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18. November 2011
Abzocke: Ständig klingelt bei einer Familie aus Niefern-Öschelbronn das Telefon.
Abzocke: Ständig klingelt bei einer Familie aus Niefern-Öschelbronn das Telefon.
© Symbolbild: dpa

Lotto 3000: Den Abzockern das Leben schwer machen

ENZKREIS/NIEFERN-ÖSCHELBRONN. Gegen die Abzocker von „Lotto 3000“ formiert sich Widerstand. Der Bundestagsabgeordnete Erik Schweickert tut zumindest einiges dafür, dass die dubiosen Hintermänner künftig nicht so leichtes Spiel haben, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

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Er ist in Kontakt mit der Rechtsanwaltskammer und der Schufa und setzt sich außerdem für eine Gesetzesänderung ein. „Jetzt drehen wir den Spieß einfach um“, kündigt der FDP-Mann an.

Wie berichtet werden vorzugsweise ältere Menschen in Niefern-Öschelbronn seit einigen Wochen von „Lotto 3000“ eingeschüchtert. Sie erhalten ständig Anrufe: Angeblich fällige Gebühren sollen endlich bezahlt werden. Danach kommt die schriftliche Mahnung: Die Gewinnspielgebühr soll gezahlt werden, heißt es auch in dem Schreiben. Wenn nicht, erhalte man einen Eintrag bei der Schufa, wird gedroht.

Schweickert ist seit Mitte Oktober über die Masche informiert, die wie eine Welle über seinen Heimatort hereinbrach. Er war gerade er in Flitterwochen, als ihm aufgeregte Bürger per Handy von den Vorfällen berichteten. Und es zeigte sich, dass es nicht bei Einzelfällen bleiben sollte. Mittlerweile liegen der Polizei rund 60 Meldungen vor, so der Leiter des Nieferner Postens, Uwe Mörgenthaler – allein 20 Fälle in dieser Woche. Viele Senioren lassen sich von den rabiaten Methoden einschüchtern.

Post an die Anwaltskammer

Das wollte Schweickert, der verbraucherpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion ist, nicht hinnehmen. Er nahm Kontakt mit der Schufa auf, Ergebnis: Weder „Lotto 3000“ noch der Heidelberger Rechtsanwalt Georg Meyer-Wahl sind dort Mitglied. Schweickert: „Das heißt, sie können gar keinen Schufa-Eintrag vornehmen lassen.“ Nach seinen Gesprächen mit der Schufa sei man außerdem vorgewarnt und werde entsprechende Meldungen nicht umsetzen. Es müsse also niemand Angst haben, als Schuldner gebrandmarkt zu sein.

Außerdem hat er Kontakt mit der Karlsruher Rechtsanwaltskammer aufgenommen, um auf die Masche des Heidelberger Anwalts hinzuweisen. Man habe ihm versprochen, das Thema zu prüfen und dagegen vorzugehen, so Schweickert. Wer Drohschreiben von Meyer-Wahl erhalten habe, sollte sie am besten direkt an die Kammer schicken (Adresse: Rechtsanwaltskammer Karlsruhe, Reinhold-Frank Straße 72, 76133 Karlsruhe).

Auch mit Gesetzesänderungen möchte die FDP-Bundestagsfraktion den Abzockern das Leben schwerer machen. Besserer Schutz für Verbraucher soll durch eine sogenannte Bestätigungsregel erreicht werden, die aber nur für den Gewinnspiel-Bereich gelten soll. Dann müsste der Kunde einen Gewinnspiel-Vertrag schriftlich bestätigen – und das wäre das Aus für die gängige Abzock-Masche, bei der einfach behauptet wird, der Kunde habe am Telefon einem Vertrag zugestimmt – jetzt solle er bezahlen. Eine Gesetzesänderung speziell im Gewinnspielbereich fände Schweickert angebracht: „Denn genau über diese Branche gibt es die meisten Klagen.“ Das haben verschiedene Untersuchungen eindeutig bestätigt, wie er betont. Über 80 000 Beschwerden innerhalb weniger Monate – das sei eindeutig. „Ich möchte diesen Menschen das Handwerk legen“, macht er deutlich. Die Abzocker bewegten sich äußerst raffiniert in einer Grauzone. „Betrüger finden wahrscheinlich immer ein Schlupfloch – aber wir können es ihnen schwerer machen“, betont Schweickert.

Am Dienstag, 22. November, spricht er übrigens im Bundestag zum Thema Verbraucherschutz. Dann wird er auch „Lotto 3000“ und die Hintermänner nennen. Könnte sein, dass die Abzocker es noch bereuen, sich ausgerechnet Niefern-Öschelbronn für ihre Masche ausgesucht zu haben. Denn wie sagt Schweickert so schön: „Wir drehen den Spieß jetzt einfach um.“ sab

19.11.2011

Leserkommentare (3)

Mehr Kommentare
1
Gottfried Heinbach | 19.11.2011 | 10:23

Am 22. 11. 2011 spricht Erik Schweickert im Bundestag zum Verbraucherschutz. Gottfried gratuliert aus Königin Angelas Wahlkreis mehr...

2
Einsteiner | 19.11.2011 | 19:35

Das ist wieder typisch. Statt Nägel mit Köpfen zu machen, soll wieder nur eine Ausnahmeregel geschaffen werden. Umgekehrt würde ein Schuh draus ! Generell müsste ein telefonischer Vertrag schriftlich bestätigt werden, es sei denn i c h rufe an und bestelle mir eine Pizza. Für mich einer der wenigen Gründe überhaupt einen telefonischen Vertrag zu schließen. Und wenn der Bundestag dann schon dabei ist, kann er die obligatorische schriftliche Bestätigung auch auf "Klick-Verttäge" im Internet ...... mehr...

3
rostiger ritter | 19.11.2011 | 19:41

[url]http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/category/lobbykratie-medaille/[/url] mehr...

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