Würmtal Phosphor 1
In diesem länglichen Behälter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Böblingen ist die Phosphorbombe luftdicht eingepackt.
bombewürm
Das Würmtal bei Pforzheim ist abgesperrt. Beim Grillplatz wurde am Uferrand eine Phosphorbombe gefunden.

Autofahrer entdeckt im Würmtal eine rauchende Phosphorgranate

Pforzheim. Aufregung im Würmtal: Ein Autofahrer entdeckt eine rauchende Phosphorgranate beim Grillplatz neben der Würm. Die Straße zwischen dem Ortseingang von Würm und dem Kupferhammer in Pforzheim wird gesperrt. 

Phosphorbomben hatten am 23. Februar 1945 maßgeblich dazu geführt, dass Pforzheim in einem Feuersturm unterging, in dem mindestens 17.000 Menschen ums Leben kamen. 

Würmtal Phosphor 1
Bildergalerie

Phosphorbombe im Würmtal gefunden

Gegen 12.30 Uhr: Ein Autofahrer fährt von Würm kommend in Richtung Kupferhammer. Etwa beim Grillplatz sieht er Rauch aus der Nähe der Würm aufsteigen und da scheint etwas grünlich-blau zu brennen. Er steigt aus, nimmt einen Handfeuerlöscher aus dem Auto, sieht an der Würmböschung einen 30 bis 40 Zentimeter langen Gegenstand und beginnt mit Löschmaßnahmen. 

Die Löschmaßnahmen zeigen keine Wirkung. Wenn Phosphor brennt, gibt es nichts, was auf die Schnelle helfen könnte. Und Phosphor ist giftig. Der Autofahrer ruft die Feuerwehr.

Die mit zunächst mit zwei Fahrzeugen und sechs Mann herbeigeeilte Feuerwehr erkennt, dass es sich bei dem qualmenden Gegenstand um eine Bombe beziehungsweise Granate handelt. Die Polizei wird gerufen, denn diese ist für solche explosiven Funde zuständig.

Die Feuerwehr, nun mit drei Fahrzeugen und neun Mann vor Ort, sperrt zunächst einmal die Würmtalstrecke (Landesstraße 572) zwischen dem Kreisverkehr Kupferhammer sowie dem Ortseingang Würm ab. 

Die Granate dürfte aus dem Uferrand durchs Hochwasser freigespült oder von weiter her angeschwemmt worden sein. Da sich Phosphor in Verbindung mit Luft sofort entzündet, könnte eine Beschädigung der Bombenhülle durchs Anschwemmen und das Anschlagen auf den Flußsteinen die Ursache gewesen sein.

Gegen 14 Uhr sind die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Böblingen angerückt.

Explosionsgefahr besteht nicht. Das Phosphor brennt in der Bombenhülle quasi kontrolliert ab. Dafür stinkt es in der Umgebung der Bombe.

Für die Bombenspezialisten stellt die Phophorbombe kein großes Problem dar. Mit Spezialhandschuhen packen sie die Bombe in einen luftdichten Spezialbehälter

Der Inhalt der Bombe soll in einem Spezialofen kontrolliert verbrannt werden.

Die komplett gesperrte L572 wird gegen 14.20 Uhr wieder freigegeben.

Unklar ist noch, ob der Autofahrer, der die Bombe entdeckt hat, noch auf mögliche Gesundheitsschäden untersucht werden muss. Schließlich ist Phosphor giftig.

Da werden in Pforzheim Erinnerungen an Juni 2014 wach: Baggerfahrer Polat Coskun entdeckt bei Arbeiten auf einem Grundstück zwischen Lamey- und Bichlerstraße mit seiner Baggerschaufel in der lehmigen Erde einen 500 Kilo schweren Blindgänger – eine seltene amerikanische Marinebombe. Das Einwohnermeldeamt stellt eine detaillierte Liste der 1500 Haushalte zusammen, die evakuiert werden müssen: insgesamt 4500 Menschen im Umkreis von 500 Metern. Der knifflige Einsatz des Kampfmittelbeseitigers dauert nur 18 Minuten. Dann gibt er Entwarnung.

Auch Mühlacker hat Erfahrungen mit Evakuierungen nach Bombenfunden gesammelt. Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hatte 2012 für Aufregung in Mühlacker gesorgt. Nachdem eine rund 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe bei Bauarbeiten zwischen dem Autohaus Dobler und der Firma Händle gefunden wurde, war für den Kampfmittelräumdienst klar, dass der Blindgänger noch am selben Tag entschärft werden sollte. Unter anderem waren 50 Polizisten und 80 Feuerwehrleute im Einsatz. Straßen wurden abgesperrt und in einem Umkreis von 250 Metern etwa 500 Personen vorsorglich evakuiert.

Mehr zum Thema

Marinebombe versetzt ein Stadtviertel in den Ausnahmezustand

Fliegerbombe legt Mühlacker lahm: Anwohner evakuiert

Großalarm wegen Bombenattrappe in Leihauto

Falscher Bomben-Alarm: Einsatzkosten werden geprüft

Keine Bombe, keine Evakuierung

Keine Bombe: Entwarnung und Aufatmen an der Steubenstraße

_A1F9305.jpg
Bildergalerie

Entwarnung in Pforzheim: Bombe entschärft

_A1F9165.jpg
Bildergalerie

Bombenfund in Pforzheim: Rund 4500 Menschen werden evakuiert

Bombe 1.jpg
Bildergalerie

500-Kilo-Bombe in Pforzheim entdeckt

DSC_1258.jpg
Bildergalerie

Blindgänger gefunden: 500 Menschen in Mühlacker evakuiert

Bombensuche Kallhardtbruecke Nagold 1.jpg
Bildergalerie

Fliegerbombe in der Calwer Straße vermutet