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Dynamisches Duo: Frank Nimsgern als Heavy-Metal-Gitarrist, Bariton Chris Murray singt dazu. Meyer
Dynamisches Duo: Frank Nimsgern als Heavy-Metal-Gitarrist, Bariton Chris Murray singt dazu. Meyer
Femke Soetenga als Solistin (Sopran).
Femke Soetenga als Solistin (Sopran).
Tenor Sasha di Capri gibt, was die Kleidung angeht, den Rocker.
Tenor Sasha di Capri gibt, was die Kleidung angeht, den Rocker.
10.12.2018

Lautstarker Auftritt: Konzert „Best of Classics“ begeistert im Theater Pforzheim

Pforzheim. Rock auf die Ohren, Spotlight in die Augen: Es war etwas geboten beim Musical–Konzert „Best of Classics“ im Theater Pforzheim. Der Komponist, Arrangeur, Gitarrist und Pianist Frank Nimsgern mit Band und die Solisten Femke Soetenga (Sopran), Chris Murray (Bariton) und Sasha di Capri (Tenor) nahmen ihr Publikum mit auf eine abwechslungsreiche Reise durch eine Vielzahl von Musicals.

Der Titel „Best of Classics“ war dabei etwas irreführend, klassische Hollywood-Musicals waren nicht vertreten, vielmehr wollte Nimsgern, wie er in einem Interview erläutert hatte, moderne Musicals vorstellen, die entweder schon Klassiker geworden sind oder seiner Meinung nach das Zeug dazu haben, darunter eine größere Zahl eigener Kompositionen.

Vertreten waren „Chess“ (1986), „Jekyll & Hide“ (1990), „Aida“ (1998), „Dracula“ (2001), „We will rock you“ (2002), „Wicked“ (2003), „Rocky“ (2012), das erst vor kurzem uraufgeführte Musical über den Zirkusbesitzer P.T. Barnum „The Greatest Showman“ (2018) und die Nimsgern-Musicals „Paradise of Pain“ (1998), „Snowhite“ (2000), „Der Ring“ (2007) und „Phantasma“ (2010).

Die Auswahl beschränkte sich nicht nur auf Musicals, sondern enthielt auch einen Song aus dem Disney-Zeichentrickfilm „Hercules“ (1997), die Titelmusik „Can You See The light“ von Frank Nimsgern zur Daily Show von Siegfried & Roy aus den 1990er-Jahren, eine kunstvolle Improvisation über das Präludium c-moll und das Ave Maria von Bach und als Zugabe „Highway to Hell“ von AC/DC. Alle Mitwirkenden überzeugten mit hohen musikalischen und stimmlichen Qualitäten. Nimsgern hatte nicht nur die Show konzipiert und alle Stücke arrangiert, er präsentierte sich auch auf der Bühne als kreativer Alleskönner, mit einer Spannbreite vom einfühlsamen Begleiter am Piano bis zum rockenden Heavy-Metal-Gitarristen. Die gut gelaunten und spielfreudigen Sänger überzeugten in Soli, Duetten und Terzetten.

Häufig an der Schmerzgrenze

Es hätte nicht der ohrenbetäubenden, mehrfach die Schmerzgrenze übersteigenden Lautstärke bedurft, um zu zeigen, dass sie Könner sind. Feine Differenzierungen, die es durchaus auch gab, konnte man leider nur in einigen wenigen lyrischen Stücken genießen.

Für optische Abwechslung sorgten Einspielungen von Live-Aufnahmen aus dem Konzert und von Bühnen-Aufführungen diverser Musicals sowie eine gelegentlich etwas unkoordinierte Lichtregie. Vor allem die mehrfach direkt ins Publikum gerichteten Spotlights stachen wortwörtlich ins Auge.

Der Begeisterung im gut besuchten Stadttheater tat das aber keinen Abbruch. Die meisten Besucher hatten offensichtlich schon mehrere Musical-Konzerte besucht und belohnten die Künstler mit Szenenapplaus, Gejohle und langen Standing Ovations zum Schluss. Bei der Kult-Zugabe „Time Warp“ aus der „Rocky Horror Show“ tanzte das ganze Theater mit, bevor „Highway To Hell“ als „Schlummer-Ballade“ erklang.