Stuttgart. Deutschland feiert die Einheit. Nachdem Ministerpräsident Kretschmann am Mittwoch in Stuttgart das zweitägige Bürgerfest eröffnet hat, traf sich am Donnerstag Prominenz aus Politik und Gesellschaft zu den offiziellen Feiern in Stiftskirche und Liederhalle.
{element}{element}Der ökumenische Gottesdienst unter der Leitung des evangelischen Landesbischofs Frank Otfried July und des Erzbischofs Robert Zollitsch rückte das Thema Solidarität in den Mittelpunkt – auch die Abwesenheit von Solidarität: Betroffene und Zeitzeugen stellten die Nöte arbeitsloser junger Menschen, von Menschen mit Behinderung, sowie die schwierige Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen dar. Aber auch die positiven Entwicklungen in diesen Bereichen wurden genannt.
Reine Festtagsansprachen blieben auch anschließend in der Liederhalle aus. Sowohl Ministerpräsident Winfried Kretschmann als auch Bundespräsident Joachim Gauck hielten politische Reden. Kretschmann, als Präsident des Bundesrates Gastgeber der Feier, nutzte seine Begrüßung, um unter großem Applaus für eine Reform des Föderalismus zu werben. „Ich finde, wir brauchen eine grundlegende Diskussion und nachfolgende Entscheidung im Rahmen einer dritten Föderalismuskommission“, sagte er nicht zuletzt in Richtung der ersten Reihe, in der Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert saßen.
Bundespräsident Gauck konzentrierte sich in seiner Ansprache auf drei Problembereiche: die Rolle Deutschlands in der Welt, die digitale Revolution und ihre Auswirkungen sowie die Überalterung der Gesellschaft. Am Ende passten auch bei ihm Kretschmanns Worte: „Da heißt es die nächsten Jahre gut schwäbisch ‚schaffe‘, damit wir es schaffen.“ Fernab von der geschlossenen Veranstaltung steht an diesem 3. Oktober das Bürgerfest im Mittelpunkt. In der gesamten Innenstadt bieten die Veranstalter bis zum Abend Themenstände, Tanzdarbietungen und musikalische Einlagen. Erwartet werden bis zu 400000 Besucher. Für eine Anreise nach Stuttgart empfehlen sich öffentliche Verkehrsmittel oder die Nutzung der Park-and-Ride-Parkplätze.
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