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Tatort Brötzingen: Der Ehemann, dessen Frau in einem Mehrfamilienhaus an dieser Straße tödlich verletzt gefunden wurde, hat laut Staatsanwaltschaft gestanden, auf sie eingestochen zu haben. Foto: Meyer
Tatort Brötzingen: Der Ehemann, dessen Frau in einem Mehrfamilienhaus an dieser Straße tödlich verletzt gefunden wurde, hat laut Staatsanwaltschaft gestanden, auf sie eingestochen zu haben. Foto: Meyer
05.06.2019

Bluttat in Pforzheim: Ehemann der getöteten 27-Jährigen gesteht Stiche

Pforzheim. Der Ehemann einer vor zwölf Tagen an den Folgen mehrerer Stiche gestorbenen Syrerin hat in Vernehmungen gestanden, auf seine Frau eingestochen zu haben. Das gab die Pforzheimer Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf PZ-Nachfrage bekannt.

Die 27-Jährige war schwer verletzt im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses in Brötzingen gefunden worden, in dem das Ehepaar mit seinen vier Kindern wohnte, und im Krankenhaus gestorben. Nachbarn hatten infolge einer lautstarken Auseinandersetzung die Polizei gerufen (die PZ berichtete). Der 37-jährige Ehemann wurde unter dringendem Tatverdacht verhaftet und dem Haftrichter vorgeführt, er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Zu den Motiven wollte sich die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Vermutungen, wonach ein möglicher Übertritt der Frau zum Christentum eine Rolle gespielt haben könnte, seien unzutreffend: Religion oder Glaube spielten nach derzeitigem Stand keine Rolle.

Tragische Vorfälle in Tiefenbronn und Brötzingen

Erinnerungen an den Mord in Mühlacker

Auch hier war ein Messer als Tatwaffe im Spiel: Der 42-jährige syrische Flüchtling, der am 2. März 2018 in Mühlacker seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit Messerstichen getötet hatte, wurde vom Landgericht Karlsruhe zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Syrer habe aus niedrigen Beweggründen gehandelt, als er seine 37-jährige Frau vor zwei der vier gemeinsamen Kinder mit neun Messerstichen „förmlich niedergemetzelt“ habe, führte Schmidt aus. Vonseiten des Gerichts gebe es keinen Zweifel, dass der Angeklagte in Tötungsabsicht gehandelt habe. Das belege allein schon die Anzahl der Stiche, die der Mann seinem Opfer zugefügt und dabei erkennbar Vernichtungswillen gezeigt habe.

Außerdem machte Leonhard Schmidt in seiner Urteilsbegründung deutlich, dass der 42-Jährige mit seiner Tat ein Zeichen setzen wollte. „Das Motiv war Bestrafung und Rache“, betonte der Vorsitzende Richter, weil sich seine syrische Ehefrau einem anderen Mann zugewandt habe.

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