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01.12.2011

Sanktionen gegen Telefon-Abzocker angekündigt

ENZKREIS/NIEFERN-ÖSCHELBRONN Die Bundesregierung werde solche Telefon-Abzocker, die jüngst mit „Lotto 3000“ vor allem in Niefern-Öschelbronn ans Geld von Einwohnern zu kommen versuchten, stoppen, versprach gestern FDP-Bundestagsabgeordneter Erik Schweickert. Der verbraucherpolitische Sprecher der FDP und Gemeinderat aus Niefern-Öschelbronn kündigte an, die Regierungskoalition „das unseriöse Inkasso entschlossen bekämpfen“. In einer Fallstudie seien zahlreiche Fälle geschildert worden, wie am Telefon Drohkulissen aufgebaut und unberechtigte Forderungen gestellt würden, so Schweickert.

Die PZ hatte mehrmals über solche Maschen berichtet. „ Es ist unser Ziel, den schwarzen Schafen der Inkassobranche das Handwerk zu legen“, sagte Schweickert. Verbraucher benötigten mehr Transparenz darüber, aus welchem Anspruch sich die Inkassoforderung ergeben soll. Dazu gehöre die Nennung des Vertragspartners sowie Zeitpunkt, Ort und Art und Weise des Vertragsabschlusses. Nur so sei es dem Bürger überhaupt möglich, die an ihn gerichtete Forderung zu kontrollieren.

Um unverhältnismäßig hohe Gebühren durch Inkasso-Unternehmen zu unterbinden, sollten außergerichtliche Inkassokosten begrenzt werden, schlägt der Abgeordnete vor. Zudem solle geprüft werden, ob „unberechtigten Drohungen mit einer Datenübermittlung an Auskunfteien wie zum Beispiel die Schufa besser begegnet“ werden könne.

Für die Aufsichtsbehörden müsse „ein wirkungsvolles Sanktionssystem eingeführt werden“. Schweickert empfiehlt „ein abgestuftes System mit Geldbußen“. Da unlauteres Inkasso nicht selten mit unerlaubter Telefonwerbung verbunden sei, prüfe die Regierung weitere Schutzmaßnahmen.