Wasser sprudelt aus einem Hydranten in der Brötzinger Fußgängerzone und flutet über das Kopfsteinpflaster. Aus einer Wohnung im ersten Stock eines Wohnhauses an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße, Ecke Brunnenstraße, dringt dunkler Qualm durch die geschlossenen Fensterläden.

Wohnungsbrand in Brötzingen
Auf der Straße vor dem Haus hat sich zwischen Einsatzwagen von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Notarzt eine Menschentraube gebildet. Es ist ein jäher Start ins neue Jahr für die Anwohner. Hilfsbereite Menschen legen einer Frau, die nur mit einem Bademantel bekleidet hinter dem weiß-roten Flatterband steht und fassungslos die Arbeiten der Einsatzkräfte verfolgt, gegen die Winterkälte Decken um die Schultern.
Um 13.16 Uhr am Neujahrsmittag ist der Notruf in der Leitstelle eingegangen. Mit Atemschutzgeräten ausgestattet bringen die rund 20 Einsatzkräfte der Feuerwehr den Brand schnell unter Kontrolle, der im Wohnzimmer der Wohnung ausgebrochen ist.
Dann ist Lüften angesagt. Sie biegen die von der Hitze geschmolzenen Rollläden auf, schwarzer Ruß bedeckt die Fensterscheiben. Das düstere Innere der Wohnung, das sich dem Blick offenbart, lässt den Schaden erahnen, den die Polizei später auf rund 100 000 Euro beziffern wird.
Brandermittler am Werk
Die Ursache des Feuers konnte bisher nicht geklärt werden. Die Kriminalpolizei war vor Ort, am Montag sollen spezielle Brandermittler die Wohnung in Augenschein nehmen. Erst dann könne gesichert Auskunft über die Entstehung des Feuers gegeben werden.
Eines stehe aber bereits fest: „Brandstiftung kann ausgeschlossen werden“, teilte die Polizei mit. Die stark in Mitleidenschaft gezogene Wohnung sei aber derzeit nicht bewohnbar.
Ernsthaft verletzt habe sich bei dem Feuer glücklicherweise niemand. Die Integrierte Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst berichtet von zwei Menschen, die mit leichten Rauchgasvergiftungen vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht wurden.


