Aufatmen beim TSV Grunbach: Sportlich sieht es in der Verbandsliga super aus, denn nach diesem Wochenende ist der Aufsteiger weiter Tabellenerster mit jetzt vier Punkten Abstand zum Verfolger TSG Weinheim. Noch mehr zählt aber für Spieler und Vereinsfunktionäre, dass es ihrem Stürmer Dominik Salz wieder besser geht. Der musste am Samstag nach einem Foul ins künstliche Koma gelegt und mit dem Hubschrauber nach Ludwigsburg geflogen werden. Inzwischen ist er schon wieder ansprechbar.
{element}Bisweilen wird auch Fußballern klar, dass der Sport doch nur eine Nebensache ist. So war es auch beim Verbandsliga-Tabellenführer TSV Grunbach am Samstag nach dem 1:1 (1:0) im Spitzenspiel der Verbandsliga gegen den ASV Durlach. Das Ergebnis war fast bedeutungslos. Den Beteiligten ging es vielmehr um den Gesundheitszustand von Dominik Salz.
Der TSV-Torjäger wurde in der 21. Minute von seinem Gegenspieler Christian Monthe aus vollem Lauf von den Beinen geholt und verletzte sich beim Sturz derart schwer am Kopf, dass er per Helikopter ins Ludwigsburger Klinikum geflogen und dort ins künstliche Koma versetzt werden musste. Salz hatte aus dem Ohr geblutet und über starke Kopfschmerzen geklagt. Die erste Diagnose (Verdacht auf Schädel-Bruch) bestätigte sich glücklicherweise nicht. Nach genaueren Untersuchungen am Sonntag stellte sich heraus, dass nur der Knochen hinter dem rechten Ohr gebrochen ist.
Thorsten Heinemann, zweiter Vorsitzender und Macher beim TSV, konnte am Sonntag zumindest teilweise Entwarnung geben: „Wir sind alle erleichtert, dass die Verletzung doch nicht so schlimm ist, wie zunächst befürchtet. Dominik hatte Glück im Unglück.“
Am Samstag hatten alle in Grunbach noch unter Schock gestanden. „Über das Spiel brauchen wir gar nicht zu reden, wenn jemand fast in Lebensgefahr schwebt“, so Trainer Michael Fuchs, der sich in der Halbzeitpause auch noch einen heftigen Disput bis hin zum kleinen Handgemenge mit ASV-Trainer Adis Herceg lieferte. „Die Durlacher haben sich in dieser Situation einfach nicht angemessen verhalten und sogar Witze gemacht“, schimpfte Fuchs. Herceg versicherte: „Auch für mich war das Spiel eine sehr emotionale Sache. Die Verletzung tut uns allen aufrichtig leid.“
Auf dem Rasen steckte das Grunbacher Team den Ausfall seines Torjägers zunächst schnell weg und Joao Tardelli lenkte einen Schuss von Dirk Prediger mit der Fußspitze zur 1:0-Führung (26.) ins Tor. Prediger hatte später noch Pech mit einem Schuss, der die Latte streifte. Im zweiten Durchgang stand Grunbachs Torhüter Mathias Dörrich immer mehr im Blickpunkt und verteidigte lange den Vorsprung. Machtlos war er, als der eingewechselte Marian Skiljo eine scharfe Hereingabe per Flugkopfball zum Ausgleich verwertete. Fast hätte Grunbach noch gewonnen, aber ein Treffer von Michael Cycon wurde wegen Abseits nicht gegeben.


