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Symbolbild: dpa-Archiv 

Prozess um getöteten Schmuckhändler: Bringt Gutachten die Todesursache ans Licht?

Pforzheim/Karlsruhe. Neue Erkenntnisse sind am 13. Verhandlungstag im Fall des getöteten Pforzheimer Schmuckhändlers am Mittwoch weitgehend ausgeblieben. Vor der Schwurgerichtskammer am Karlsruher Landgericht berichtete ein Polizeibeamter erneut von der Auswertung der mobilen Daten des Angeklagten und des Opfers. Ihm zufolge habe es seitens des 57-jährigen getöteten Schmuckhändlers im Juni 2019 lediglich drei mobile Kontaktversuche zum 36-jährigen Angeklagten gegeben.

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Am 21. Juni 2019, dem Tag der Tat, sei das letzte digitale Lebenszeichen des getöteten Schmuckhändlers um 13.29 Uhr aufgetaucht. Dass das Smartphone des Opfers sich um 14.41 Uhr nochmal ins Internet eingeloggt habe, sei laut des Beamten nicht ungewöhnlich, da ein ständiger Datenaustausch stattfinde. Eindeutig belegen konnte der Beamten, dass am vermeintlichen Tatort keine andere mobile Netzeinbuchung von anderen am Verfahren Beteiligten stattgefunden hat. Ein weiterer Beamter bestätigte das Alibi des Brüderpaars, welches geschäftliche Beziehungen zum Angeklagten und dem Opfer pflegte. Dabei hätten sich die Brüder kooperativ gezeigt, ihre Smartphones ausgehändigt und ihre Räumlichkeiten durchsuchen lassen. Im Laufe des Prozesses hatte der Angeklagte behauptet, dass die Brüder die entscheidenden Hinweise für das Verschwinden der Leiche gegeben hätten. Dabei berichtete er von einst zwielichtigen Geschäften der Brüder und dass diese wüssten, was in solchen Situationen zu tun sei.

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Im Gegenzug sollen die beiden den geraubten Schmuck und die Uhr des Opfers im Wert von rund 65.000 Euro gefordert haben. Allerdings entkräftete ein Beamter diesen Vorwurf und schilderte aus der Vernehmung der Brüder, dass diese vom Angeklagten bedroht worden seien. Einen eingeschmolzenen Goldbarren stellen die Beamten am 29. Juni sicher.

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Der Vorsitzende Richter Alexander Lautz ließ am Mittwoch verlauten, dass der Prozess nun bis 16. Juni unterbrochen wird. Drei Tage später wird eine Sachverständige über die Obduktionsergebnisse aus Frankreich berichten. Ein Sachverständiger aus Heidelberg hatte die Strangulationsspuren am Opfer relativiert und schilderte, dass diese entstanden sein könnten, als der Angeklagte das Opfer in sein Auto schleppte. Jedoch ist das Heidelberger Gutachten als problematisch einzustufen, da dieses erst einige Wochen nach Auffinden der stark verkohlten Leiche angefertigt wurde.

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