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Klimawandel im Südwesten: Werden sich schwere Unwetter mehren? Am Abend des 29. Mai 2016 hatte bei einem Unwetter eine gigantische Lawine mit Geröll den Ort Braunsbach zerstört. 
Klimawandel im Südwesten: Werden sich schwere Unwetter mehren? Am Abend des 29. Mai 2016 hatte bei einem Unwetter eine gigantische Lawine mit Geröll den Ort Braunsbach zerstört.  © dpa
11.05.2017

Debatte um Ursachen des Klimawandels: AfD auf verlorenem Posten

Der Klimawandel ist aus Sicht aller Fraktionen des Landtags außer der AfD von Menschen gemacht und muss auch von ihnen bekämpft werden. Redner von Grünen, CDU, SPD und Grünen sprachen sich am Donnerstag im Landtag dafür aus, Maßnahmen zu ergreifen, um extremen Wetterlagen möglichst vorzubeugen und wenn sie eintreten, die Folgen abzumildern.

Der AfD-Abgeordnete Rainer Podeswa hingegen sagte, extreme Wetterereignisse habe es auch in früheren Jahrhunderten gegeben. Wissenschaftlich eindeutige Beweise für eine Erwärmung Deutschlands gebe es nicht, von Vorhersagen für die Zukunft ganz zu schweigen. Er wandte sich überdies gegen die «Zwangsabschaltung» von Atomkraftwerken. Agrarminister Peter Hauk (CDU) schrieb der AfD ins Stammbuch: Wer den Klimawandel ignoriere, sei eine Gefahr für Mittelstand, Arbeitsplätze und Landwirtschaft im Südwesten.

Anlass für die von den Grünen beantragte Debatte waren die Frostschäden im Obst- und Weinbau, die zu massiven Ernteeinbußen bei den Landwirten führen werden. Die grün-schwarze Koalition will erreichen, dass der Bund den Landwirten steuerfreie Rücklagen für den Katastrophenfall ermöglicht. Hauk betonte, die Hilfe für die betroffenen Bauern seien eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Man müsse Fonds- und Versicherungslösungen gemeinsam diskutieren. Nach früheren Angaben von Hauk werden die Hilfen des Landes die sieben Millionen Euro deutlich überschreiten, die vom Frost betroffene Bauern im Jahr 2011 als Zuschuss erhalten hatten.

Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) erläuterte: «Stürme gab es schon immer, aber die Tatsache der Häufung sollte uns zu denken geben.» Er verwies auf langfristige Temperaturtrends: Die globale Temperatur habe sich zwischen 1980 und 2015 um 0,85 Grad erwärmt, im Südwesten zwischen 1881 und 2015 um 1,3 Grad. Die Wetterextreme hätten zugleich zugenommen, ablesbar etwa auch an der Zahl der Hitzetage mit mindestens 30 Grad, die sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten von fünf auf zehn Tage im Jahr verdoppelt habe.

Der Kampf gegen den Klimawandel werfe auch existenzielle Fragen auf, sagte der Umweltminister. Der Orkan Lothar habe einen Schaden von 8,6 Milliarden Euro verursacht. Untersteller: «Da geht es an die ökonomischen Grundlagen.» Gegensteuern müsse man mit dem Verzicht auf fossile Energien. Er nannte das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als Beispiel für erfolgreiche Klimapolitik. Die Redner von FDP und AfD bezweifelten das, während Gernot Gruber für die SPD feststellte, dass das Gesetz zu einem Anteil der regenerativen Energien von über 30 Prozent beitrage und vielen Länder in Europa und der Welt als nachahmenswertes Beispiel diene.