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Rugby-Bundesliga: Erfolgsmodell TV Pforzheim

Als Bundesliga-Neuling eine Supersaison gespielt und jetzt vom Verband abgewatscht: Der TV Pforzheim wurde durch einen Punkteabzug am grünen Tisch um die Früchte seiner Arbeit gebracht. Das Heimspielrecht im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft geht nun an den Gegner SC 1880 Frankfurt.
18.04.2012

Rugby-Bundesliga: Widerspruch des TVP wegen Punkteabzug abgelehnt

Pforzheim. Es bleibt beim Punkteabzug für den TV Pforzheim. Der Deutsche Rugby-Verband (DRV) hat dem Bundesligisten am Dienstag mitgeteilt, dass der Widerspruch des Vereins abgelehnt worden ist. TVP-Manager Jens Poff hat gegen das Urteil des Verbandes sofort Einspruch eingelegt und hofft jetzt auf ein salomonisches Urteil. 

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Dem Rugby-Bundesligisten TV 34 Pforzheim war am 21. September 2011 vom DRV mitgeteilt worden, dass ihm zwei Punkte abgezogen werden, weil er gegen die Lizenzordnung verstoße. Es ging darum, dass der Verein nicht genügend Jugendmannschaften gemeldet hatte. Das Schreiben landete auf der Geschäftsstelle des TVP. Die parallel gestellte Rechnung über 500 Euro Lizenzgebühr wurde überwiesen und das Schreiben abgeheftet. Die Rugbyabteilung erfuhr deshalb, so Jens Poff, erst jetzt, nach dem letzten Saisonspiel, durch den DRV von dem Punkteabzug.

Der hat zur Folge, dass Aufsteiger TVP mit dem SC 1880 Frankfurt, der zwei Punkte weniger hatte, die Plätze tauscht. Frankfurt ist jetzt Zweiter und hat im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft am 28. April Heimrecht gegen den TVP.

Poff sieht seinen Verein krass benachteiligt. „Man hätte uns früher auf den Punkteabzug hinweisen müssen, dann hätten wir entsprechend reagieren können.“ Der TVP hatte in der Saison Spieler geschont, und damit auf mögliche Bonuspunkte verzichtet, in dem Glauben, Platz zwei sicher zu haben. Vor allem: Der TVP hat sich die Punkte auf dem Platz redlich verdient, war einige Spieltage sogar Tabellenführer - und das als Neuling, der gerade erst von der Zweiten in die Bundesliga aufgestiegen war. Dieser schnelle Erfolg des TVP mag vielleicht auch Neid geweckt haben, zum Beispiel bei etablierten Clubs, die seit Jahren die Bundesliga dominieren.

Der SC 1880 Frankfurt, in den vergangenen fünf Jahren zweimal Deutscher Meister und Vizemeister geworden, pocht auf sein Heimrecht. „Da ist ganz klar ein Managementfehler in Pforzheim passiert“, sagt 80-Manager Ullrich Byszio und fügt hinzu: „Wenn wir die Chance haben, in Frankfurt ein Rugbyfest zu veranstalten, dann tun wir das auch.“

Das letzte Wort hat jetzt das Schiedsgericht des Deutschen Rugby-Verbandes. mm/tok

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