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Polizisten, ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes und ein Mitglied des Kriseninterventionsteams der Malteser stehen in der Einfahrt zu einem Wohnhaus. Ein Familienvater steht im Verdacht, seine Frau und einen Sohn getötet zu haben. © dpa
27.05.2019

Drei Tote bei Familiendramen in der Region: Was über die Tatverdächtigen bekannt ist

Pforzheim/Tiefenbronn. Nach den Tötungsdelikten in Tiefenbronn und Brötzingen machen insbesondere in den sozialen Medien viele Spekulationen über die mutmaßlichen Täter die Runde. PZ-news hat die Fakten.

Klar ist nach Angaben der Polizei: Einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen in Tiefenbronn und Brötzingen gibt es nicht.

Fall Tiefenbronn-Mühlhausen: Nach tragischem Tod von Mutter und Sohn: Bestürzung bei Anwohnern

Was war passiert? Ob beim Konzert des Musikvereins Mühlhausen, beim Sportfest in Tiefenbronn oder im Wahllokal: Überall sprachen die Menschen über die schreckliche Attacke eines 60-jährigen Deutschen, der am Samstagmittag in Mühlhausen seine 38 Jahre alte Frau mit türkischen Wurzeln und seinen achtjährigen Sohn getötet haben soll. Der elfjährige Sohn konnte sich gegen 13.15 Uhr mit lebensgefährlichen Verletzungen auf die Straße retten.

Tragische Vorfälle in Tiefenbronn und Brötzingen

Was ist über den Tatverdächtigen bekannt? Der 60-Jährige mutmaßliche Täter war als Geschäftsmann in der Medizintechnik-Branche aktiv: als Geschäftsführer der in dem Bereich tätigen Gesellschaft, wie aus einem Artikel der Stuttgarter Zeitung hervorgeht. Demnach investierte der Deutsche vor drei Jahren rund 6,5 Millionen Euro in ein neues Zentrum für Strahlentherapie in Leonberg. Sein großes Haus in Mühlhausen wurde vor dem Einzug der Familie vor mehr als zehn Jahren aufwendig saniert. Auf  Geldsorgen deutet wenig hin: Nachbarn zählen Marken wie Jaguar, Porsche oder Mercedes auf, die in den Garagen hinter dem hohen Eingangstor abgestellt wurden. Ihren Hauptwohnsitz hatte die Famile jedoch nicht in Tiefenbronn.

Fall Pforzheim-Brötzingen: Nach Tod von 27-Jähriger - Ehemann wird Haftrichter vorgeführt

Was war passiert? Die größte Sorge gilt den vier Kindern. Sie seien so nett, so freundlich, so offen, berichten Nachbarn. Doch am frühen Samstagabend gegen 18.45 Uhr ist es in der Wohnung der Familie an der Kirchenstraße in Brötzingen zu einer furchtbaren Tragödie gekommen, an deren Ende die 27-jährige Mutter tot ist und der 37-jährige Ehemann als dringend tatverdächtig in Haft. Anwohner und Nachbarn berichten von lauten Schreien und davon, dass die Polizei so schnell vor Ort war, dass sie möglicherweise noch vor den tödlichen Stichen alarmiert worden war, denen die junge Frau im Krankenhaus erlag. Schwerstverletzt war sie im Treppenhaus gefunden und umgehend reanimiert worden.

Bildergalerie: Tiefenbronn: 60-Jähriger soll Frau und Kind getötet haben

Was ist über den Tatverdächtigen bekannt? Die Pforzheimer Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Karlsruhe bestätigten am Wochenende, dass der Tatverdächtige der 37-jährige Familienvater ist - und dass dieser Haftrichter vorgeführt wurde. Er ist der Ehemann des Opfers. Ersten falschen Gerüchten zufolge, die sich auch rasch in der großen irakischen Community im Stadtteil Brötzingen verbreiteten, hatte es sich bei der betroffenen Familie um irakische Landsleute gehandelt - dies ist falsch. Nach PZ-Informationen stammt die Familie - und somit auch der Verdächtige - aus Syrien.

[Rückblick: Diese Tötungsdelikte erschütterten die Region - das waren die Urteile]

Mehr Hintergründe zu den beiden Taten lesen Sie am Montag und Dienstag in der "Pforzheimer Zeitung".

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