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06.12.2011

Drogendeal eskaliert: Sechs Jahre Haft für Mitglied der United Tribuns

Straubenhardt. Am Anfang stand der Versuch, bei einem Drogendeal den Abnehmer übers Ohr zu hauen. Pikant wurde die Sache, weil Mitglieder der Stuttgarter United Tribuns ein in Straubenhardt wohnendes Mitglied der Black Jackets linken wollten. Brisant wurde es, als einer der Dealer den getäuschten Abnehmer mit einem Messer niedergestochen hatte. Vom Vorwurf des versuchten Mordes, den Staatsanwalt Peter Stadler gegen ein Stuttgarter Mitglied der United Tribuns erhoben hatte, blieb beim Urteil am Dienstagabend aber lediglich eine gefährliche Körperverletzung übrig.

Das Karlsruher Schwurgericht unter Vorsitz von Richter Leonhard Schmidt folgte mit dieser Entscheidung im Großen und Ganzen der Version des Hauptangeklagten. Demnach hatte dieser im Februar sein Messer erst gezückt und damit zugestochen, als ihm bereits durch das Pfefferspray des Opfers die Sicht vernebelt worden war. Das Opfer, so Schmidt, habe erkannt, dass man es austricksen wollte: Statt dem versprochenen Kilo Marihuana für 5000 Euro sollte der Straubenhardter leer ausgehen.

Für diesen Betrug und die schwere Körperverletzung durch den Messerstich, muss der 22-jährige Stuttgarter nun für sechs Jahre ins Gefängnis. Staatsanwalt Stadtler hatte achteinhalb Jahre Gefängnis gefordert. Ebenfalls wegen Betrugs wurde ein weiterer aus Stuttgart stammender Angeklagter zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren sowie ein im Enzkreis wohnender Mann zu einer einjährigen Freiheitsstrafe - ausgesetzt zur Bewährung - verurteilt.

Der Mann aus dem Enzkreis sei zwar nicht mit am Tatort gewesen, habe den Betrug aber eingefädelt. Er sei es gewesen, der die beiden Stuttgarter dazu animierte, nach Pforzheim zu fahren, um „Geld zu machen“.

Dabei sollten die Stuttgarter auch den vierten Angeklagten übers Ohr hauen, der den Drogendeal einfädeln wollte, um selbst Marihuana zu bekommen. Für diesen unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln verurteilte die Kammer den Pforzheimer zu einer eineinhalbjährigen Freiheitsstrafe. Ob er diese antreten muss, ist im Moment noch offen, da er in Kürze einen Drogenentzug beginnen könnte. Noch sind die Urteile nicht rechtskräftig. Ramona Deeg