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Die Polizei ist am Schloßpark öfters zu sehen.  Foto: PZ-Archiv 

Nach Raubüberfällen: Polizei erhöht Präsenz im Schlosspark

Pforzheim. Nach wie vor sitzen ein 17-jähriger Syrer und ein 21 Jahre alter Afghane wegen des dringenden Tatverdachts des Raubes und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Sie waren – wie vier andere mutmaßliche Täter – festgenommen worden, weil die fünf Asylbewerber und eine 17-jährige Deutsche am vergangenen Wochenende in zwei Fällen im Schlosspark nach Erkenntnissen der Polizei nachts Passanten getreten, geschlagen und ausgeraubt haben sollen. Drei der vier Opfer kamen mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus.

Entwickelt sich der lauschige Schlosspark zwischen Schlossbergauffahrt und dem „Steinernen Geschichtsbuch“ der Stadt, der Schloss- und Stiftskirche St. Michael, zum „Hotspot“ der Kriminalität in der City? Ein Blick zurück zeigt: Der Park war schon immer Schauplatz von Straftaten (wie Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung) und Ordnungswidrigkeiten – in erster Linie begangen von Deutschen.

Polizeipressesprecher Raphael Fiedler kündigt an, dass zumindest am kommenden Wochenende die Polizeipräsenz in der Innenstadt deutlich verstärkt werde, auch unter Einbeziehung der Hundestaffel.

Abschreckung ist das eine – Fahndungserfolg das andere: Am Dienstagvormittag gelang der Polizei nach Fiedlers Angaben die Festnahme eines 16-jährigen Tatverdächtigen. Er gehört mutmaßlich zu den jungen Männern – alle in Deutschland geboren –, die im Verdacht stehen, am vorvergangenen Wochenende,in Brötzingen eine gefährliche Körperverletzung in Verbindung mit Raub begangen zu haben. Es sei Haftbefehl erlassen worden, so Erster Staatsanwalt Bernhard Ebinger auf PZ-Anfrage.

Natürlich macht man sich auch bei der Polizei und der Justiz Gedanken, wie man mit straffälligen Asylbewerbern umgeht. Doch beide Institutionen sind der falsche Ansprechpartner – ohne Haftgrund wie etwa Flucht- oder Verdunklungsgefahr keine Untersuchungshaft. Und ohne rechtskräftige Verurteilung keine Abschiebung. Wenn überhaupt: Das Herkunftsland muss vom Innenministerium als „sicher“ eingestuft werden – also eine Frage der politischen Rahmenbedingungen.

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