Nur ein Meter fehlte zur DM: Der TVP (in Grün) verlor im Finale beim Heidelberger RK das Spielgerät in letzter Minute, wie unser Bild zeigt, kurz vor dem gegnerischen Malfeld. J. Keller
Nur ein Meter fehlte zur DM: Der TVP (in Grün) verlor im Finale beim Heidelberger RK das Spielgerät in letzter Minute, wie unser Bild zeigt, kurz vor dem gegnerischen Malfeld. J. Keller

Rugby-Vizemeister TVPforzheim will 2013 den Titel holen

Jetzt erst recht: Der deutsche Rugby-Vizemeister TV Pforzheim steckt sich hohe Ziele. Manager Jens Poff will das Team weiter verstärken. Aber: Aus Pforzheimer Sicht ist die Ligareform umstritten, denn dann müsste der TVP in einer Gruppe mit lauter Teams aus Heidelberg um den Einzug ins Finale kämpfen.

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Mit dem Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft im 15er-Rugby der Männer hat der TV Pforzheim Sensationelles vollbracht. Wer glaubt, der Verein würde sich jetzt satt und zufrieden zurücklehnen, täuscht sich indes gewaltig. „Wir wollen uns gezielt verstärken. Wir werden noch besser sein, als in der vergangenen Saison. Wir wollen 2013 deutscher Meister werden“, lautet die Kampfansage von Jens Poff.

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Der TVP-Manager führt derzeit Gespräche mit potenziellen Neuzugängen. Erstaunlich ist, dass viele Rugby-Cracks in Pforzheim anklopfen, um hier zu spielen. Der Verein genießt offenbar einen guten Ruf in der Szene.

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Es geht aber auch darum, die Spieler Jacob Kennedy und Jason Kupa zu ersetzen, die in ihre Heimat Neuseeland zurückkehren. „Wir haben schon einige Spieler an der Angel. Im Grunde geht es nur noch darum, Arbeitsplätze für sie zu finden“, sagt Poff. Die Erfahrung aus der gerade abgelaufenen Bundesliga-Saison hat gezeigt, dass die Mannschaft in den vorderen Reihen Verstärkung braucht, während man hinten so gut besetzt ist, dass man den Kader hier sogar reduzieren könne, so Poff.

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Auf Augenhoehe Finale690.JPG 17 zu 13 durch Te HuainFinale705.JPG 1m fehlte zur DM TVP verliert Ball in letzter Minute Finale715.JPG

Ein Ziel für die kommende Spielzeit ist auch, die Jugendarbeit zu verbessern. Weil es hier Defizite gibt, bekam der TVP vom Verband zwei Punkte abgezogen. Außerdem will Jens Poff das zuletzt immer mehr begeisterte Fans findende Rugby in Pforzheim noch bekannter und populärer machen. Dazu gehören auch eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit und die Suche nach neuen Sponsoren.

Mit der 16:20-Niederlage im deutschen Finale gegen den Heidelberger RK, als man kurz vor dem Schlusspfiff sogar noch eine dicke Siegchance hatte, ist die Saison 2011/12 für den TVP noch nicht beendet. Für die zweite Mannschaft geht es jetzt um Titel und Aufstieg in die 3. Liga. Parallel hierzu läuft die Vorbereitung auf die deutsche 7er-Meisterschaft.

In der vergangenen Saison wurden die Pforzheimer, damals noch in der zweiten Liga, bereits Vierter. Die DM-Endrunde steigt am 16. und 17. Juni in Heusenstamm. Da man mit Mustafa Güngör immerhin den Kapitän der deutschen 7er-Nationalmannschaft in den eigenen Reihen hat, strebt der TV Pforzheim diesmal mehr als Platz vier an.

Bundesliga-Reform

Kaum sind die Pforzheimer in die Bundesliga aufgestiegen, droht schon eine tiefgreifende Reform des Spielbetriebes. Derzeit wird hinter den Kulissen heftig über die Zukunft des Rugbysports in Deutschland diskutiert. Eine eingleisige Bundesliga wird es ab Sommer möglicherweise nicht mehr geben. Stattdessen soll die 1.Liga in vier Gruppen (Nord, Süd, West und Ost) á sechs Mannschaften aufgeteilt werden (ebenso die 2. Bundesliga).

Damit sollen Reisekosten gespart werden. Ferner hofft man, durch weniger Spieltage Freiräume für die Nationalmannschaften (7er und 15er) zu schaffen. Über die Reform, die noch eine ganze Reihe strukturelle Veränderungen beinhaltet, soll auf einem Verbandstag im Juli abgestimmt werden.

Pforzheim, soviel steht schon mal fest, wird gegen die geplante Reform stimmen. Da allerdings die meisten Vereine im Vorfeld signalisiert hätten, die Neuerungen zu befürworten, befürchtet Jens Poff, dass die Neuregelung kommt.

Das hätte zur Folge, dass der TVP in der kommenden Saison in der 1. Liga Süd zusammen mit fünf Mannschaften aus Heidelberg spielen würde. „Eine Todesgruppe“ nennt Jens Poff diese Option angesichts der traditionell starken Teams aus der Neckarstadt.

Autor: Martin Mildenberger | Pforzheim

09.05.2012

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