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In Handschellen wurde der Hauptbeschuldigte, ein 30-jähriger Italiener, aus der Untersuchungshaft in den Schwurgerichtssaal geführt.  Fotos: Meyer/PZ-Archiv 

Fortsetzung im Paulus-Prozess: Wie schildern die anderen Angeklagten die Tat?

Karlsruhe/Enzkreis/Pforzheim. Am Montag geht der Paulus-Prozess vor der Schwurkammer des Karlsruher Landgerichts in die zweite Runde. Um 9 Uhr beginnt der Verhandlungstag, an dem die drei Mitangeklagten Angaben zu ihren persönlichen Verhältnissen machen wollen. Das hatten die Verteidiger der drei Männer aus Pforzheim und dem Enzkreis zum Auftakt angekündigt. Mindestens von einem Beschuldigten ist auch eine darüber hinausgehende Erklärung durch seinen Anwalt zu erwarten. Spannend wird sein, was dabei ans Licht kommt.

Denn im Gegensatz zum Hauptbeschuldigten, der bisher schweigt und in Untersuchungshaft sitzt, haben die drei Mitbeschuldigten laut Polizei und Staatsanwaltschaft bei den Vernehmungen bereits teilweise ausgepackt und sind unter Auflagen auf freiem Fuß.

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Am ersten Prozesstag hatte nach der Verlesung der Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft lediglich der Hauptbeschuldigte, ein 30-jähriger Italiener aus Pforzheim, von seinem bisherigen Lebensweg erzählt. Ihm wird vorgeworfen im vergangenen August den 50-jährigen Büchsenmacher Simon Paulus in Gräfenhausen ermordet zu haben und gut 20 Waffen aus dessen Wohnung geraubt zu haben. Ein 27-jähriger und ein 42-jähriger Deutscher sollen geholfen haben, Waffen und Leiche wegzuschaffen. Zusammen mit einem 26-jährigen Griechen wollten der Italiener und der 27-Jährige laut Staatsanwaltschaft zudem eine 60-Jährige im Enzkreis töten, um an ihr Erbe zu kommen.

Dem Hauptbeschuldigten wird zudem vorgeworfen, seine Ehefrau 2017 und 2018 in fünf Fällen sexuell missbraucht oder vergewaltigt zu haben. Das steht in krassem Kontrast zu dem, was der 30-Jährige selbst von seiner Beziehung erzählt hat.

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Sven Bernhagen

Sven Bernhagen

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