24.08.2011

Achtung Betrug: Bundespolizei als vermeintlicher Erpresser im Internet

CALW. Unvermittelt öffnet sich ein neues Fenster auf dem Bildschirm, der Computer ist gesperrt. Eine täuschend echte Mitteilung der Bundespolizei behauptet, der Geschädigte habe sich auf illegalen Seiten herumgetrieben, beispielsweise kinderpornografische Inhalte angesehen.

Gegen die Bezahlung eines Bußgeldes in Höhe von 100 Euro oder mehr könne die Sperrung aber aufgehoben werden. Sollte innerhalb von 24 Stunden kein Zahlungseingang verzeichnet werden, werde die Festplatte gelöscht.

Diese mittlerweile bundesweit angewandte Erpressermasche sind zwischen 18. April und 17. August auch 19 Menschen im Landkreis Calw zum Opfer gefallen.

Dabei wird von einem in der Ukraine stehenden Server Schadsoftware auf Computer geladen. Nach der Sperrung des Computers folgt die Aufforderung zur Bezahlung samt Beschreibung des Zahlungsverfahrens „Ukash“. Der Nutzer erhält „Ukash-Bons“ und gegen Bargeld einen Zahlencode beispielsweise an Tankstellen und Kiosken.

Aber auch nach Bezahlung bleibt der Computer gesperrt.

Mehr als zehn verschiedene Varianten der erpresserischen Bildschirmmeldungen sind mittlerweile laut Polizeiangaben im Umlauf. Tendenz: Steigend.

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass sie derartige Strafzettel über Internet nicht verschickt.

Abhilfe gegen den verursachten Schaden kann ein Fachmann schaffen. Außerdem gibt es eine kostenlose Software die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur Verfügung gestellt wird.

Unter der Adresse www.botfrei.de wird mit einem kostenlosen Download weiter geholfen.

Die Polizei ruft alle Betroffenen dazu auf, sofort Anzeige zu erstatten. pol