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Gemeindevorsitzender Rami Suliman vor dem Thoraschrein der Synagoge. Foto: Seibel
Gemeindevorsitzender Rami Suliman vor dem Thoraschrein der Synagoge. Foto: Seibel
08.01.2016

Jüdische Gemeinde feiert zehn Jahre Gemeindezentrum

Pforzheim. Rund 67 Jahre hatte es gedauert, bis in Pforzheim nach der Zerstörung im Zuge der Reichspogromnacht 1938 im Jahr 2006 wieder eine Synagoge ihre Tore öffnete. Kommende Woche feiert die Jüdische Gemeinde drei Tage lang das zehnjährige Bestehen des Gemeindezentrums an der Emilienstraße.

Die Synagoge bietet sakralem Erleben und menschlicher Gemeinschaft ein gemeinsames Dach. „Dort drüben beten wir, hier essen wir gemeinsam, unterhalten uns, die Kinder spielen miteinander“, sagt Suliman und zeigt vom Gemeindesaal hinüber in Richtung Thoraschrein. Für die Unterstützung für die Einrichtung ist Suliman heute noch dankbar: „Wir hätten es nicht geschafft ohne Hilfe des Vereins Pro Synagoge Pforzheim sowie der Stadt. Auch Kirchen und andere Vereine haben uns unterstützt.“

Die Emilienstraße 20-22 bietet auch eine Möglichkeit zum Austausch. „Das ist wichtig, um Vorurteile abzubauen“, sagt Suliman und berichtet von den rund 70 Führungen, die pro Jahr durch die Synagoge ziehen. Als offener Ort ist auch das Gemeindezentrum Baustein der Normalisierung jüdischen Lebens nach der Shoa. „Es ist aus meiner Sicht alles besser geworden“, sagt Suliman über das deutsch-jüdische Verhältnis – obwohl noch einiges zu tun bleibe.