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26.07.2011

Gewerbegebiet mit Zündstoff: Steinig soll entwickelt werden

Der Pforzheimer Gemeinderat hat grundsätzlich entschieden, gemeinsam mit den Enzkreis-Gemeinden Eisingen, Neulingen und Kämpfelbach das Gewerbegebiet Steinig zu entwickeln. Die umstrittene Entscheidung fiel mit den Stimmen vom CDU, SPD und FDP, dagegen stimmten Grüne, Fraktionsgemeinschaft, WiP und Linke.

Rund 100 Bürger protestierten in der Sitzung gegen das Vorhaben, darunter in der Bürgerinitiative Nord zusammengeschlossene Anlieger sowie Mitglieder des Hundesportvereins Pforzheim. Dieser hatte vergangenen Freitag aus der "Pforzheimer Zeitung" erfahren, dass ersten Plänen zufolge die Hauptverkehrsstraßen des neuen Gewerbegebiets mitten durch seine Anlage führen würden. Andere Kritiker des Vorhabens beklagten schädliche Folgen für Umwelt, Klima und die Lebensqualität in den angrenzenden Wohngebieten. Die Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald begrüßte dagegen das Abstimmungsergebnis. Gewerbegebiete setzen Impulse für die Zukunft einer Stadt und einer ganzen Region“, so Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald. Im Standortvergleich Pforzheims mit Städten ähnlicher Größe wiesen Wettbewerber Gewerbe- und Industrieflächen aus, die nahezu doppelt so groß seien, wie in Pforzheim. Als Folge daraus ist Keppler zufolge ein unterdurchschnittliches Gewerbesteueraufkommen sowie eine im Landesvergleich und regional hohe Arbeitslosenquote zu sehen.

„Aus Sicht der IHK ist es geboten, durch eine Ausweisung weiterer Gewerbeflächen die wirtschaftliche Basis insgesamt zu verbreitern und die Strukturveränderung zu unterstützen“, so der Hauptgeschäftsführer. Falls die Gemeinde Kämpfelbach wie von Pforzheim erwartet zustimmt, geht es mit dem Bebauungsplanverfahren weiter. Hierfür sicherten Pforzheims OB Gert Hager und Baurbürgermeister Alexander Uhlig den Gegnern des Vorhabens die Beteiligung der Bürger zu.