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Gesicht zeigt eine ganze Reihe der Unterzeichner von „Pforzheim nazifrei“ nach dem Pressegespräch am Montag am Alfons-Kern-Turm. Foto: Ketterl

Einig gegen Rechtsextreme: Über 250 Bürger rufen zu Kundgebung am 11. Mai auf

Pforzheim. Von A wie Jay Alexander bis Z wie Professor Rainer Zimmermann, vom CDU-Stadtverband Pforzheim über Grüne und SPD bis hin zur Gemeinderatsfraktion WiP/Linke, von den christlichen Gemeinden über die jüdische bis zur Fatih-Moschee reichen die Unterzeichner des Aufrufs „Pforzheim nazifrei“ – bislang über 50 Organisationen und über 250 Einzelpersonen.

Sie alle rufen dazu auf, am Samstag Flagge zu zeigen gegen die rechtsextreme Kleinpartei „Die Rechte“, die über mehrere Stunden von etwa 10 Uhr bis gegen 18 Uhr durch den Pforzheimer Osten ziehen will. Ganze sieben Tage, nachdem man sich als direkt Betroffene zusammengetan habe – weil nämlich die Geschäfte, Einrichtungen, Lokale, selbst die Kirchen im betroffenen Bereich nicht geöffnet haben dürfen – sei aus diesem Kreis eine solche Initiative gewachsen, sagt Christiane Müh, Geschäftsführerin des Kommunalen Kinos. „Das habe ich in der Form noch nicht erlebt.“ Was sie besonders herausstellt: „Es ist keine reine Anti-Veranstaltung, wir wollen uns unsere Stadt nicht klauen lassen.“

Zusammen die Angst nehmen

Dieses Gefühl vereint viele, etwa auch die Gewerkschafter der IG Metall, die in und um Pforzheim 9500 Mitglieder zählt, viele mit Migrationshintergrund, und davon wiederum wohnen etliche in dem Gebiet, durch das die „Rechte“ mit ausländerfeindlicher Hetze zieht. Diesen Menschen die Angst zu nehmen, ist ein Zweck der Kundgebung. Der jüdischen Gemeinde, ebenfalls Unterzeichner des Aufrufs, gegen offensichtlichen Antisemitismus der „Rechten“ beizustehen, ein weiterer. Unweit der Synagoge hatten die Rechtsextremen Plakate mit „Israel ist unser Unglück“ angebracht.

Um 13 Uhr geht der Zug der Gegendemonstranten am westlichen Bahnhofsvorplatz los, macht um 14 Uhr Station am Leo und führt schließlich wieder hinauf, wo es ab 15 Uhr auf der Luisenstraße eine Bühne für ein Kulturprogramm, etwa mit Dieter Huthmacher und Rednern, geben soll.

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