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28.10.2014

Pforzheim macht wegen Neonazis Negativ-Schlagzeilen

Pforzheim/Köln. Negative Schlagzeilen für Pforzheim: Da bei den Krawallen von Hooligans und Rechtsextremen in Köln auch eine Gruppe namens "Berserker Pforzheim" dabei war, richten  viele Medien und Twitter-Nutzer ihre Blicke nach Pforzheim. In einem Fall wurde die Gruppe gar auf der Titelseite gezeigt.

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"Berserker Pforzheim" bei Köln-Krawallen aktiv. Droht Pforzheim ein Rechtsruck?

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So zeigte die "taz" in ihrer Dienstagsausgabe unter der Überschrift "Schlagende Verbindung" mehrere Demonstrationsteilnehmer. Einer trägt ein Shirt mit der Aufschrift "Berserker Pforzheim". Bei einem zweiten - der den Hitler-Gruß zeigt - ist unter der offenen Jacke nicht eindeutig zu erkennen, ob er ebenfalls dieses Shirt trägt.

Rund 4800 gewaltbereite Fans und Rechtsextremisten hatten sich am Sonntag im Rahmen einer Demonstration gegen Salafisten in Köln Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Dabei wurden 49 Beamte verletzt. Die Pforzheimer Demonstranten müssen nicht zwangsläufig Fußball-Hooligans sein, denn in Köln waren auch Neonazis und Vertreter der neuen Partei "Die Rechte" zugange - welche auch im Enzkreis existiert (PZ-news berichtete). Laut Augenzeugen haben auch die "Pforzheimer Berserker" ausländerfeindliche Parolen und "Sieg Heil" gebrüllt.

Auf Twitter meldete sich unter anderem der Moderator und Publizist Christian Ulmen zu Wort:

Andere Nutzer rückten Pforzheim in ein noch schlechteres Licht:

Bildergalerie: Nach den Kölner Krawallen: Politik pocht auf Härte gegen Hooligans

Das genaue Ausmaß der Beteiligung von Rechtsextremen und Hooligans aus dem Südwesten an den Kölner Ausschreitungen am Sonntag ist nach Angaben des Innenministeriums noch unklar. Es lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse von den Kölner Behörden vor, sagte eine Sprecher von Innenminister Reinhold Gall (SPD) am Dienstag in Stuttgart. Nach Angaben der Polizei Karlsruhe gibt es aber Videoaufnahmen, auf denen Teilnehmer der Krawalle in Shirts mit der Aufschrift „Berserker Pforzheim“ zu sehen sind. Eine derartige Gruppe sei bisher in der Region „nicht in Erscheinung getreten“. Rund 4000 gewaltbereite Hooligans hatten in Köln mit Rechtsextremen bei einer Demo gegen Salafisten randaliert.

Mehrfach wurde mit den Hashtags #afd und #HoGeSa (Hooligans gegen Salafisten) außerdem auf einen Artikel der Wochenzeitung "Die Zeit" verwiesen, der bereits im Mai erschienen war. Darin wurde die Stärke der "Alternative für Deutschland" thematisiert - und damit erklärt, dass in Pforzheim die Angst vor den Zugewanderten besonders groß sei.

Die AfD hat sich derweil ihrerseits geäußert. Der stellvertretende Sprecher sagte: "Wir verurteilen jeden, der solche Demonstrationen befürwortet, anregt oder gar organisiert. Viel beunruhigender als die Gewaltexzesse sei der "hohe Grad der Vernetzung zwischen Rechtsextremen und Hooligans". Weiter sagte er: "Doch zur Gewalt gehören immer mindestens zwei Seiten: Die eine, sie sie ausübt und die andere, die sie provoziert."

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