Deutschland erst mehrere Wochen nach dem Leichenfund statt.

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Nebenklagevertreter fordert Schadensersatz

Nebenklagevertreter Markus Schwab stellte am Dienstag zudem ein Adhäsionsverfahren. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, in dem ein zivilrechtlicher Anspruch bereits im Strafprozess erfolgen kann. In seiner Erklärung forderte Schwab einen Schadenersatz von knapp 100.000 Euro. Dieser setzt sich aus dem gestohlenen Schmuck, einer Armbanduhr des Opfers sowie nicht gelieferten Brillanten und den Beerdigungskosten zusammen.

Ebenso stellte Schwab einen Anspruch auf Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 40.000 Euro für die Ehefrau und den Sohn des getöteten Schmuckhändlers. Der Nebenklagevertreter bekräftigte in seiner Erklärung die heimtückische Art des Mordes und stellte als Motiv Habgier heraus. 

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Mehr zum Prozess lesen Sie am Mittwoch, 17. Juni, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.