400 begeisterte Fans feiern Tim Bendzko und Band. Foto: SWR3/Neithardt
Kultur
Bendzko will kurz in der Trinkhalle Bad Wildbad retten
  • Bruno Knöller

Bad Wildbad. So etwas haben Bad Wildbad und die altehrwürdige Trinkhalle selten erlebt: enthusiastisch jubelnde, begeistert applaudierende, verzückt kreischende und vor allem textsichere Fans. Möglich macht das Hitparaden-Stürmer Tim Bendzko. Aber auch ein örtliches Rateteam mit Bürgermeister-Stellvertreter Jochen Borg an der Spitze, das sich in einem vom Rundfunksender SWR 3 ausgestrahlten Städtewettbewerb den kostenlosen Auftritt des Singer-Songwriters erkämpft hatte.

Schon als die fünfköpfige Band und der gerade 32 Jahre alt gewordene Pop-Star den ersten Kracher „Leichtsinn“ anstimmen, sind die 400 Besucher aus dem Häuschen. Schließlich dürfen sie ihrem Idol bei diesem „Hautnah-Konzert“ ganz nahe sein. Dabei schafft es der ehemalige Theologiestudent genauso, 20.000 Leute in seiner Heimatstadt Berlin auf der Waldbühne mitzureißen. Und nach Bendzkos zweitem Lied „Am seidenen Faden“ bricht es aus ihm heraus: „Was für ein herzlicher Empfang. Einfach großartig, was ihr alles geleistet habt, damit wir hier spielen dürfen.“

Spätestens beim dritten Song „Keine Maschine“ aus seinem Album „Immer noch Mensch“ tanzen oder zumindest wippen auch die älteren Semester mit, und der Funke springt endgültig auf das Publikum über. Dennoch warten alle gespannt auf die Zeilen, die den Gute-Laune-Menschen 2011 berühmt gemacht haben. Sein „Nur noch kurz die Welt retten“ textet er kurzerhand um und singt durchweg „Ich werde jetzt nur noch kurz Bad Wildbad retten“ oder „Ich muss jetzt echt Bad Wildbad retten“. Stolze 148.713 Mails checken, wie Tim Bendzko in seinem Song, musste der örtliche Organisator Jochen Borg zwar nicht. Immerhin aber galt es für ihn aus 442 Mails beziehungsweise Losen die 270 Gewinner zu ziehen, die neben dem Rateteam und Offiziellen die Freikarten aus den Briefkästen fischen durften. Als Bundesvisions-, Echo-, Bambi- und MTV-Europe-Award-Preisträger Bendzko nach 75 Minuten (geplant waren 60 Minuten) mit „Sag einfach Ja“ sich von der Bühne verabschiedet, sieht man nur freudestrahlende Gesichter. Und Trinkhallen-Fördervereinsvorsitzender Martin Hohloch jubelt: „Es macht mich glücklich, dass ein solches Konzert in der Trinkhalle stattfinden konnte.“ Und Bürgermeister Klaus Macks Augen glänzen.