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Der in Königsbach aufgewachsene Künstler Peter Foeller ist zum ersten Mal mit einer Ausstellung in Pforzheim präsent. In der IHK zeigt er neue Arbeiten. Fotos: Seibel
Der in Königsbach aufgewachsene Künstler Peter Foeller ist zum ersten Mal mit einer Ausstellung in Pforzheim präsent. In der IHK zeigt er neue Arbeiten. Fotos: Seibel
08.10.2015

IHK zeigt Bilder von Peter Foeller und Design-Objekte von acht Firmen

Abstrakte und konkrete Formen bestimmen die Werke des 70-Jährigen.Das Streben nach Schönheit, die Suche nach der guten Form, dem richtigen Bild – die Unterschiede zwischen Design und freier Kunst sind gering. Und so ist das Spannungsfeld, das die Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald in ihrer neuen Ausstellung aufbaut, eigentlich keines.

Denn wer den Rohrkrümmer eines BMW M 5 in seiner Leichtigkeit und seiner skulpturalen Form näher betrachtet, der ist nicht weit entfernt von den lichtdurchfluteten Bildern von Peter Foeller. Die Schau „Provokation – Emotion – Vision“ rückt Kunst und Design in räumliche Nähe: Während im Foyer acht Firmen, darunter auch die Firma Boysen als Spezialisten für Abgastechnik, die Kompetenz der Region in Sachen Design widerspiegeln, ist der angrenzende Raum ganz dem auf Kreta und in Berlin lebenden Künstler gewidmet.

Pure Freude am Malen

Emotion und Vision – sie bestimmen die Werke des 1945 in Starnberg geborenen und in Königsbach-Stein aufgewachsenen Künstlers nach wie vor. Die Provokation ist hingegen Peter Foellers Sache nicht. Er malt – meist in Acryl – Bilder, die pure Freude ausstrahlen. Freude am Malen, am Leben – im schönen, blumenumrankten Atelier auf Kreta, wo in den vergangenen zwei Jahren die 22 gezeigten Werke entstanden sind. Losgelöst von der Alltagshektik Berlins, fernab von den Zwängen des Kunstmarkts, geprägt von der Neugier auf seine Mitmenschen und dem stetigen Wechselspiel der Natur. Foeller arbeitet in seinen Bildern stark mit der Dualität von Abstraktion und Gegenständlichkeit, von Mensch und Natur, von hell und dunkel, von leeren Flächen und geballten Farbexplosionen. Doch alles durchschimmert ein mediterranes Licht, ein Abtauchen in griechische Mythologie und die allgegenwärtige Natur.

Bilder voller Geschichten

Peter Foeller malt Landschaften – gesehene, erlebte, gefühlte. Der Mensch erscheint nur in seinen Erzeugnissen: hier ein Stuhl, dort die Mauer eines Hauses. Streng geometrisch stoßen diese Formen auf die organische Vielfalt der Natur. In jedem Bild steckt eine Geschichte, die Foeller eloquent erzählen kann: Da ist sein Hoffnungsbild, das er gemeinsam mit den griechischen Nachbarn gemalt hat, dort der Blick aus dem Atelierfenster auf Meer, Gebirge und fruchtbare Messara-Ebene. „Ein Ausblick wie auf eine Bühne, bei der sich ständig ein neuer Vorhang öffnet“, beschreibt der 70-Jährige sein großformatiges Triptychon.

Klug kalkulierte Spannung

Fast altmeisterlich malt er seine Blumen- und Blütenimpressionen, liebevoll im Detail, kraftvoll in den Farben, um ihnen dann die schroffe Geometrie einer Gebirgskette, einer sich zackig windenden Serpentinenstraße oder eine Häuser-Silhouette in diffusen Farbtönen entgegenzusetzen. Diese klug kalkulierte Spannung, dieses klare Konzept, das in allen Facetten durchdekliniert wird, zeugt von der Kunst und der Souveränität Foellers im Umgang mit seinen künstlerischen Mitteln.

In Pforzheim studiert

Die hat er sich zu Beginn seiner Laufbahn in Pforzheim erworben: beim Studium an der Hochschule für Gestaltung bei den Professoren Rothe und Vahle. Und hier schließt sich der Kreis zu den Design-Produkten der Firmen aus Pforzheim und dem Enzkreis: Hoher ästhetischer Anspruch und zeitlose Gültigkeit sind Gütezeichen für Kunst und Design.