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Bewaffneter Gruppenstreit in Nordstadt: Zwei Messer-Opfer, Zeugen schweigen

Pforzheim. Die Nordstadt kommt nicht zur Ruhe. Wiederholte Massenschlägereien und bewaffnete Auseinandersetzungen mit zum Teil immer den gleichen Personen deuten darauf hin, dass hier wohl Gebietskämpfe von zumindest ansatzweise organisierten Gruppen ausgetragen werden, die sich wohl ihre Anteile an kriminellen Geschäften sichern wollen. Bei einer neuerlichen Auseinandersetzung zweier Gruppen sind an der Kronprinzenstraße in Pforzheim in der Nacht zum Sonntag zwei Männer durch Messerstiche verletzt worden.

Beide Opfer der Messerstecherei kamen ins Krankenhaus. Ein 32-jähriger türkischer Staatsangehörige wies Stichverletzungen im Oberkörper auf. Nach erster Einschätzung der Ärzte bestehe bei ihm keine akute Lebensgefahr. Ein 21 Jahre alter Iraker kam mit wohl nicht allzu schweren Messerverletzungen im Bereich des Gesäßes zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Staatsanwaltschaft und Polizei führen die Ermittlungen nun wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts sowie gefährlicher Körperverletzung.

Die Polizei war um 1.40 Uhr zu der Auseinandersetzung vor einer Shisha-Bar an der Kronprinzenstraße gerufen worden. Gleich 21 Streifenbesatzungen eilten zu der Lokalität, wo sich zu dem Zeitpunkt etwa 30 bis 40 Personen aufhielten. Ob diese auch alle an der zuvor gemeldeten Auseinandersetzung beteiligt waren, ließ sich nicht abschließend klären. Mehrere Anwesende wurden vorläufig festgenommen, kamen aber nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß. Mangels Kooperationsbereitschaft von möglichen Zeugen und mutmaßlichen Beteiligten liegen sowohl der Ablauf der Streitigkeiten wie auch die Hintergründe im Dunkeln.

Das kennen die Beamten allerdings schon von den vorangegangenen Schlägereien, bei denen auch schon Messer, Schlagstöcke und andere als Waffen taugliche Dinge im Einsatz waren. Nichts gesehen, nichts gehört, zufällig vor Ort, keine Bekannten erkannt, völlig ahnungslos und total unschuldig - die Polizei trifft bei den ersten Befragungen und späteren Verhören auf scheinbar Blinde, Taube und Stumme. Sprachbarrieren kommen noch hinzu. So bittet die Polizei dringend um Meldungen von Zeugen, die zu dem blutigen Vorfall sachdienliche Angaben machen können. Hinweise nimmt hierzu der Kriminaldauerdienst Karlsruhe unter Telefon (0721) 666-5555 entgegen.

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