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Die Gemeinderatssitzung am Dienstag im Pforzheimer Rathaus wird spannend: Gibt es noch eine Chance für das  Emma Jaeger Bad Pforzheim? Foto: Ketterl/Archiv
Die Gemeinderatssitzung am Dienstag im Pforzheimer Rathaus wird spannend: Gibt es noch eine Chance für das Emma Jaeger Bad Pforzheim? Foto: Ketterl/Archiv
18.03.2018

Ex-Stadtrat fürchtet höhere Kosten für Kombibad: Zweigleisige Planung bei den Bädern gefordert

Pforzheim. Die Gemeinderatssitzung am Dienstag verspricht spannend zu werden. Zuletzt haben sich zahlreiche Fraktionen und Institutionen erneut zu der von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Bäderstrategie geäußert. Oberbürgermeister Peter Boch appelliert daher zuletzt, zu einer gemeinsamen Linie zu finden: „Denn mit jedem weiteren Zeitverlust verlängert sich die Phase, in der das Emma-Jaeger-Bad und das Stadtteilbad Huchenfeld nicht mehr betrieben werden können, neue Wasserflächen aber noch nicht zur Verfügung stehen“, so der Rathauschef. Nun meldet sich kurz vor knapp auch noch Alt-Stadtrat Jörg Müller mit einem weiteren Vorschlag zu Wort.

Er hat nach eigenen Angaben bei der Verwaltung inzwischen angeregt, zweigleisig in eine vertiefende Planung und Kostenermittlung zu gehen. Denn: belastbare Kostenangaben für die angestrebte Kombibadvariante habe die Stadtverwaltung bisher nicht vorgelegt. Damit der Gemeinderat über den Handlungsrahmen des Eigenbetriebs hinaus entscheidungsfähig sei, müsse die Verwaltung die vollständige Bandbreite denkbarer Handlungsoptionen nebst jeweiligem Zuschussbedarf aufzeigen.

Unsicherheiten abbauen

Durch eine zweigleisige Planung bekäme man gesicherter Entscheidungsgrundlagen ohne bei der Realisierung Zeit zu verlieren. „Im Gegenteil könnten Risiken und Unsicherheiten dadurch deutlich abgebaut werden“, glaubt er. „Ich halte es für geboten, eine derart weitreichende und zukunftsprägende Entscheidung wie die Bäderstrategie nicht auf den Entscheidungsrahmen einer momentanen Haushaltsbeschlusslage zu beschränken“, erklärt Müller, der von 1999 bis 2004 für die CDU im Gemeinderat gesessen hatte.

Keine belastbaren Zahlen

Die zur Entscheidung stehenden Lösungen seien dabei unverzichtbar auf belastbare Kostenangaben zu stützen. Dies erachtet er aktuell als nicht gegeben, da die aktuelle Beschlussvorlage belastbare Zahlen für die angestrebte Kombibadvariante gänzlich vermissen lasse. Die stattdessen dort herangezogenen 24,6 Millionen Euro für die Sanierung des Wartberg-Freibades und den Zubau eines Hallenbades seien aus seiner Sicht für die Kombibadlösung nicht übertragbar sein.

„Als Referenz-Objekt für ein Kombibad hatte ich bereits im April 2016 dem damaligen Oberbürgermeister Gert Hager das 2013 in Kassel eröffnete Auebad benannt“, schreibt er. Bei vergleichbarer Gesamtwasserfläche hätten sich dort die Kosten auf 32 Millionen Euro belaufen.

Die Kosten für die 2017 in Langenhagen eröffneten Wasserwelten mit etwa der Hälfte an Wasserfläche hätten 27 Millionen Euro betragen. „Es muss also eher befürchtet werden, dass die derzeit verfolgte Lösung nicht wie angedacht finanzierbar sein dürfte. Kostengünstigere Lösungen für das Emma bleiben in der Beschlussvorlage leider ebenfalls außen vor“, so Müller.

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