08. Juni 2012

Karlsruher SC

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Menschenschlange auf dem Weg zum ersten Training der neuen KSC-Mannschaft: 700 Zuschauer wollten das neue Team des Drittligisten sehen.
Menschenschlange auf dem Weg zum ersten Training der neuen KSC-Mannschaft: 700 Zuschauer wollten das neue Team des Drittligisten sehen.
© Georgiou

Abstiegstrauer vergessen: Aufbruchstimmung bei KSC-Fans

"Der Trauer ist eher die Vorfreude gewichen", sagte KSC-Fan Max Stark. "Es ist schon eine gewisse Aufbruchstimmung. Ansonsten würde man bei diesem Wetter ja nicht auf den Trainingsplatz stehen", fügte der Student hinzu. In der Tat war beim Trainingsauftakt des Karlsruher SC nichts mehr von Trauer oder Enttäuschung zu spüren. So wie Stark hatten sich etwa 700 Anhänger der Blau-Weißen auf dem Trainingsplatz des Wildparkstadions eingefunden.

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Bildergalerie: 700 Zuschauer beim Trainingsstart des KSC
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Hier konnten sie die größtenteils neu zusammengestellte Mannschaft aus nächster Nähe kennenlernen. Dabei ist es noch keinen Monat her, dass der badische Traditionsclub den bitteren Gang in die dritte Liga antreten musste. Den Schock des Abstiegs schienen die meisten jedoch gut überstanden zu haben.

"Wir sind ja nicht erst in der Relegation abgestiegen. Man hat damit rechnen müssen. Unser Glück war bereits aufgebraucht, es war ein Endspiel zu viel", erklärte KSC-Fan Wilfried Wittenberg. Was die neue Spielzeit angeht, so ist für ihn Trainer Markus Kauczinski ein wichtiger Faktor für den angestrebten Wiederaufstieg. "Der Markus kommt aus dem Pott. Der spricht die Fußballersprache, und das braucht man hier", begründet er seine Zuversicht.

Auch KSC-Fan Rolf Fischer aus Karlsruhe sieht der kommenden Spielzeit gelassen entgegen. "Wenn man seit 1958 zu den Spielen geht, verdaut man so einiges. Außerdem ist Fußball überall gleich. Ob in der Kreisklasse, in der Jugend oder hier. Das klingt so banal wie es ist."

Sätze wie diese haben an diesem Tag Hochkonjunktur, und so mancher hätte ein Vermögen in das berühmte "Phrasenschwein" einzahlen müssen. Man hatte den Eindruck, dass sich der Trainingsplatz des Karlsruher SC in einen riesigen Stammtisch verwandelt hatte. Wichtig sei schließlich, so hörte man es gleich mehrfach, dass die Mannschaft schnell zu einer Einheit zusammenwachse. Und: Man brauche einen guten Start in die Saison.

Während manche am Spielfeldrand ein kühles Bierchen zur anregenden Unterhaltung genossen haben, erinnerten sich andere zurück an die guten, alten KSC-Zeiten und schwelgten in Anbetracht der neuen, unbekannten, Mannschaft in Erinnerungen. Oliver Kahn, Mehmet Scholl, Maik Franz oder Pascal Groß - an so einem Tag fallen einem alle alten KSC-Helden wieder ein. Da blickten einige schon fast verzweifelt auf den Platz, um nach einem bekannten Gesicht zu suchen.

Von den Neuen kannten die 700 Trainingsgäste nur wenige. "Man kennt Martin Stoll oder Rouwen Hennings. Vielleicht noch den Patrick Dulleck von den Amateuren, aber dann wird es schon eng", meinte Michael Bürkle. Ob mit so vielen neuen Spielern der direkte Wiederaufstieg gelingen kann sei aber fraglich.

Das Interesse der Menschen am KSC scheint weiterhin groß zu sein. Viele befürchten jedoch, dass in der 3. Liga nur noch wenige Zuschauer zu den Spielen kommen werden. Einige vermuten, dass gerade der Zweitliga-Aufsteiger aus Sandhausen viele Gäste zu sich locken werde.

Trotzdem war im Hardtwald eine deutliche Aufbruchstimmung zu spüren. Der Karlsruher SC kann, so sieht es nach dem Trainingsauftakt aus, auf seine Anhänger zählen. Zumindest zu Beginn der Saison. Dann allerdings zählen auch in der 3. Liga nur noch Siege und die so wichtigen Erfolgserlebnisse. Wer dann am Ende oben steht, der steigt bekanntermaßen verdient auf. Stavros Georgiou

Autor: Stavros Georgiou

08.06.2012

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