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11.02.2016

Eine Einordnung von Sojaprodukten - zu Unrecht umstritten

Soja hat in Europa einen Siegeszug hinter sich, denn es bietet nicht nur vielen Menschen einen geschmackvollen Fleischersatz, sondern dient als Grundnahrungsmittel, enthält medizinische Wirkstoffe und kann zu Biosprit verarbeitet werden. Allerdings gibt es viele Kritiker, die mit Hilfe von unterschiedlichen, durch vermeintliche Studien belegte, Aussagen den positiven Eindruck zunichtemachen.

Schließlich herrscht weiterhin die Meinung vor, dass die Sojabohne bestimmte Krankheiten und Gebrechen eher verschlimmern würde. Dies kann jedoch widerlegt werden, wie es bereits viele Forscher getan haben. Nichtsdestotrotz liegt ein reger Diskurs darüber zwischen beiden Lagern vor. Um dies näher zu erläutern, wird mit folgender Diskussionsthese gearbeitet:

„Die Sojabohne ist zu Unrecht umstritten, denn die meisten vermeintlichen Gefahren können widerlegt werden.“

Doch welche Inhaltsstoffe verleiten zu diesen Anschuldigungen? Im Grunde sind es die Isoflavoren, die zu jenen Aussagen führen. Im Folgenden soll jedoch dargelegt werden, dass ein Großteil dessen unbegründet ist.

1. Was ist Soja genau?

a. Die Sojabohne – Herkunft und Verbreitung

Es handelt sich bei der Sojabohne um ein Gemüse, welches zur der übergeordneten Familie der Hülsenfrüchte zählt und ursprünglich aus China seinen Weg in die westliche Welt gefunden hat. Während dort bereits seit langer Zeit Soja als Nahrungsmittel Anwendung findet, hat sich die Bohne hier im Zuge des Vegetarismus beziehungsweise Veganismus erst in den vergangenen Jahren durchgesetzt. Hauptanbaugebiet ist allerdings keinesfalls nur China, sondern neben dem asiatische Raum auch Afrika, Süd- und Mittelamerika sowie Russland.

b. Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe sind vielseitig. Grundbestandteile sind Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate. Die meisten wichtigen Nährstoffe sind ebenfalls enthalten, weswegen es auf der ganzen Welt so gefragt ist. Dies ist entsprechend der Gu-Nährwerttabelle festgelegt. In diesem Dokument sind alle Bestandteile der Sojabohne zu finden. Diese Nährstoffe werden von vielen unterschiedlichen Instituten ermittelt, verglichen, veröffentlicht und enthalten die Inhalte aller wichtigen Grundnahrungsmittel.

c. Verarbeitung

Die einzelne Bohne wird schließlich in mehrere unterschiedliche Produkte verarbeitet. So gibt es das Sojaöl, welches durch Pressen erstellt wird. Auch Brat- oder Backfett kann durch das Gemüse gewonnen werden. Die Reststoffe, die nach dem Pressen übrig bleiben, werden zu Tofu, Miso, Sojamilch, Mehl, Joghurt oder Fleischersatz geformt. Seit Längerem etablieren sind zudem die Sojasprossen, welche auch aus der asiatischen Küche stammen und häufig zu Salaten oder in diversen Wok-Gerichten zu finden sind. Es wird bereits deutlich, welche Ausbreitung Soja erfahren hat und welcher Beliebtheit es sich erfreut. Grund genug, um der vermeintlichen Schädlichkeit auf den Grund zu gehen und diese zu widerlegen.

2. Anwendungsbereiche von Soja

Sicherlich kommt die Ernährung als erstes in den Sinn bei dem Gedanken an die Hülsenfrucht, aber es gibt auch in der Medizin sowie in der Industrie einige Anwendungsbereiche, die es wert sind, einmal näher betrachtet zu werden. Eines steht dabei fest: Über die herkömmliche Nutzung ausschließlich in der Ernährung gehen die Bestandteile weit hinaus.

a. In der täglichen Ernährung

Ob durch die bereits erwähnten Methoden wie Tofu oder Sojasprossen oder auch durch Präparate, die als Nahrungsergänzungsmittel beim Sport dienen - die Sojabohne ist vielseitig einsetzbar. Der große Vorteil wurde bereits erläutert, denn aufgrund der zahlreichen Nährstoffe, bietet das Nahrungsmittel inzwischen nicht mehr nur Vegetariern oder Veganern eine solide Basis. Gerade der Eiweißgehalt ist hervorzuheben. In der Ernährung ist die Bohne in unterschiedlichen Produkten enthalten. Für Veganer ist dies äußerst relevant, denn bei vielen verarbeiteten Nahrungsmitteln ist nicht klar, ob tierische Bestandteile enthalten sind. Da Tofu, Miso und Co. im Vorfeld bereits erläutert wurden, wird hier das Sojaprotein näher dargestellt. In folgendem Blogbeitrag wird nicht nur auf die Geschichte der Sojabohne eingegangen, sondern auch auf den Einsatz dieses Produkts im Sport als Nahrungsergänzungsmittel. Der Grund ist der hohe Anteil an Glutamin, BCAA- sowie Arginin. Dies sind Stoffe, die bei der Ausübung von Sport förderlich sein können. Studien haben die Wirksamkeit des Proteins bestätigt, weswegen es erstaunlich ist, dass auch in dieser Hinsicht noch einige Menschen nicht von der Hülsenfrucht überzeugt sind. Ganz anders als im Hinblick auf Tofu oder Misu, das bekanntermaßen in jedem Supermarktregal zu finden ist.

b. In der Medizin

Der Nutzen der Bohne in der Medizin ist zwar nachgewiesen, da es eindeutige Studien gibt, die die Unbedenklichkeit attestieren, wohl aber weiterhin umstritten. Dennoch hilft das Gemüse in vielerlei Hinsicht. So gibt es Spekulationen, die behaupten, dass das Krebsrisiko niedriger sei und Herzerkrankungen reduziert werden könnten. Ob das tatsächlich der Wahrheit entspricht, kann nicht eindeutig festgestellt werden. Zwar haben Studien dies belegt, aber es gibt eben auch Thesen und Argumente, die dagegen sprechen. Dieser Umstand hat sich in vielen Bereichen gezeigt. Häufig finden sich Untersuchungsergebnisse, welche jedoch von der Gegenseite widerlegt werden. Einige Aussagen sind daher zweifelhaft, was sich im Folgenden noch deutlicher herausstellen soll. Eindeutig nachgewiesen ist die Wirkung von Soja auf das Herz-Kreislauf-System. Besonders das Senken des Cholesterins ist hier hervorzuheben. Dies ist enorm wichtig, sofern die Werte als zu hoch angesehen werden. Denn im schlimmsten Fall kann ein überdurchschnittlicher Spiegel Gefäßerkrankungen hervorrufen.

Doch was ist Cholesterin eigentlich? Es handelt sich um einen fettähnlichen Stoff, der zwar für Stoffwechselvorgänge von Nöten ist, allerdings zwischen gutem Cholesterin (HDL) und Schlechtem (LDL) differenziert werden kann. Liegt der LDL-Wert zu hoch, so muss dieser gesenkt werden. Soja ist eine Möglichkeit, die seit den 1970er Jahren praktiziert wird. Dies belegt auch Aponet.de und setzt es daher auf die Liste der 10 notwendigen Lebensmittel, die für eine gesunde Ernährung unumgänglich sind. Ob, wie in dem Artikel beschrieben, Soja bei Beschwerden hinsichtlich der Wechseljahre dienlich ist oder das Brustkrebsrisiko tatsächlich reduziert, kann allerdings noch nicht mit vollkommener Sicherheit bestätigt werden. Unstrittig ist allerdings, dass es durchaus einen positiven Effekt bei der Senkung des Cholesterinspiegels vorweisen kann.

Auch zur intravenösen Behandlung wird es in Form des Öls verwendet. So dient es dem künstlichen Zuführen von Nährstoffen im Krankenhaus. Zudem kann das Sojalecithin zur Herstellung von Salben und Cremes verwendet werden. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten ist folglich enorm.

c. In der Technik

Seit einigen Jahren wird Soja auch, wie in diesem Artikel belegt, für die Drucktechnik verwendet. Bei Laserdruckern können jetzt schon die Toner mit Soja gefüllt werden. Andere Möglichkeiten sollen sich in den nächsten Jahren eröffnen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Zum einen ist es umweltfreundlicher und zum anderen sparsamer. Letzteres sogar in zweifacher Hinsicht, denn während normalerweise Erdöl verwendet wird, handelt es sich bei der Sojabohne um einen erneuerbaren Stoff. Des Weiteren wirkt sich dies schlicht auf die Finanzen aus, denn es ist zusätzlich günstiger. Diese Biotoner finden sich immer häufiger und es ist davon auszugehen, dass in naher Zukunft Soja auch hier dominierend ist.

Außerdem ist die Bohne beim Biodiesel inzwischen in Gebrauch. Anders als das Ethanol, das aus Mais hergestellt wird, ist dieser Stoff erheblich effizienter. Dies liest sich zwar auf der einen Seite sehr gut, auf der anderen wird jedoch zur Herstellung, etwa in Ländern wie Brasilien, eine große Fläche benötigt. Berichten der Welt zufolge leidet darunter besonders der Regenwald, welcher für Gensoja sukzessive abgeholzt wird. Dessen ungeachtet zeigt sich erneut das Potential, welches in der Hülsenfrucht schlummert.

3. Isoflavonen – Studienergebnisse bescheinigen Unbedenklichkeit

Diese Stoffe sind es hauptsächlich, die für den „schlechten“ Ruf des Nahrungsmittels sorgen. Es wurde bereits offensichtlich, dass es sich bei einem Großteil der Aussagen lediglich um Gerüchte handelt, die nicht fundiert sind. Immer wieder werden die Isoflavonen erwähnt, die angeblich für den Schaden verantwortlich wären. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich genau? Im Grunde sind es Pflanzenfarbstoffe, die nicht nur in Sojabohnen vorkommen, sondern auch in Klee oder in Kichererbsen. Die chemische Struktur dieses Stoffs erinnert an Östrogene, weswegen ihnen unterschiedliche Wirkungen, ob positiv oder negativ, nachgesagt werden. In Europa beträgt der durchschnittliche Aufnahmewert lediglich zwei Milligramm pro Tag. In Asien sind es hingegen über 60 Milligramm, da dort der Konsum von Tofu-Produkten wesentlich höher ist. Ein Kilogramm davon enthält schließlich bereits 150 bis 500 Milligramm des Wirkstoffs. Das Max Rubner-Institut hat in Form unterschiedlicher Fragestellungen die Unbedenklichkeit des Stoffes näher erläutert. Dort werden auch die Isoflavone thematisiert.

In der Sendung „Report München“ wurde von der Einnahme von Isoflavon-Präparaten abgeraten? Welchen Hintergrund hat das?“

Eigentlich bestünde kein Grund zur Sorge, behaupten die Experten, denn wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln sollte auch hier zunächst Rücksprache mit dem zugehörigen Arzt gehalten werden. Das Problem, das seitens Vieler angeführt wird, sei die unkontrollierte Aufnahme, die besonders bei Menschen mit einer Vorbelastung zu Problemen führen könnte. Der Konjunktiv ist bewusst zu verwenden, denn valide Ergebnisse gibt es eigentlich kaum. Sofern die Einnahme in Absprache mit einem Experten und entsprechend der empfohlenen Dosen durchgeführt wird, seien die Bedenken also unbegründet.

4. Umstrittene Thesen – Fundierte Erkenntnisse oder Gerüchte?

Bei den Spekulationen um die Bedenklichkeit des Lebensmittels spielen Isoflavonen also die Hauptrolle. Im Folgenden werden drei umstrittene Thesen dargelegt, die von den Kritikern immer wieder genannt werden, welche allerdings seitens der Befürworter der Hülsenfrucht durchaus glaubwürdig und fundiert widerlegt werden können. Das Problem bei den unterschiedlichen Ergebnissen liegt häufig daran, dass Institute unterschiedliche Dosen verabreichen. Da der menschliche Körper nicht immer gleich auf die Stoffe reagiert, variieren auch die Resultate. Vebu.de befasst sich mit den Thesen, die im Folgenden näher erklärt sowie widerlegt werden und kommt zu dem Schluss, dass Soja mitnichten eine große Gefahr für den menschlichen Organismus darstellt.

a. „Soja beeinträchtigt die Schilddrüse“

Eine der weit verbreiteten Anschuldigungen ist die Schädigung der Schilddrüse. Auch hier seien die Isoflavone, wovon besonders das Genistein, Daidzein sowie das Glycitein in größerer Menge vorkommt, erneut die Ursache für die Gefahr. Dies sei 1991 durch eine japanische Studie festgestellt worden. Spezifisch auf eine Schädigung der Schilddrüse wurde allerdings gar nicht hingewiesen, sondern stattdessen auf Übelkeit oder Erbrechen, was im Laufe der Untersuchung auftrat. Eine glaubhafte Studie, die die Bedenklichkeit bescheinigt, ist bis heute allerdings nicht erschienen, schenkt man dem Vegetarierbund Deutschland e.V. glauben. Entsprechend ist bisher auch nicht belegbar, dass ein solches Risiko überhaupt vorliegt. Was allerdings anhand einer epidemiologischen Studie erforscht werden konnte, ist eine Reduzierung des Schilddrüsenkrebsrisikos bei einer höheren Menge an Isoflavonen. So ergab die San-Francisco-Bay-Schilddrüsenkrebs-Studie, dass das Risiko um rund 55 Prozent gesenkt werden konnte, wenn der Konsum von nichtfermentierten Sojaprodukten erhöht wurde.

b. „Soja erhöht das Brustkrebsrisiko“

Erst kürzlich hat eine neue Studie erneut die Unbedenklichkeit dahingehend attestiert. Anhand mehrerer Versuche konnte nachgewiesen werden, dass Sojaprodukte keinerlei Einfluss auf das Brustkrebsrisiko haben. Insgesamt 330.000 Frauen haben an diesen Untersuchungen teilgenommen, welche zu diesem Ergebnis kamen. Aufgrund der Aktualität führt das Max Rubner-Institut jedoch erneut eine Studie durch, um die Ergebnisse zu bestätigen und alle Widersprüche komplett aus dem Weg zu räumen. Um seriös arbeiten zu können, wurde seitens der Ethikkommission der Landesärztekammer Baden-Württemberg eine Unbedenklichkeitserklärung eingeholt, sodass sichergestellt ist, dass in keiner Weise Risiken für die Probanden bestehen.

c. „Tofu-Produkte fördern die Entstehung von Demenz“

Eine japanische Erhebung hat belegen wollen, dass der Verzehr von Sojaprodukten das Risiko, an Demenz zu erkranken, steigern würde. Diese Untersuchung ist jedoch älter. Die Vorgehensweise war zunächst, Menschen über einen Zeitraum von 20 Jahren diese Stoffe zu verabreichen und schließlich, wenn diese ein gehobenes Alter erreicht haben, deren geistige Leistungsfähigkeit zu prüfen. Das Problem dabei war, dass bei vielen Probanden der Nachweis fehlte, dass diese regelmäßig in den festgelegten Abständen diese Mittel tatsächlich zu sich nahmen und somit der Verzehr von Tofu nicht sicher ermittelt werden konnte.

Glaubhafte Ergebnisse, die eine Korrelation zwischen dem Nahrungsmittel und der Gehirnaktivität bestätigen, gibt es derweil noch keine. Zwar hat eine Studie erforscht, dass möglicherweise ältere Menschen, die viele Sojaprodukte konsumieren, über ein schlechteres Erinnerungsvermögen verfügen, allerdings hat wiederum eine weitere Untersuchung genau das Gegenteil behauptet. Zudem bekräftigt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gegenüber dem Vegetarierbund, dass „das Risiko einer Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten durch einen moderaten Tofu-Verzehr (zwei oder weniger Portionen pro Woche) gegenwärtig auf Grund der vorliegenden wissenschaftlichen Daten als gering eingeschätzt werden kann“

5. Positive Wirkung von Tofu

Neben den vermeintlichen Gefahren, die Tofu oder grundsätzlich Sojaprodukte für den Körper darstellen, haben diverse Forscher jedoch auch einige positive Aspekte sowohl für den Menschen selbst als auch für dessen Umwelt feststellen können. Auf dieser Homepage wird näher darauf eingegangen, denn es gibt eine Vielzahl an gesunden Eigenschaften, über die die Hülsenfrucht verfügt.

a. Für den eigenen Körper

Die cholesterinsenkende Wirkung wurde ja bereits erläutert, da diese für die meisten Menschen am offensichtlichsten und am akutesten ist. Doch auch hinsichtlich der Nierenfunktion können einige Vorteile genannt werden. So ist das Sojaprotein wesentlich gesünder als das tierische Pendant, sodass besonders Dialysepatienten davon profitieren können. Kurzzeitstudien, die Diabetes-Deutschland.de ebenfalls aufzeigt, belegen dies. In diesem Fall sollte jedoch zunächst ein Arzt aufgesucht werden, der über den Körper des Patienten Bescheid weiß. Des Weiteren sind die Bestandteile und die Nährstoffe wie Eisen, Calcium oder Zink hervorzuheben. Es wird deutlich, dass es inzwischen viele Belege gibt, die über positive Eigenschaften von Sojabohnen berichten.

Ebenfalls bewiesen ist allerdings auch, dass es durchaus zu allergischen Reaktionen kommen kann. Diese unterscheiden sich jedoch nicht zu den herkömmlichen Allergien, die auch bei anderen Nahrungsmitteln auftreten können.

Forscher kamen zu dem Schluss, dass gerade die westlichen Vegetarier zu wenig davon zu sich nehmen. Gesundheitliche Vorteile entstehen jedoch lediglich bei einem Konsum zwischen 50 und 100 Milligramm täglich. Sobald bei den Studien eine solche Menge verabreicht wurde, konnten die oben genannten positiven Aspekte des Gemüses belegt werden. Nichtsdestotrotz warnen Experten vor sogenannten Exzessen. Auch in diesem Fall liegt eine Vergleichbarkeit mit anderen Lebensmitteln vor. So kann eine überhöhte Aufnahme von fettigem Essen schädlich sein, genauso wie der Missbrauch von Alkohol, Zucker oder Ähnlichem. Stattdessen wird Veganern und Vegetariern nahegelegt, neben dem Sojakonsum auch auf andere Hülsenfrüchtearten zurückzugreifen.

b. Für die Umwelt

Häufig wird Veganern vorgeworfen, dass sie aufgrund des Tofu-Konsums der Umwelt eher schaden, als ihr tatsächlich zu helfen. Sicherlich beweist die Situation, die in Brasilien vorherrscht (Rodungen, um Soja anzubauen), dass die Massenproduktion und Genmanipulation ernsthafte ökologische Probleme nach sich ziehen kann, allerdings muss ebenso erwähnt werden, dass es sich dabei hauptsächlich um das Futter für Tiere handelt. Menschen, die Fleisch essen, unterstützen dadurch eher den umweltschädlichen Anbau, als es Vegetarier oder Veganer tun. Schließlich wird 90 Prozent des Vorkommens nicht als Nahrungsmittel für Menschen aufgewendet, sondern als Futter für Rinder oder Schweine oder etwa Biosprit. Dieses Argument ist demnach nichtig. In Deutschland ist das ebenfalls erkennbar, wie die Projektkoordinatorin des Soja-Netzwerkes der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft gegenüber der Süddeutschen Zeitung beschreibt. Sie bestätigt, dass ein Großteil des Sojavorkommens zur Ernährung von Schweinen oder Geflügel verwendet wird. Der Grund liegt in der hohen Nährstoffdichte der Hülsenfrucht. Nur ein kleiner Teil davon wird schließlich zu Tofu oder anderen Sojaprodukten weiterverarbeitet. Der Vorteil bei dem heimischen Anbau liegt allerdings in der Verbesserung der Artenvielfalt sowie dem Verzicht auf mineralischen Stickstoffdünger. Es ist schließlich nicht die Bohne selbst, die der Umwelt besonders in Entwicklungsländern zu schaffen macht, sondern der Mensch, der diese Anbaut.

6. Fazit

Dieser Text behandelt die Wirkungen und vermeintlichen Risiken, die der Sojabohne nachgesagt werden. Studienergebnisse haben inzwischen den Großteil der Gefahren revidiert. Die nebenstehende These kann daher aus diversen Gründe bestätigt werden. Denn Konsumenten setzen sich mitnichten einer Gefahr aus, wenn sie diese Nahrungsmittel zu sich nehmen. Die fehlerhaften Aussagen, die im Laufe des Textes häufiger genannt, erläutert sowie widerlegt wurden, zeigen, dass es dennoch weiterhin eine Vielzahl von Kritikern und Skeptikern innerhalb der Gesellschaft Europas gibt. Der Grund sind häufig die widersprüchlichen Ergebnisse, die die Studien liefern. Erhebungen, die eigentlich die Gefahr der Bohne belegen sollen, sind oftmals fehlerhaft. Ob in der Durchführung, der Dokumentation oder der Interpretation der Ergebnisse. Erkennbar wurde dies erneut bei den Auswirkungen auf die Umwelt im Falle der großen Flächen, die aufgrund der Sojabohne kultiviert werden müssen. Hierfür holzen Menschen kostbare Regenwaldbestände ab. Dass diese Vorkommen jedoch ausschließlich für die genmanipulierte Sojanahrung von Schweinen oder Geflügel verwendet werden, findet keinerlei Erwähnung. Es handelt sich demnach um einen Teufelskreis, denn der schädliche Teil der Sojaproduktion fließt nicht unmittelbar in die Nahrungsmittel des Menschen, sondern nur auf indirektem Wege durch den Fleischkonsum. Würde dieser reduziert werden und stattdessen der Verkauf von Soja-Produkten gefördert, so würde der Anbau der Bohne wiederum gedrosselt werden können. Diese beispielhafte Fehlinterpretation zeigt, dass in diesem Bereich noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden muss, ganz gleich, ob es sich um die Umwelt oder den menschlichen Körper handelt.