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© Melanie Bhangu
Aufnahme aus Bretten vom Parkdeck eines Einkaufszentrums. © Barbera Z.
07.06.2015

Land unter in Bretten: Regen und Hagel sorgen für Chaos und Zerstörung

Land unter in Bretten: Sintflutartige Regenfälle haben am Samstagabend für überschwemmte Keller und überflutete Straßen gesorgt – laut Feuerwehr liefen insgesamt etwa 400 Keller voll. Am Sonntag waren Aufräumarbeiten angesagt. Die Feuerwehrleute reinigten die Straßen, die betroffenen Bürger machten ihre Einfahrten und Höfe sauber. Zum Teil standen immer noch Garagen unter Wasser. Die Beseitigung aller Schäden wird sicher noch Tage in Anspruch nehmen.

Bildergalerie: Aufräumarbeiten nach Unwetter und Überschwemmung in Bretten

Nach dem Unwetter in Bretten waren am Sonntag Aufräumarbeiten angesagt.

Am Samstag setzte über dem Ort ab 18.30 Uhr sehr starker Regen ein, der ungefähr zwei Stunden anhielt, wie die Polizei berichtet. Zweimal hagelte es für jeweils etwa 15 Minuten – mit Halgelkörnern bis zu einer Größe von vier Zentimetern. Laut Recherchen im Internet regnete es in diesem Zeitraum weit mehr als 100 Liter pro Quadratmeter, so die Polizei. Die Gewitterzelle regnete sich komplett über Bretten aus, sie stand förmlich über der Stadt – die umliegenden Ortschaften blieben von dem heftigen Unwetter verschont.

Die Folge des Dauerregens: Sämtliche Senken der Innenstadt waren mit Wasser und später auch mit Schlamm aus den umliegenden Äckern überschwemmt. Die Zufahrt zur Rechbergklinik war für rund drei Stunden nicht mehr möglich. Mehrere Fahrzeuge wurden aus den Senken Heilbronner Straße, Herrmann-Beuttenmüller-Straße und Rinklinger Straße von der Feuerwehr geborgen. Zwei Fahrzeuge waren nicht mehr zu retten. Es kam zu mehreren Motorschäden durch Wassereintritt.

Bildergalerie: Leserbilder: Land unter in Bretten

Insgesamt liefen laut Schätzung der Feuerwehr knapp 400 Keller voll. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt, zumal sich viele „Solidargemeinschaften“ bildeten, die untereinander halfen. Sämtliche Privatpumpen liefen auf Hochtouren. Das Gebäude der Musikschule Bretten lief ebenfalls voll mit Regenwasser. Der Schaden an Musikinstrumenten dürfte zwischen 50 000 und 70 000 Euro liegen.

Im Stadtteil Diedelsheim stand die Schwandorfstraße streckenweise bis zum Bahnübergang komplett unter Wasser. Auch hier wurden viele Fahrzeuge ein Opfer des Wassers. Eine Gaststätte stand gut 1,5 Meter unter Wasser. Auf der B 293 zwischen dem Karlsruher Dreieck und Dürrenbüchig rutschte ein Hang ab. Dieses Geröll wurde vom THW mit einem Radlader entfernt.

Die Feuerwehr Bretten war mit allen sieben Stadtteilwehren im Dauereinsatz. Diese erhielten Unterstützung der Wehren aus Oberderdingen, Knittlingen, Walzbachtal, Stutensee, Östringen, Hambrücken, Eggenstein-Leopoldshafen und der Berufsfeuerwehr Karlsruhe mit unzähligen Helfern. Die Feuerwehren wurden von den THW-Gruppen aus Waghäusel, Oberhausen, Karlsruhe, Mühlacker und Pforzheim mit schwerem Gerät unterstützt. Es waren mehrere innerörtliche Straßen zu sperren. Die Sperrungen dauern teilweise zur Stunde noch an. Einige werden wohl erst in den nächsten Tagen geöffnet werden können, da die Fahrbahnen teilweise durch Regenwasser oder geborstene Wasserleitungen unterspült sind.

Unzählige Gullydeckel wurden aufgespült und mussten wieder eingesetzt werden. Es kamen insgesamt 17 Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Karlsruhe zum Einsatz. Der Gesamtsachschaden lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Personenschaden war während der sintflutartige Regenfälle nicht zu verzeichnen.