Er wollte alle bisherigen Facebook-Partys übertrumpfen. Jetzt hat ein 20-Jähriger die Quittung bekommen: Mehr als 200.000 Euro fordern die Stadt Konstanz und die Polizei von dem Lehrling.
Er wollte alle bisherigen Facebook-Partys übertrumpfen. Jetzt hat ein 20-Jähriger die Quittung bekommen: Mehr als 200.000 Euro fordern die Stadt Konstanz und die Polizei von dem Lehrling. © dpa
29.07.2012

Lehrling soll für Partyaufruf in Facebook 227.052 Euro zahlen

Für den Aufruf zu einer Facebook-Party in einem Konstanzer Freibad soll ein Lehrling insgesamt 227.052 Euro zahlen. In dieser Höhe habe er Gebührenbescheide erhalten, sagte der 20-Jährige der «Bild am Sonntag».

Umfrage

Über 200.000 Euro Kosten für einen Facebook-Partyaufruf - brauchen wir strengere Gesetze für die Internetnutzung?

Ja 70%
Nein 26%
Mir egal 4%
Stimmen gesamt 367

Sein Kommentar: «Wenn ich jetzt diese Beträge sehe, wird mir schlecht.» Auslöser war wohl Übermut: «Ich war mal als Gast auf anderen illegalen Facebook-Partys und dachte immer: Da geht noch mehr. Das kannst du noch besser machen.»

Ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart sagte der Zeitung: «Die Kosten werden wir selbstverständlich gemäß der Gebührenordnung des Landes einfordern.» Die Einladung zu dem später von der Stadt verbotenen Fest Anfang Juli hatte rund 12.000 Menschen erreicht.

In einem Brief des Amtsgerichts, den das Blatt abgedruckt hat, heißt es, der Betroffene habe im Sozialen Netzwerk wiederholt zu der Party Anfang Juli aufgerufen. Bei der Veranstaltung wäre es zu erheblichen Sachbeschädigungen, Körperverletzungen sowie zu Übergriffen auf die vor Ort anwesenden Polizeibeamten gekommen. «Durch den Aufruf sind der Stadt Konstanz und der Polizei Kosten von über 200.000 Euro entstanden.» Diese müsse der Lehrling als Verursacher bezahlen. Bei beiden Behörden war am Sonntag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Zeitung listet mehrere Details der Rechnung auf. Demnach entfallen 191.925 Euro auf den Einsatz von 283 Beamten und 5000 Euro für einen Helikopter. Die Stadt verlange 15.000 Euro, ein Kioskbesitzer fordere 16.000 Euro Regress. Zum Vergleich: Der Lehrling verdient dem Bericht zufolge netto 560 Euro im Monat.

Aus Sorge vor einem Ansturm hatte die Polizei vorsorglich das Freibad geschlossen. Nach Angaben von damals hatten gut 30 Menschen einen Platzverweis erhalten. Nach einer ausgearteten illegalen Facebook-Party in Backnang (Rems-Murr-Kreis) wollten die Behörden dem Verursacher mehr als 100.000 Euro in Rechnung stellen.

halli hallo
29.07.2012
Lehrling soll für Partyaufruf in Facebook 227.052 Euro zahlen

Das ist begrüßenswert und richtig. Diesen Dumpfbacken/Partymachern muß das Handwerk gelegt werden. Abschreckung wegen Geldverschwendung der Steuerzahler und Schadensregulierung. Der denkt sein Leben lang dran und soll es auch. Frage: hatte der sein Hirn ausgeschaltet oder hat der überhaupt keins.?? mehr...

dennacher
29.07.2012
Lehrling soll für Partyaufruf in Facebook 227.052 Euro zahlen

Absolut korrekt. Die Kosten müssen mit allen rechtsstaatlich zur Verfügung stehenden Mitteln eingetrieben werden. Wenn es das Budget des Azubi nicht hergibt dann soll er die Schulden mit gemeinnütziger Arbeit begleichen da gibt es in Zeiten knapper Kassen bestimmt viele Arbeiten in der Kommune zu erledigen. (Mähen, Hecken schneiden, Kehren, Müll aussammlen usw.) Irgendwann und irgendwie muss es doch möglich sein diesem sinnlosen Treiben ein Ende zu setzen. mehr...

rollxxx
29.07.2012
Lehrling soll für Partyaufruf in Facebook 227.052 Euro zahlen

Da haben sie nun ein [B]Bauernopfer[/B] gefunden. Konsequenz für den jungen Mann: Keine. Einfach Privatinsolvenz machen. Er wird eh nie mehr verdienen, als die Unpfändbarkeitsgrenze. Nach 6 Jahren sieht die Welt dann wieder anders aus. Lächerlich diese Stadt Konstanz. Als Tourist werde ich dieses Fleckchen Erde nun wegen maximalen Spießertums meiden. mehr...

harry haller
29.07.2012
Lehrling soll für Partyaufruf in Facebook 227.052 Euro zahlen

Dann bitte mit gleicher Münze [U]den Fussballvereinen den Polizeieinsatz in Rechnung stellen?[/U] ... oder wird hier mit zweierelei Mass gemessen? mehr...