Der Stammsitz der Müller-Gruppe in Birkenfeld.
Wirtschaft
Müller Fleisch expandiert: Wachstumsstrategie auch im Geschäftsjahr 2014/2015 fortgesetzt
  • Lothar H. Neff I BIRKENFELD

Der Abstand zum Marktführer Tönnies (5,6 Milliarden Euro Umsatz) ist gewaltig, doch die Müller-Gruppe mit Sitz in Birkenfeld liegt mit rund 900 Millionen Euro auf Platz sieben unter den größten deutschen Schlachtbetrieben. Im Geschäftsjahr 2014/2015 (30. Juni) konnte die Müller-Gruppe weiter zulegen.

Die Rinderschlachtungen blieben zwar mit 303 000 stabil, die Schweineschlachtungen, welche zu über 90 Prozent im zentralen Schlachtbetrieb der Gruppe, dem Süddeutschen Schweinefleischzentrum Ulm/Donautal durchgeführt werden, stiegen dagegen um elf Prozent auf 1,76 Millionen.

Die Ulmer Fleisch GmbH, ein Unternehmen der Birkenfelder Müller Gruppe, hat zum 1. August den Ingolstädter Zerlegebetrieb FZI übernommen. Ulmer Fleisch führt diese Betriebsstätte unter der Firmenbezeichnung „Ingolstädter Fleisch“ weiter. Nach Bayreuth ist Ingolstadt der zweite bayerische Standort von Ulmer Fleisch. Damit setzt die Birkenfelder Unternehmensgruppe mit insgesamt 660 Mitarbeitern (davon 350 im Enzkreis) auch ein Signal an Lieferanten und Kunden, dass sie weiter im süddeutschen Raum expandieren möchte, heißt es in einer Pressemitteilung. Um das starke Interesse namhafter Kunden aus dem Bereich Lebensmitteleinzelhandel und Discount nach regionalem Fleisch zu bedienen, geht die Müller-Gruppe auch neue Wege. Neben der Nutzung der Länderzeichen GQ-Bayern und QZ Baden-Württemberg wurde im Frühjahr 2014 ein eigenes Rohstoffprogramm „Süddeutsches Schweinefleisch“ mit gesicherter regionaler Herkunft bis zum Ferkel aufgelegt. „Das Programm war ein Volltreffer und wird zu einer starken Eigenmarke“, freut sich Stefan Müller, Gesellschafter der Müller-Gruppe. Inzwischen konnten dafür schon 1000 Mastbetriebe in Süddeutschland gewonnen werden. „Die beteiligte Landwirten bekommen einen finanziellen Zuschlag, der auch einen Beitrag zur Stabilisierung der heimischen Ferkelerzeugung leisten soll.“