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Die schwarz-gelbe Bundesregierung sieht den Strompreis bis 2020 höher steigen als die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg. Fakt ist: Der Strompreis für den privaten Kunden ist gestiegen, für den gewerblichen Kunden gesunken.
Die schwarz-gelbe Bundesregierung sieht den Strompreis bis 2020 höher steigen als die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg. Fakt ist: Der Strompreis für den privaten Kunden ist gestiegen, für den gewerblichen Kunden gesunken. © dpa
12.06.2012

Grün-Rot: Strompreis steigt bis 2020 um 22 Prozent

Grün-Rot in Baden-Württemberg geht anders als die schwarz-gelbe Bundesregierung nur von einem moderaten Anstieg der Strompreise durch die Energiewende aus. Bis 2020 werde sich der Preis für Privathaushalte zwar um 22 Prozent erhöhen, sagte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Dienstag in Stuttgart.

Zwischen 2002 und 2010 sei der Strompreis um 45 Prozent geklettert - ohne Energiewende. Der Grünen-Politiker berief sich bei der Prognose auf Berechnungen des Leipziger Instituts für Energie. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warnte vor Panik: «Einige versuchen, den Atomausstieg zu diskreditieren.» Untersteller sagte: «Ein Strompreis-Tsunami sieht für mich wirklich anders aus.»

Zu bedenken gilt dabei auch: Während Privatkunden im vergangenen Jahr mehr für Strom bezahlt haben, sind die Preise für Industrie und Stromerzeuger deutlich gesunken. Wie das Verbraucherportal Verivox am Dienstag mitteilte, verteuerte sich Strom für private Haushalte innerhalb eines Jahres um rund 3 Prozent. Die Industrie dagegen bezahlte im April 2012 rund 12 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Ein Verivox-Sprecher erklärte die Preisunterschiede etwa mit Abgabenbefreiungen der Großindustrie. Zudem würden Energieversorger Preissenkungen an der Börse nicht im gleichen Maß an die Kunden weitergeben wie Preissteigerungen. dpa

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