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Mit den Händen vor dem Gesicht sitzt der 42-jährige Syrer, der im März seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in Mühlacker erstochen hat, auf der Anklagebank in Karlsruhe. Links neben ihm hat Verteidigerin Carolin Hierstetter Platz genommen, rechts ein Dolmetscher. Im Hintergrund sind zwei Justizbeamte zu sehen. Foto: Hepfer
Mit den Händen vor dem Gesicht sitzt der 42-jährige Syrer, der im März seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in Mühlacker erstochen hat, auf der Anklagebank in Karlsruhe. Links neben ihm hat Verteidigerin Carolin Hierstetter Platz genommen, rechts ein Dolmetscher. Im Hintergrund sind zwei Justizbeamte zu sehen. Foto: Hepfer
05.10.2018

Lebenslänglich für Syrer: Frau vor den Kindern „förmlich niedergemetzelt“

Mühlacker/Karlsruhe. Der 42-jährige syrische Flüchtling, der am 2. März dieses Jahres in Mühlacker seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit Messerstichen getötet hatte, wurde am Freitag vom Landgericht Karlsruhe zu lebenslanger Haft verurteilt.

In sich gekehrt, mit leerem Blick und scheinbar emotionslos sitzt der 42-jährige syrische Flüchtling gestern nach dem Urteilsspruch im Schwurgerichtssaal des Karlsruher Landgerichts. Dann schlägt er seine Hände wie einen Schutzschild vors Gesicht und kauert dann während der Urteilsbegründung minutenlang mit hängendem Kopf auf der Anklagebank. Seine Verteidigerin Carolin Hierstetter und ein Dolmetscher versuchen dem Mann klarzumachen, dass er wegen des Mordes an seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau am 2. März dieses Jahres in Mühlacker nun eine lebenslange Haftstrafe verbüßen muss.

Hierstetter hatte zuvor als Urteil für ihren Mandanten acht Jahre und sechs Monate wegen Totschlags beantragt, während Ankläger Lars Jaklin in seinem Plädoyer „lebenslänglich“ forderte. Leonhard Schmidt, Vorsitzender Richter der Schwurgerichtskammer, war mit seinen Beisitzern dem Antrag des Staatsanwalts gefolgt. Der 42-jährige Syrer habe aus niedrigen Beweggründen gehandelt, als er seine 37-jährige Frau vor zwei der vier gemeinsamen Kinder mit neun Messerstichen „förmlich niedergemetzelt“ habe, führte Schmidt aus. Vonseiten des Gerichts gebe es keinen Zweifel, dass der Angeklagte in Tötungsabsicht gehandelt habe. Das belege allein schon die Anzahl der Stiche, die der Mann seinem Opfer zugefügt und dabei erkennbar Vernichtungswillen gezeigt habe.

Außerdem machte Leonhard Schmidt in seiner Urteilsbegründung deutlich, dass der 42-Jährige mit seiner Tat ein Zeichen setzen wollte. „Das Motiv war Bestrafung und Rache“, betonte der Vorsitzende Richter, weil sich seine syrische Ehefrau einem anderen Mann zugewandt habe und alles daran setzte, ihm auch noch den letzten Sohn zu nehmen. Nach Überzeugung des Gerichts war gerade dieser Familienstreit um das Aufenthaltsbestimmungsrecht der vier gemeinsamen Kinder Auslöser für „eine schreckliche Bluttat, die die Stadt Mühlacker erschüttert hat“, formulierte Schmidt.

„Der Angeklagte konnte sich nicht damit abfinden, dass seine Frau mit den Kindern und ihrem neuen Mann als Familie zusammenleben wollte.“ Die Wut des Vaters habe sich letztlich auch in dem 16-minütigen und auf der Flucht gedrehten Handy-Video manifestiert, das der Syrer über ein soziales Netzwerk im Internet veröffentlichte. Damit wollte er seine Tat rechtfertigen und verpackte darin auch gleich eine Botschaft, die sich an alle untreuen syrischen Frauen richtete. Das Video habe deutlich gezeigt, dass der Angeklagte aus einem von Hass geprägten Vergeltungs- und Bestrafungsmotiv gehandelt habe, erläuterte Schmidt. Darüber hinaus hatte ein psychiatrischer Gutachter vor Gericht dem 42-Jährigen für den Tatzeitpunkt volle Schuldfähigkeit bescheinigt.

Allerdings stellten die Richter nicht die besondere Schwere der Schuld des Angeklagten fest, wie es Staatsanwalt Lars Jaklin angestrebt hatte. „Gründe, die eine anschließende Sicherungsverwahrung rechtfertigen, hat das Gericht nicht erkennen können“, ließ Schmidt durchblicken. Die Mordmerkmale Habgier, wegen der staatlichen Geldleistungen für die gemeinsamen Kinder, und Heimtücke stuften die Richter als nicht nachweisbar ein. Letzteres vor allem deshalb, weil sich in der Aussage des achtjährigen Sohnes und Augenzeugen der Bluttat zu viele Widersprüche ergeben hatten.

Während der drei Verhandlungstage hatten die Richter alles darangesetzt, die Privatsphäre der Kinder zu schützen. Sie wurden nicht nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt, auch die späteren Plädoyers vor dem Urteil liefen in diesem Rahmen ab.

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Testy
06.10.2018
Lebenslänglich für Syrer: Frau vor den Kindern „förmlich niedergemetzelt“

Der Verbrecher ist Ausländer, er sollte die Strafe in seiner Heimat absitzen. Ein Gefangener kostet den deutschen Staat wohl 100-120 € pro Tag. Gehen wir mal davon aus, dass er wegen "guter Führung" schon nach 15 Jahren wieder draußen ist, dann sind das immernoch ca. 550.000 € was der uns kostet. So werden wir kollektiv bestraft, das sehe ich nicht ein. mehr...

Ladygaga
07.10.2018
Lebenslänglich für Syrer: Frau vor den Kindern „förmlich niedergemetzelt“

@Testy.....ihre Zahl ist PEANUTS im Vergleich zu dem was uns die Kulturbereicherer noch kosten werden. Machen Sie sich schon mal mit dem Gedanken vertraut, daß Sie und Ihre Kinder etwas länger arbeiten dafür und Abstriche u.a. bei der Krankenversorgung in Form von Zuzahlungen hinnehmen müssen. Irgendwer muß ja den Unsinn bezahlen, Mutti und die anderen Volkswohltäter garantiert nicht. mehr...

rostiger ritter
07.10.2018
Lebenslänglich für Syrer: Frau vor den Kindern „förmlich niedergemetzelt“

Schon schade, wenn man immer nur auf die Ausgaben- aber nie auf die Einnahmenseite schaut...;)... mehr...

Testy
07.10.2018
Lebenslänglich für Syrer: Frau vor den Kindern „förmlich niedergemetzelt“

a) Erläutern Sie uns das bitte einmal, was meinen Sie genau? b) Generell hat der deutsche Staat seit jeher ein Ausgabenproblem. Seit mindestens 8 Jahren war jedes Jahr ein Rekordsteuereinnahmejahr, nochmal Rekord (!) und dennoch werden keine Schulden zurückbezahlt, man will gerade mal die schwarze Null. Die Abgaben (Steuern, Gebühren, Beiträge) und sonstige Einnahmen kommen von uns, dass d.h. auch wir haben eine Rekordbelastung von uns. Immerhin die 2.höchset in Europa. Die wird ...... mehr...