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Noch fahren hier die städtischen Busse ein und aus. Doch übernimmt Südwestbus die Regie über den Nahverkehr, wird der Betriebshof im Brötzinger Tal abgewickelt und aufgelöst.
Noch fahren hier die städtischen Busse ein und aus. Doch übernimmt Südwestbus die Regie über den Nahverkehr, wird der Betriebshof im Brötzinger Tal abgewickelt und aufgelöst.
14.01.2016

Bei Wechsel zu Südwestbus: Stadt verliert Logistik

Der Zug scheint abgefahren, doch auf dem Weg zu einem Nahverkehr in privater Hand ab 2017 müssen viele Hürden genommen werden – von Busfahrern, Fahrgästen und dem Gemeinderat. Für Pforzheim gleicht der Wandel einer Fahrt mit einem Ticket ohne Rückfahrschein. Sollte die Bahntochter Südwestbus nach zehn Jahren wieder aussteigen und sich kein privater Ersatz finden, stünde die Stadt ohne ÖPNV-Logistik da.

Nach PZ-Informationen würden bei einem Wechsel alle Busse des Stadtverkehrs Pforzheim (SVP) verkauft, der Betriebshof im Brötzinger Tal aufgelöst und das Gelände der Bahntochter zum Kauf angeboten oder anderweitig genutzt. Die Regionalbusverkehr Südwest GmbH (RVS) erweitert ihr bisheriges Areal an der Blücherstraße im Werkstattbereich – allerdings für die Versorgung der Regionalbusse, so ein Sprecher. Weitere Planungen folgten in den kommenden Monaten.

Alles deutet darauf hin, dass an der RP-Entscheidung nicht gerüttelt wird. Zumindest die größten Fraktionen gehen davon aus, dass juristische Schritte ins Leere laufen würden. Die Zukunft der SVP-Mitarbeiter treibt auch Verdi-Sekretär Rüdiger Steinke um. Die Gewerkschaft habe die Geschäftsleitung zu Verhandlungen Anfang Februar aufgefordert, um den Übergang zu regeln. Er erinnert an Vereinbarungen wie Kündigungsschutz bis 2026. „Wir haben ein umfangreiches Vertragswerk. Da kommt keiner so einfach raus“, so Steinke, der den hohen Organisationsgrad der Belegschaft betont und ein Streikszenario der anderen Art beschreibt: „Zur Not machen wir auch mal vier Wochen Grillfest.“

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