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Fündig geworden: Baudezernentin Sibylle Schüssler und OB Peter Boch.
Fündig geworden: Baudezernentin Sibylle Schüssler und OB Peter Boch. © Neff
22.12.2017

Neues Gewerbegebiet auf der Wilferdinger Höhe: Stadt ebnet Porsche den Weg

Drei Botschaften hatten Oberbürgermeister Peter Boch und Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler gestern in Sachen Gewerbeflächen zu verkünden: Die Entwicklung des Gewerbegebietes Ochsenwäldle wird aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter verfolgt. Als Alternative dazu rückt das Gebiet Klapfenhardt (Wilferdinger Höhe) in den Fokus – mit einer angedachten Fläche von maximal 68 Hektar ist es sogar größer als Ochsenwäldle und ließe sich unter Umständen schneller entwickeln als dieses.

Zudem wird die Entwicklung des Gewerbegebiets „Südlich des Hohbergs“ (Viertes Kleeblatt) – dessen Größe liegt bei etwa 30 Hektar – mit hoher Priorität weiter vorangetrieben.

Den Namen Porsche als potenziellen Investor zu nennen, vermied der OB am Freitag ganz bewusst. Der Stuttgarter Autobauer sucht bekanntlich zusätzliche Flächen in der Region für seine externen Entwicklungspartner und Zulieferer. Im Pforzheimer OB-Wahlkampf hatte der damalige Amtsinhaber Gert Hager die zügige Erschließung des Ochsenwäldles propagiert. Das Oberzentrum stehe dabei im Wettbewerb mit dem Umland. Das hatte Uwe-Karsten Städter, Vorstand Beschaffung, gegenüber der PZ deutlich gemacht. Es ging um zehn bis 15 Hektar des in Planung befindlichen Gewerbegebiets Ochsenwäldle. Diese hatte sich der Automobilhersteller reservieren lassen – sie stünden voraussichtlich ab 2023/24 zur Verfügung, erklärte Hager damals.

Wie berichtet, lief unterdessen für das Areal an der Autobahnauffahrt Pforzheim-Süd ein beschleunigtes Verfahren. Das Ergebnis liegt jetzt vor und ist mehr als ernüchternd: „Für die Abtragung und Verteilung der Erddeponie einschließlich notwendiger Bodenverbesserungsmaßnahmen müssten wir mit geschätzten Kosten von mindestens neun Millionen Euro rechnen, wobei das Kostenrisiko erheblich ist“, so Baubürgermeisterin Schüssler. Auch die Kosten für den Grunderwerb lägen deutlich höher als nach ersten Gesprächen mit der staatlichen Forstdirektion angenommen. Dazu kämen hohe Entwässerungskosten.

Viele Probleme also, die sich bei der Entwicklung von Klapfenhardt so wohl nicht stellen – weder gibt es hier eine Erddeponie. Deshalb wäre die Entwicklung der Fläche, die sich bereits im städtischen Eigentum befindet, um rund 40 Millionen Euro (ohne Entwässerungskosten) günstiger als das Ochsenwäldle. Bis 2023 soll das Gewerbegebiet verfügbar sein.

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