DFB Besuch im Holzhofstadion: Ein Maßnahmenkatalog für die Umsetzing des Pokalspiels gegen Bayer Leverkusen wurde erstellt. Jetzt muss abgewartet werden, wie Stadt und Stadtwerke reagieren und was der 1. CfR Pforzheim umsetzen kann. Foto: Meyer
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DFB-Pokalspiel in Pforzheim: Brisanter Stadtwerke-Brief an die Aufsichtsräte
  • Udo Koller

Pforzheim. Bestimmt erinnern Sie sich noch an die Fußball-WM 1954, an den Endspiel-Kommentar zum entscheidenden 3:2 für Deutschland: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt . . . Tor! Tor! Tor!“ In Pforzheim wird, wenn es um Fußball geht, gelegentlich ebenfalls aus dem Hintergrund geschossen. Gerade jetzt, wenn es darum geht, ob der 1. CfR Pforzheim sein Spiel im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen auf dem Holzhof austragen darf.

Der PZ liegt ein Brief vor, den Dirk Büscher und Roger Heidt an die Mitglieder des Aufsichtsrates der Stadtwerke Pforzheim (SWP) geschrieben haben. Büscher ist Erster Bürgermeister von Pforzheim und Vorsitzender des SWP-Aufsichtsrates, Heidt ist Vorsitzender der SWP-Geschäftsführung. Sie wenden sie sich ausdrücklich gegen eine Genehmigung für den Holzhof. Wörtlich heißt es: „Nach derzeitiger Lage wird die Rathausspitze den Austragungsort Holzhof genehmigen. Dies sieht der Mietvertrag explizit nicht vor.“ Verwiesen wird darauf, dass eigentlich nur noch 1000 Besucher pro Spiel auf dem Holzhof erlaubt sind, in der Partie gegen Leverkusen aber 5000 erwartet werden.

Das Ganze ist politisch delikat, weil die Stadtverwaltung unter der Regie von Oberbürgermeister Peter Boch die Austragung unterstützt. Zu der Rathaus-Spitze, von der die Rede ist, zählt eigentlich auch Dirk Büscher, der wiederum den Brief mit unterschrieben hat. Die Stadt ist Mehrheitseigentümer der Stadtwerke. Die Stadtwerke wiederum sind Besitzer des Holzhof-Areals, seit sie es 2013 von der Stadt gekauft haben. Der Grund: Schutz der Trinkwasserquellen in den Enzauen.

Dass Roger Heidt die Unterstützung aus dem Rathaus für den CfR überhaupt nicht gefällt, ist nachvollziehbar. Er hat sich schon frühzeitig und sehr deutlich gegen eine Austragung des Pokalspiels im Holzhofstadion positioniert. Dass die Stadtspitze den Verein unterstützt, damit er das Spiel im eigenen Stadion austragen kann, ist ebenfalls nachvollziehbar. Die von den sogenannten „Wildpinklern“ ausgehende Gefahr für das Trinkwasser sollte sich mit zusätzlichen sanitären Anlagen in den Griff bekommen lassen.

Apropos pinkeln: Im Brief wird „repressive und auch verzerrende Pressedarstellung“ und „Agitation des Vereinsvorsitzenden“ in Bezug auf das Thema angeprangert. Nun darf man sich auch fragen, wie die Positionierung von Büscher und Heidt gegen den OB (alle CDU) zu werten ist.

Mit diesem Konzept will der CfR das DFB-Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen im Holzhofstadion durchführen. Nur der Mannschaftsbus von Leverkusen (in Rot) soll in die Robert-Bauer-Straße einfahren dürfen und bekommt in Höhe des Hartplatzes seinen Parkplatz. ILLUSTRATIONEN: ARCH.GE

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